Schauspielen im Stummfilm

Filmwissenschaftliche Untersuchungen zur Berufsentwicklung im Wien der 1910er und 1920er Jahre

Das Berufsbild von Stummfilmschauspieler_innen ist als historischer Gegenstand der Filmwissenschaft bisher wenig beachtet worden. Vor dem Hintergrund der Wiener Stummfilmgeschichte und gestützt auf zeitgenössische publizistische Quellen untersucht Anna Denk darum erstmals umfassend die Anforderungen, Arbeitsbedingungen, Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen dieser Akteur_innen bis 1930. Sie zeichnet die »Verberuflichung« der filmdarstellerischen Tätigkeit nach und skizziert damit die Entwicklung eines Berufes, den es nur rund zwei Jahrzehnte geben sollte.

69,99 € *

10. Dezember 2019, 542 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4858-8
Dateigröße: 10.03 MB

als Sofortdownload verfügbar

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Weiterempfehlen

Anna Denk

Anna Denk, Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Während eines Forschungspraktikums im Filmarchiv Austria in Wien sollte ich zahlreiche Jahrgänge der verschiedensten österreichischen Filmzeitschriften aus der Stummfilmzeit durchsehen. Dabei bin ich auf eine Forschungslücke gestoßen: Es gab viele Beiträge zum Thema ›Kinoschauspiel/er‹ zu finden, die sehr spannende Inhalte zu einem erst entstehenden Beruf/sbild enthielten, aber die bis dahin noch nicht umfassend und quellenkritisch untersucht worden waren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch widmet sich einem in der Wiener Stummfilmgeschichte verankertem Thema aus berufshistorischer Sicht. Die Verknüpfung dieser beiden Perspektiven ermöglicht es, die Frage zu beantworten, ob sich die stummfilmdarstellerische Tätigkeit zu einem Beruf mit einem eigenständigen Berufsbild entwickeln konnte. Im Zentrum stehen dabei die medienspezifischen Arbeitsanforderungen und -bedingungen sowie die zeitgenössischen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ich denke, es steht am Beginn einer berufshistorischen Aufarbeitung der (österreichischen) Stummfilmgeschichte. Die umfassende und quellenkritische Untersuchung einzelner Filmberufe ist nach wie vor ein Forschungsdesiderat, dem erfreulicherweise zunehmend mehr Beachtung geschenkt wird. Darüber hinaus stellt mein Buch, ganz im Sinne der New Film History, auch eine Wertschätzung schriftlicher filmhistorischer Quellen, in meinem Fall der österreichischen Filmperiodika bis 1930, dar.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich meine Erkenntnisse mit Menschen diskutieren, die im Wien der 1910er und 1920er Jahre als Stummfilmschauspieler_innen tätig waren. Dabei würde mich sowohl der Input von Statist_innen und weniger bekannten Darsteller_innen als auch von Stars, wie Liane Haid oder Max Neufeld, sehr interessieren. Leider ist dies nicht mehr möglich. Deshalb ist es umso bedeutsamer, dass die Filmperiodika als Sprachrohre der Branche (fast) vollständig gesammelt worden und erhalten geblieben sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Erfindung des Stummfilms führte auch zum Aufkommen neuer Berufe, wie jenem des Stummfilmschauspielers, dessen Genese ich in meinem Buch beleuchte.

Autor_in(nen)
Anna Denk
Buchtitel
Schauspielen im Stummfilm Filmwissenschaftliche Untersuchungen zur Berufsentwicklung im Wien der 1910er und 1920er Jahre
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
542
Ausstattung
28 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4858-8
DOI
10.14361/9783839448588
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA JHBL HBTB
BISAC-Code
SOC052000 PER004030 SOC026000 HIS054000
THEMA-Code
JBCT ATF JHBL NHTB
Erscheinungsdatum
10. Dezember 2019
Themen
Film, Arbeit
Adressaten
Filmwissenschaft, Theaterwissenschaft, Medienwissenschaft, Berufsforschung
Schlagworte
Stummfilm, Schauspielerberuf, Filmzeitschriften, Wien, 1910er-1920er Jahre, Film, Arbeit, Arbeits- und Industriesoziologie, Kulturgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Medienwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung