Demokratisierung der Postdemokratie

Städtische soziale Bewegungen in Berlin und New York City

Städtische Proteste haben Hochkonjunktur. Mieter_innen, Kunst- und Kulturschaffende, Studierende, Wohnungslose und Geflüchtete melden sich zu Wort und fordern jenseits ihrer partikularen Bedürfnisse direkte Teilhabe an politischen Entscheidungen ein. Am Beispiel der Metropolen Berlin und New York zeigt David Scheller, wie sich städtische soziale Bewegungen zwischen 2011 und 2015 konstituieren und damit dringliche Themenfelder politisieren und verbinden. Ausgehend von einer hegemonietheoretischen Diskursanalyse der vielstimmigen Protestartikulationen schlägt er eine Interpretation von Möglichkeitsräumen zur Demokratisierung in der Postdemokratie vor, die für diese neue Phase städtischen Protests ausschlaggebend sind.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Danksagung

    Seiten 9 - 12
  4. 1. Einleitung

    Seiten 13 - 22
  5. 2. Städtische soziale Bewegungen zwischen Neoliberalisierung und Postdemokratie

    2.1 Stadt, Urbanität, soziale Bewegungen

    Seiten 24 - 32
  6. 2.2 Recht auf und durch die Stadt

    Seiten 32 - 41
  7. 2.3 Neoliberale Urbanisierung und ökonomische Krise(n)

    Seiten 41 - 57
  8. 2.4 Die postpolitische Stadt in der Krise repräsentativer Demokratie

    Seiten 58 - 79
  9. 2.5 Städtische soziale Bewegungen als Demokratisierungsbewegungen

    Seiten 79 - 84
  10. 3. Hegemonietheorie. Postfundamentalistische Forschungsperspektive

    3.1 Laclau und Mouffe. Hegemonietheorie revisited

    Seiten 86 - 115
  11. 3.2 Postfundamentalistische Operationalisierung

    Seiten 116 - 138
  12. 4. Methodisches Vorgehen

    4.1 Auswahl empirischer Fälle

    Seiten 140 - 147
  13. 4.2 Ethik und Praxis der Forschung

    Seiten 147 - 157
  14. 4.3 Erhebung und Analyse des empirischen Materials

    Seiten 157 - 164
  15. 5. Städtischer Protest. Diskurse und Spannungsfelder

    5.1 Nicht nur Mietenproteste – Von der Mietenstopp-Demonstration zum Berliner Ratschlag

    Seiten 166 - 183
  16. 5.2 Stadtplanung aufhalten und selber machen

    Seiten 183 - 198
  17. 5.3 Konflikte in der Kreativen Stadt – Proteste von Kunstund Kulturschaffenden

    Seiten 198 - 215
  18. 5.4 You can't evict a movement – Proteste von Refugees

    Seiten 216 - 231
  19. 5.5 Nach Occupy Wall Street – Horizontale Freiräume, Aktionen und Netzwerke in New York

    Seiten 231 - 249
  20. 5.6 Bedrohlicher Shelter-Industrial Complex – Von Rent Freeze, Homelessness und Community Land Trusts

    Seiten 249 - 270
  21. 6. Stadtpolitische Proteststrukturen

    6.1 Postautonome Forderungsstrukturen

    Seiten 272 - 280
  22. 6.2 Postidentitäre Subjektivierungsstrukturen

    Seiten 280 - 289
  23. 6.3 Postpolitische Kontraritätsstrukturen

    Seiten 289 - 298
  24. 7. Konvergenzen und Demokratisierung. Eine neue Phase städtischen Protests

    7.1 Konvergenzen. Stadtpolitischer Raum und Gegenhegemonie

    Seiten 300 - 312
  25. 7.2 Demokratisierungen. (Stadt-)Politik von Unten

    Seiten 312 - 323
  26. 7.3 Resümee. Demokratisierung-durch-die-Stadt-Bewegungen

    Seiten 323 - 326
  27. 8. Schlussbetrachtungen und Ausblick

    Seiten 327 - 338
  28. Abkürzungsverzeichnis

    Seiten 339 - 340
  29. Abbildungsverzeichnis

    Seiten 341 - 342
  30. Bibliographie

    Seiten 343 - 392
Mehr
39,99 € *

2019-12-05, 392 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4863-8

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David Scheller

David Scheller, Fachhochschule Potsdam, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Städtischer Protest verbindet derzeit die soziale Frage mit der Krise der Repräsentation. Die Initiativen holen Themen wie Wohnraum, Stadtplanung, Inwertsetzung von Urbanität auf die politische Agenda. Der Protest eröffnet zugleich neue Perspektiven für direkte demokratische und gemeinwohlorientierte Entscheidungen. Stadtweite Netzwerke stellen eine integrale Demokratie auf eine breite gesellschaftliche Basis von Betroffenen, im Gegensatz zu exklusiven, autoritären rechten Forderungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Zentrum stehen die diskursive Konstitutionsbedingungen von städtischen Protesten und politischen Möglichkeitsräumen aus einer hegemonietheoretischen Perspektive. Die aktuelle Protestphase ist geprägt durch Demokratisierung-durch-die-Stadt-Bewegungen und eine Konvergenz verschiedener Protestthemen. In den Verbindungen von fragmentierten stadtpolitischen Forderungen, Subjektpositionen und Kontraritäten kommen neue Facetten der Demokratisierung in einer ›Stadtpolitik von Unten‹ zum Tragen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Auseinandersetzung mit städtischen Demokratisierungsbewegungen verbindet gesellschaftstheoretische Forschungsdebatten, die einerseits neoliberale Urbanisierung und ökonomische Krisen und andererseits Postdemokratie und politische Desintegration als ursächlich betrachten. Die dabei verfolgte postfundamentale Forschungsperspektive bietet eine vermittelnde Perspektive zwischen den Polen ›Ökonomie‹ und ›Demokratie‹ an, um reduktionistische Fallstricke zu umgehen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all jenen, die sich mit einer gerechten und inklusiven Stadtpolitik beschäftigen. Es richtet sich an Protestierende und Forschende, aber auch an Akteur*innen der Politik und Verwaltung, die den politischen Protest ernst nehmen und deren Forderungen berücksichtigen wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Städtische soziale Bewegungen fordern und leben eine gerechte und inklusive basisdemokratische Stadtpolitik, die sich nicht auf die Stadt beschränkt sondern eine Demokratisierung der Demokratie voranbringt.

Besprochen in:
https://twitter.com/maecenata, 11.05.2020
Autor_in(nen)
David Scheller
Buchtitel
Demokratisierung der Postdemokratie Städtische soziale Bewegungen in Berlin und New York City
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 13 SW-Abbildungen, 10 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4863-8
DOI
10.14361/9783839448632
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG JPWF JPHV
BISAC-Code
SOC026030 POL003000 POL007000
THEMA-Code
JBSD JPWG JPHV
Erscheinungsdatum
2019-12-05
Auflage
1
Themen
Politik, Stadt, Zivilgesellschaft
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Humangeografie, Soziale Arbeit, Stadtplanung
Schlagworte
Recht Auf Stadt, Neoliberale Urbanisierung, Partizipative Forschung, Hegemonietheoretische Diskursanalyse, Berlin, New York, Stadt, Zivilgesellschaft, Politik, Urban Studies, Soziale Bewegungen, Demokratie, Soziologie

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