Eingeschlossene Räume

Das Motiv der Box im Film

Von Georges Méliès über Alfred Hitchcock bis hin zu David Lynch – das Motiv der Box taucht in der Filmgeschichte immer wieder auf. Dabei konfrontiert es die BetrachterInnen mit einem medialen Paradox: Die Box ist sichtbar und umschließt zugleich einen Raum, der verborgen bleibt. Als Motiv birgt jede Box eine eigene Geschichte, die sich im Laufe des Films entfaltet. Damit ermöglicht sie eine kritische Perspektive auf das, was scheinbar selbsterklärend vor unseren Augen liegt. Ausgehend von konkreten Filmanalysen untersucht Nepomuk Zettl räumliche Einschlüsse im Film auf ihre narrativen, ästhetischen und epistemologischen Dimensionen und legt damit die erste Studie zu diesem omnipräsenten, aber bislang übersehenen Motiv vor.

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24. Juni 2020, 330 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4895-9

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Nepomuk Zettl

Nepomuk Zettl, Universität Zürich, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Filme prägen unsere Wahrnehmung, sie beeinflussen, wie wir denken. Besonders interessant wird es, wenn wir etwas sehen, dessen Bedeutung wir nicht unmittelbar erfassen: z. B. eine geschlossene Türe oder ein versiegeltes Paket. Obwohl Boxen, Schachteln und Kisten in zahlreichen Filmen eine Schlüsselrolle einnehmen, wurden sie bislang weitgehend übersehen. Mir war es ein Anliegen, erstmals herauszuarbeiten, welche Zusammenhänge über diese Motive gestiftet werden, und ihre Auswirkungen auf unser Verständnis von Raum, Zeit, Erinnerung und Klang zu untersuchen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Box ist sichtbar, verbirgt aber zugleich einen (Innen-)Raum, der für die Betrachter_innen zunächst unsichtbar bleibt. In diesem Paradox liegt ein großes Potenzial für den Film, in dem ein Objekt nicht nur Repräsentation eines Gegenstands ist. Vielmehr sind solche räumlichen Einschlüsse Ideenträger, sie wirken sich auf Figuren und Handlungen aus, kehren in unterschiedlichen Kontexten wieder und entwickeln sich so zum Motiv. Sie dienen dabei nicht zuletzt als Denkfigur für eine Reflexion über den Film als raum-zeitliches Medium.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ich begreife es als Beitrag zu einer kritischen Motivforschung: Das Motiv wird hier nicht länger als unveränderliches, sich wiederholendes Element verstanden. In der Analyse spezifischer Filme werden vielmehr die Kontexte und Variationen der Wiederholung des Motivs berücksichtigt, die jeweilige Entwicklung in Werk und Motivgeschichte. Es ist damit auch ein Plädoyer für eine kritische Hinterfragung vermeintlich kohärenter Sinnzusammenhänge und für das subversive Potenzial von Filmen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Mark Z. Danielewski, dessen vielschichtiger Roman ›House of Leaves‹ gewissermaßen den Ausgangspunkt für meine Faszination für eingeschlossene Räume darstellte. Auch ein Gespräch mit Joseph Cornell und Susan Sontag, der Cornell eine Arbeit widmete, stelle ich mir äußerst spannend vor. Darüber hinaus freue ich mich über den interdisziplinären Austausch mit Forschenden, KünstlerInnen und jeder Person, die sich die Zeit nimmt, sich mit den in diesem Buch formulierten Überlegungen auseinanderzusetzen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Untersuchung zu den epistemologischen, narrativen und ästhetischen Dimensionen der Inszenierung eingeschlossener Räume im Film, ausgehend vom Motiv der Box.

Autor_in(nen)
Nepomuk Zettl
Buchtitel
Eingeschlossene Räume Das Motiv der Box im Film
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
330
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 42 SW-Abbildungen, 64 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4895-9
DOI
10.14361/9783839448953
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA
BISAC-Code
SOC052000 PER004030
THEMA-Code
JBCT ATF
Erscheinungsdatum
24. Juni 2020
Auflage
1
Themen
Film
Adressaten
Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kunst- und Bildwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie, Sound Studies sowie Filmschaffende
Schlagworte
Film, Motiv, Epistemologie, Box, Raum, Schachtel, Kiste, Narratologie, Georges Méliès, Alfred Hitchcock, David Lynch, Inszenierung, Kino, Filmgeschichte, Medienwissenschaft

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