Die Regierung der Elternzeit

Elternwerden im Kontext von Gouvernementalität und Biopolitik

Mehr Kinder, mehr Arbeit, mehr Wirtschaftswachstum? Die Novellierung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes 2007 gilt als wichtige familienpolitische Zäsur: Mehr Erwerbsanreize, eine verkürzte Bezugsdauer des Elterngeldes und »Partnermonate« stellten wichtige Veränderungen dar. Mit den Familienberichten der Bundesregierung und Interviewmaterial einer Studie zu Vätern in Elternzeit fragt Benjamin Neumann mit geschlechtertheoretisch-gouvernementalem Blick nach Verschiebungen familienpolitischer Rationalität und damit verbundenen Subjektivationsprozessen. Dabei wird deutlich, wie Vereinbarkeitsdiskurse bis in die elterlichen Selbstverhältnisse hineinreichen.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Danksagung

    Seiten 7 - 8
  4. 1 Elternschaft im Fokus von Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft

    1.1 Von ›neuen Vätern‹ zu umkämpfter Elternschaft

    Seiten 9 - 17
  5. 1.2 Väter und Elternzeit – Zwischen Re- und Detraditionalisierung

    Seiten 17 - 26
  6. 1.3 Fragestellung und Aufbau der Arbeit

    Seiten 26 - 30
  7. 2 Elternsubjekte im Spannungsfeld von Staat und Ökonomie

    Einleitung

    Seiten 31 - 32
  8. 2.1 Staat, Ökonomie und Körper im Kontext Elternzeit

    Seiten 32 - 67
  9. 2.2 Mutter, Vater, Elter – performative Subjektkategorien

    Seiten 67 - 87
  10. 2.3 Zwischenfazit

    Seiten 87 - 88
  11. 3 Method(olog)ische Konsequenzen

    3.1 Eine Frage des Wissens – Geschlecht als epistemisches Ding

    Seiten 89 - 108
  12. 3.2 Elternschaft als Dispositiv im Kontext der Elternzeit

    Seiten 108 - 118
  13. 3.3 Praktische Erwägungen und Umsetzung

    Seiten 118 - 142
  14. 3.4 Zwischenfazit

    Seite 142
  15. 4 Die Regierung der Elternzeit

    4.1 Eine Frage der Darstellung

    Seiten 143 - 146
  16. 4.2 Familiale Bezüge vom zweiten Familienbericht bis hin zum Bundeserziehungsgeldgesetz

    Seiten 146 - 181
  17. 4.3 Zum Diskurs der Naturalisierung von Mutterschaft

    Seiten 181 - 195
  18. 4.4 Die Einführung des Erziehungsgeldes 1986

    Seiten 195 - 207
  19. 4.5 Zur Ökonomisierung von Elternschaft im Kontext von Humanvermögen

    Seiten 207 - 241
  20. 4.6 Eltern im Spannungsfeld ›nachhaltiger‹ Familien- und Arbeitsmarktpolitik

    Seiten 241 - 271
  21. 4.7 Die Novellierung des BEEGs als Instrument aktivierender Familien(zeit)politik

    Seiten 271 - 308
  22. 5 Fazit und Ausblick

    5.1 Zusammenfassendes Fazit

    Seiten 309 - 317
  23. 5.2 Ein Ausblick

    Seiten 317 - 322
  24. Literaturverzeichnis

    Seiten 323 - 364
Mehr
49,99 € *

2019-10-30, 364 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4912-3

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Benjamin Neumann

Benjamin Neumann, Technische Universität Dortmund, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Elternzeit und Elterngeld sind nicht nur wichtige staatspolitische Steuerungsinstrumente, sondern für viele Eltern ein entscheidender Bezugspunkt im Rahmen ihrer Familiengründungsphase. Welche politischen Rationalitäten in die gesetzlichen Novellierungen eingeflossen sind und wie sich diese über die Zeit verschoben haben, stellt in Verbindung mit der Frage, wie sich diese Rahmungen in vergeschlechtlichte Subjektivitäten übersetzen, einen bisher kaum bearbeiteten Gegenstandsbereich dar, in welchem die Wirkmächtigkeit dieser Steuerungselemente ebenso deutlich wird wie der Handlungsspielräume jener Subjekte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die geschlechtertheoretisch angereicherte Gouvernementalitätsperspektive erwies sich als hilfreiches Mikro-Makro-Scharnier um einerseits die staatspolitischen Bezüge rund um das BEEG und andererseits die Subjektivierungsweisen in Bezug auf Elternschaft und Geschlecht in ihrer Relationalität in den Blick zu nehmen. Zudem sensibilisiert die performativitätstheoretisch-dekonstruktive Subjektperspektive wesentlich die heteronormativitäts- und dualismuskritische Auseinandersetzung mit dem zugrunde liegenden empirischen Material.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Arbeit ermöglicht in den Debatten um das BEEG durch den Nexus von Mikro und Makro insofern Impulse, als sie diese häufig parallel laufenden Forschungsstränge nicht nur miteinander ins Gespräch bringt, sondern auch in theoretisch-empirischer Weise miteinander verschränkt. Sie erweitert darüber hinaus die Forschungen zu Gouvernementalität und Geschlecht und zeigt zudem Möglichkeiten performativitätstheoretischer empirischer Forschung auf.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen wissenschaftlich- wie politisch interessierten Personen, die Spaß und Interesse an trans- und interdisziplinärem Austausch haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Studie zu Elternzeit, die Prozessen familialer Ökonomisierung wie geschlechtlicher Naturalisierung kritisch begegnet und andere Bezüge auf Elternschaft und Geschlecht zu zeigen versucht.

Autor_in(nen)
Benjamin Neumann
Buchtitel
Die Regierung der Elternzeit Elternwerden im Kontext von Gouvernementalität und Biopolitik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
364
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-4912-3
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHBK JKS
BISAC-Code
SOC026010 POL029000
THEMA-Code
JHBK JKS
Erscheinungsdatum
2019-10-30
Auflage
1
Themen
Sozialität, Biopolitik, Familie
Adressaten
Soziologie, Sozialwissenschaft, Gender Studies, Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft
Schlagworte
Elternzeit, Eltern, Elterngeld, Geschlecht, Gouvernementalität, Familie, Familienbild, Familienpolitik, Selbstverhältnis, Biopolitik, Deutschland, Sozialität, Familiensoziologie, Sozialpolitik, Soziologische Theorie, Soziologie

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