Weiße Helden im Film

Der »White Savior Complex« – Rassismus und Weißsein im US-Kino der 2000er Jahre

Was der »Bechdel-Test« für die weibliche Filmfigur ist, liefert dieses Buch für Rassismus im Film. Lima Sayeds Untersuchung zeigt auf, wie die Themen, Formen und Aspekte von Rasse und Rassismus im US-amerikanischen Film der 2000er Jahre in stets wiederkehrenden Mustern zum Ausdruck kommen: Desolate, weiße Männer wandeln sich zu heldenhaften Rettern hilfloser rassifizierter Anderer und finden dabei Erlösung für sich selbst. Neben einer für die heutige Zeit notwendigen Revision des Bedeutungskomplexes Rassismus legt Lima Sayed Merkmale und Mechanismen frei, die wesentlich für das Verständnis des modernen Rassismus sind. Die Studie leistet damit sowohl einen Beitrag zu den Filmwissenschaften als auch zum gegenwärtigen neuen Rassismusdiskurs.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. 1. Einleitung

    1.1 DIE BESONDERHEIT DER FILME NACH 2000

    Seiten 7 - 11
  4. 1.2 ANALYSEGEGENSTAND UND AUSWAHLKRITERIEN

    Seiten 11 - 12
  5. 1.3 THEORETISCHE GRUNDLAGEN - US-AMERIKANISCHE SINNKONSTRUKTIONEN FÜR KOLLEKTIVE IDENTITÄT

    Seiten 12 - 15
  6. 1.4 SCHWERPUNKT RASSE UND RASSISMUSFORSCHUNG

    Seiten 15 - 22
  7. 1.5 METHODISCHE DURCHFÜHRUNG DER ARBEIT

    Seiten 22 - 34
  8. 2. Theoretischer Teil

    2.1 BEGRIFFE UND THEORIEN

    Seiten 35 - 62
  9. 2.2 VON RASSISMUS ZU WHITENESS

    Seiten 62 - 96
  10. 2.3 FILMTHEORIE

    Seiten 97 - 124
  11. 3. Filmische Analysen

    3.1 CRASH

    Seiten 125 - 170
  12. 3.2 MONSTER'S BALL

    Seiten 170 - 197
  13. 3.3 GRAN TORINO

    Seiten 197 - 230
  14. 3.4 THE VISITOR

    Seiten 231 - 246
  15. 4. Analyseergebnisse

    4.1 MYTH OF SAMENESS - DIE PHANTASIE VON GLEICHWERTIGKEIT

    Seiten 247 - 251
  16. 4.2 RASSISCHE ZUSCHREIBUNGEN - WEIßE NORM UND NICHT-WEIßE DIVERGENZ

    Seiten 251 - 254
  17. 4.3 DIALOGE: SUBJEKTIVITÄT - OBJEKTIVITÄT

    Seiten 254 - 256
  18. 4.4 HANDLUNGSSPIELRÄUME UND BEWEGUNGSFREIHEITEN

    Seiten 256 - 259
  19. 4.5 LEID UND DIE VERHANDLUNG VON PROBLEMEN

    Seiten 259 - 261
  20. 4.6 WEIßE FIGUR IM MITTELPUNKT

    Seiten 262 - 274
  21. 5. Fazit

    5.1 IT IS NOT A BLACK PROBLEM - IT'S AN AMERICAN PROBLEM

    Seiten 275 - 277
  22. 5.2 UNIVERSALISTISCHE, INDIVIDUALISTISCHE UND KOLLEKTIVISTISCHE ANSÄTZE IM KONFLIKT

    Seiten 277 - 280
  23. 5.3 US-AMERIKANISCHE IDENTITÄTSKONSTRUKTIONEN: BEDEUTUNG UND FUNKTION VON (NICHT-)WEIßSEIN

    Seiten 280 - 284
  24. 5.4 SCHULD UND ERLÖSUNG

    Seiten 284 - 287
  25. 5.5 WHITE SAVIOR FILM

    Seiten 287 - 291
  26. 5.6 AUSBLICK

    Seiten 291 - 294
  27. 6. Bibliografie

    Seiten 295 - 312
  28. Sequenzprotokolle

    Seiten 313 - 340
  29. Danksagung

    Seiten 341 - 344
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44,99 € *

2019-09-05, 344 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4873-7

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Lima Sayed

Lima Sayed, Universität Hamburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wir alle haben Vorstellungen von Rassismus, doch diese sind selten fundiert. Mein Buch beleuchtet das Thema, indem es sich eines der wichtigsten Verbreitungsmedien zunutze macht: der amerikanische Film. Denn wo beginnt Rassismus? Mit den Bildern in unseren Köpfen. Und diese Bilder von ethnisch Anderen beruhen in der Regel nicht auf eigenen Erfahrungen, sondern auf medial vermittelten Bildern. Indem wir lernen, die medialen Bilder zu entschlüsseln, enträtseln wir auch Rassismus in unserer Alltagswelt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Rassismus bedeutet nicht mehr Diskriminierung und Gewalt, auch wenn das die verbreitete Meinung ist. Im Gegenteil, Rassismus ist untrennbar damit verbunden, was als gut, gerecht und sogar heldenhaft erachtet wird. Im Film sind hilflose und problembehaftete ethnische Minderheiten häufig von Weißen abhängig. Dabei bedürfen Filmhelden eben dieser Hilflosigkeit und Probleme, um Helden zu werden. Wir können weiße Männer nicht zu Helden überhöhen ohne nicht-weiße (oder andere Randgruppen) herabzusetzen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den USA hat sich in den letzten Jahrzehnten vielerorts dieser Paradigmenwechsel vollzogen und damit verbundene Erkenntnisse erstrecken sich über sämtliche Wissenschaftsdisziplinen. Der Blick auf Weißsein ist in Deutschland nicht neu, ähnelt aber eher einer Graswurzelbewegung. Es ist an der Zeit, dass sowohl das Randthema Rassismus als auch die Kritik an weißer Männlichkeit aus der Scham-Ecke geholt werden und ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

In Deutschland gerne mit Susan Arndt und Bärbel Tischleder.

In den USA mit Robert Ebert, Henry Giroux, Henry Louis Gates, Stuart Hall, Oprah Winfrey, Ta-Nehi Coates, Norman Denzin, Robin DiAngelo, und Robert Jensen. Und im Himmel mit Maya Angelou und Toni Morrison (r.i.p.).

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mein Buch ist eine gute Einführung in das Thema Rassismus der heutigen Zeit und eine scharfe Analyse von Rassismen im Film, die die Entschlüsselung allgegenwärtiger Rassismen in unserer Alltagswelt ermöglicht.

Autor_in(nen)
Lima Sayed
Buchtitel
Weiße Helden im Film Der »White Savior Complex« – Rassismus und Weißsein im US-Kino der 2000er Jahre
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
344
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-4873-7
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA JFSL DSB
BISAC-Code
SOC052000 PER004030 SOC031000 LIT004020
THEMA-Code
JBCT ATF JBSL1 DSB
Erscheinungsdatum
2019-09-05
Auflage
1
Themen
Rassismus, Amerika, Film
Adressaten
Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Literaturwissenschaft, Soziologie, Amerikanistik, American Studies
Schlagworte
Film, USA, Medien, Rassismus, Weißsein, Kultur, Kollektive Identität, 2000er Jahre, Medienkultur, Amerika, Amerikanistik, Cultural Studies, Kulturwissenschaft

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