Mehrsprachigkeit in der Frühpädagogik

Subjektive Theorien von Eltern und Kitafachkräften vor dem Hintergrund migrationsgesellschaftlicher Ordnungen

Mehrsprachigkeit gehört heute unbestreitbar zum Alltag in der Frühpädagogik. Dennoch ist Sprachbildung, die als Voraussetzung für Bildungserfolg gilt, häufig auf die Förderung schulreifer Deutschkenntnisse beschränkt. Über die Tiefendimensionen von Mehrsprachigkeit – gerade aus Sicht der Eltern – ist indes wenig bekannt. Janne Braband rekonstruiert die subjektiven Theorien von Eltern und Kitafachkräften über mehrsprachiges Aufwachsen in einem qualitativen Forschungsdesign. Die Ergebnisse beleuchten u.a. die Wirkmächtigkeit migrationsgesellschaftlicher Ordnungen und geben Anhaltspunkte für einen Umgang mit sprachlicher Vielfalt jenseits einer Defizitperspektive.

44,99 € *

2019-09-11, 340 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4900-0

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Janne Braband

Janne Braband, Universität Hamburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Bundesweit wachsen bis zu 50 % aller Kinder mehrsprachig auf. Obwohl Mehrsprachigkeit damit zur lebensweltlichen Normalität sehr vieler Familien gehört, wird sie häufig als Sonder- oder Problemfall betrachtet. Angesichts der großen Verbreitung ist es erstaunlich, wie wenig bekannt ist über die Hintergründe mehrsprachigen Aufwachsens. So sind die Ziele und Wünsche von Eltern bisher ebenso wenig erforscht wie die Orientierungen, von denen sich Kitafachkräfte bei der Arbeit mit mehrsprachigen Kindern leiten lassen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch ermöglicht einen ressourcenorientierten Blick auf Mehrsprachigkeit und zeigt aus der Sicht von Eltern und Kitafachkräften, wie mehrsprachiges Aufwachsen gestaltet wird und mit welchen Vorstellungen – z.B. über Identität und Zugehörigkeit – es verbunden ist. Zudem eröffnet die Studie eine migrationsgesellschaftliche Perspektive, in deren Zentrum nicht ›die Mehrsprachigen‹ stehen, sondern unsere Gesellschaft mit ihren dominanten Differenz- und Zugehörigkeitsordnungen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mehrsprachiges Aufwachsen wird nach wir vor häufig als Bildungsrisiko betrachtet und mit Sprachbildung ist meistens die Förderung des Deutschen gemeint. Die Thematisierung der Perspektive von Eltern und Kitafachkräften regt eine kritische Reflexion eines solchen monolingualen Normalitätsverständnisses an. Dabei wirft ein ressourcenorientierter und machtanalytischer Blick auf Mehrsprachigkeit die Frage auf, ob bestehende (Sprachen-)Ordnungen Integration und Bildungserfolg nicht eher erschweren als fördern.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die Einfluss auf die Gestaltung von sprachlicher Bildung und den Umgang mit Mehrsprachigkeit in Frühpädagogik und Schule haben, also mit Eltern, Kitafachkräften, Lehrkräften, Fachberatungen, Bildungspolitiker*innen etc. Und natürlich auch mit Kolleg*innen aus der Wissenschaft, um Forschungsdebatten über Mehrsprachigkeit in der Migrationsgesellschaft weiterzuführen und weitere Forschung zu betreiben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch beleuchtet sowohl die subjektive als auch die gesellschaftliche Dimension mehrsprachigen Aufwachsens und zeigt, dass es dabei um viel mehr geht als um das Erlernen mehrerer Sprachen.

Autor_in(nen)
Janne Braband
Buchtitel
Mehrsprachigkeit in der Frühpädagogik Subjektive Theorien von Eltern und Kitafachkräften vor dem Hintergrund migrationsgesellschaftlicher Ordnungen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
340
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 10 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4900-0
DOI
Warengruppe
1572
BIC-Code
JNA JFFN
BISAC-Code
EDU036000 SOC007000 SOC026000 EDU040000
THEMA-Code
JNA JBFH
Erscheinungsdatum
2019-09-11
Auflage
1
Themen
Migration, Sprache, Bildung
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Pädagogik der Frühen Kindheit, Interkulturelle Erziehungswissenschaft, Migrationspädagogik sowie Praktiker_innen in den Bereichen Sprachliche Bildung und Erziehung in der Kita
Schlagworte
Mehrsprachigkeit, Pädagogik der Frühen Kindheit, Sprachliche Bildung, Kooperation mit Eltern, Migrationspädagogik, Bildung, Migration, Sprache, Bildungsforschung, Bildungssoziologie, Sprachwissenschaft, Pädagogik

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