Protest twittern

Eine medienlinguistische Untersuchung von Straßenprotesten

Wenn Menschen heute auf der Straße protestieren, sind immer auch digitale Medien im Spiel. Ob zur Mobilisierung oder Koordination, zur Vor- oder Nachbereitung: Proteste sind durch die sprachlichen Interaktionen und medialen Praktiken der Teilnehmenden bestimmt. Mark Dang-Anh widmet sich der situativen Protestkommunikation in digitalen Medien mit einem Fokus auf Interaktionen im Mikrobloggingdienst Twitter. Anhand zweier Falluntersuchungen von Protesten gegen rechte Aufmärsche analysiert er die vielschichtigen Relationen zwischen Sprache, Medien und der sozialen Praxis des Protestierens.

Die dem Buch zugrunde liegende Arbeit wurde 2019 mit dem »Preis der Universität Siegen für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, vergeben von der Dirlmeier-Stiftung«, ausgezeichnet.

39,99 € *

2019-08-28, 450 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4836-2

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Mark Dang-Anh

Mark Dang-Anh, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (Mannheim), Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

So paradox das klingen mag: Straßenprotest findet heutzutage nicht nur auf der Straße statt. Durch mobile, digitale Medien verändern sich die Situationen, in denen sich Straßenproteste ereignen. Dabei kommt das Digitale nicht einfach als zusätzliches Element hinzu, vielmehr durchdringen sprachliche und kommunikative Medienpraktiken das soziale Geschehen des Protests. Dies analytisch zu erfassen, wirft ein neues Licht auf die engen Zusammenhänge zwischen Sprachlichkeit, Medialität und Sozialität.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Durch die Kombination medienlinguistischer und praxeologisch-ethnografischer Analysen werden verschiedene Perspektiven auf den Straßenprotest verknüpft. Sowohl die sprachliche Interaktion, die sogenannten sozialen Medien, in denen sich diese Interaktion vollzieht, als auch die Situation auf der Straße werden zum Gegenstand der Untersuchung. Dadurch entsteht ein Gesamtbild, das zuvorderst auf den Hervorbringungen der Beteiligten fundiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Für die Protestforschung eröffnet die medienlinguistische Ausrichtung eine neue Mikroperspektive auf die politisch und gesellschaftlich relevante Ebene des Protests als sozialer und medialer Praxis. Für die Linguistik leistet das Buch durch seine ethnomethodologische Fundierung einen theoretischen Beitrag zur Diskussion um praxeologisch ausgerichtete Forschung. Auch die methodische Umsetzung gibt einen Impuls zur Debatte um gegenstandsadäquate Methodenreflexion und -flexibilität.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Grundsätzlich mit all jenen, die an den mannigfaltigen Zusammenhängen zwischen Sprache, Medien und Politik interessiert sind und natürlich insbesondere mit denjenigen, die sich für das Thema Protest, digitale Medien und linguistische Protestforschung begeistern können - sei es aus fachlicher oder privater Motivation.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Straßenprotest wird durch die sprachlichen und kommunikativen Medienpraktiken der Beteiligten situativ hervorgebracht und ausgehandelt.

Besprochen in:
Forum Wohnen und Stadtentwicklung, 11/12 (2019)
Autor_in(nen)
Mark Dang-Anh
Buchtitel
Protest twittern Eine medienlinguistische Untersuchung von Straßenprotesten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
450
Ausstattung
kart., Hotmelt-Bindung, 33 SW-Abbildungen, 5 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4836-2
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JPWF
BISAC-Code
SOC052000 POL003000
THEMA-Code
JBCT JPWG
Erscheinungsdatum
2019-08-28
Auflage
1
Themen
Medien, Zivilgesellschaft
Adressaten
Sprachwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Medienlinguistik, Protestforschung, Kulturwissenschaft, Semiotik
Schlagworte
Medien, Protest, Twitter, Diskurs, Praxis, Medienlinguistik, Zivilgesellschaft, Medienästhetik, Soziale Bewegungen, Urban Studies, Medienwissenschaft

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