Gesellschaft in Angst?

Zur theoretisch-empirischen Kritik einer populären Zeitdiagnose

Zeitdiagnosen einer verängstigten Gesellschaft sind populär. Doch welche Bedeutung kommt Angst im Alltag der Menschen wirklich zu – und welche Ängste spielen konkret eine Rolle? Mittels eines innovativen qualitativen Forschungsdesigns hinterfragt Judith Eckert die Annahme von Angst als zentraler zeitgenössischer Befindlichkeit und trägt zur Differenzierung der Debatte bei. Neben empirischen Analysen bietet sie Bausteine für eine theoretisch, konzeptuell und methodologisch fundierte Soziologie der Angst sowie Anregungen für eine reflexive, lebensweltlich orientierte Sicherheitsforschung.

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2019-10-28, 436 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4847-8

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Judith Eckert

Judith Eckert, Universität Duisburg-Essen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Diagnose, dass wir in einer Gesellschaft in Angst leben, ist so populär wie unsubstanziert: Oft bleibt der Angstbegriff im Vagen und die Empirie auf der Strecke. An beiden Leerstellen setze ich in diesem Buch an. Konkret entwickle ich ein Theorie-Methodologie-Paket und beantworte empirische ›Gretchenfragen‹ (Nunner-Winkler). Im Ergebnis ist die Angstdiagnose mit einem Fragezeichen zu versehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bisherige empirische Studien arbeiten meist quantitativ. Offen bleibt dabei aber, was Äußerungen wie ›ich habe Angst vor ...‹ überhaupt bedeuten. Meine qualitativ-rekonstruktive Studie zeigt: Das Offensichtliche ist nicht unbedingt das Zentrale. So beruht Angstkommunikation nicht immer auf Angst, sondern teils auf Ärger. Und: context matters - was aber oft untergeht. Das scheinbar gleiche Angstthema (etwa Kriminalität) hat je nach Erzähl- und Lebenskontext eine ganz andere Bedeutung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine große! Angst und (Un-)Sicherheit sind nicht nur in einschlägigen Zeitdiagnosen relevant, sondern werden – gefährlicherweise – auch gerne als Erklärung für andere Phänomene wie Rechtspopulismus bemüht. Daneben interessieren sich die Sicherheitsforschung, die Sociology of Risk and Uncertainty, die Prekarisierungsforschung, Kriminalitätsfurchtforschung, Emotionsforschung und die aufkommende Angstsoziologie für das Thema, ohne aber wirklich voneinander Notiz zu nehmen. Das wollte ich ändern.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Vertreter*innen der zuvor genannten Forschungsbereiche. Besonders würde ich mich über einen Austausch mit anderen Angstforschenden freuen, deren Publikationen kurz vor oder nach Abgabe meiner Dissertation erschienen sind. Ebenso interessant wäre es, meine These der lebensphasenspezifischen Ängste mit Lebenslaufsoziolog*innen zu diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Angst ist nicht gleich Angst – wir müssen genau hinschauen und differenzieren.

»Ein Buch, das zum Nachdenken über den Begriff Angst und seine Verwendung anregt.«
Thomas Feltes, www.polizei-newsletter.de, 236 (2019)
Autor_in(nen)
Judith Eckert
Buchtitel
Gesellschaft in Angst? Zur theoretisch-empirischen Kritik einer populären Zeitdiagnose
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
436
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4847-8
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFC JHBA
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
JBCC JHBA
Erscheinungsdatum
2019-10-28
Auflage
1
Themen
Kultur, Gesellschaft
Adressaten
Soziologie, Sicherheitsforschung, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Angst, Sicherheit, Emotion, Gesellschaft, Alltag, Empirische Sozialforschung, Zeitdiagnosen, Kultur, Kultursoziologie, Soziologische Theorie, Soziologie

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