Das Humboldt Lab

Museumsexperimente zwischen postkolonialer Revision und szenografischer Wende

Das Humboldt Lab Dahlem (2012-2015) gilt als die »Probebühne« des Berliner Humboldt Forums. Transdisziplinäre Teams entwickelten hier innovative Präsentations- und Vermittlungsmodelle für ethnografische Sammlungen. Zeitgleich begann ein großer Szenografie-Dienstleister mit der Gestaltung der Museumsflächen nach dem Muster erlebnisorientierter Themenparks. Daraus erwachsen Fragen zur mehrdeutigen Rolle des Lab im Gestaltungsprozess des Humboldt Forums und der Einbeziehung zeitgenössischer Künstler als »Agents of Change«. Johanna Di Blasi beleuchtet Folgen der wenig beachteten Tatsache, dass kolonial geprägte Museen und ihre wissenschaftlichen Kuratoren von zwei Seiten unter Druck geraten sind: durch die Notwendigkeit postkolonialer Revisionen und durch den Machtzuwachs der Szenografie- und Marketingdomäne.

34,99 € *

2019-10-31, 292 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4920-8

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Johanna Di Blasi

Johanna Di Blasi, Kunsthistorikern und Kulturjournalistin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Am Beginn stand das Interesse, wie zeitgenössische Künstler mit den in Teilen erheblichen kolonialen Belastungen der ethnologischen Sammlung umgehen, die im Berliner Humboldt Forum einen neuen Rahmen erhalten. Im Humboldt Lab (2012-2015) wurden genau an der Schnittstelle von zeitgenössischer Ethnologie und Kunst Museumsexperimente durchgeführt. Es bot sich an, das Lab und den rahmenden Diskurs genauer zu untersuchen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es geht um Potenziale, aber auch Grenzen künstlerischer Zugangsweisen. Hierbei werden auch die in Mode gekommenen Kooperationen mit Künstlern aus sogenannten ›Source Communities‹ unter die Lupe genommen. Das Humboldt Lab leistete Pionierarbeit im Bereich von ›Shared Heritage‹, ein Begriff, der im Lab aber noch keine Rolle spielte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu? Es wird in zweierlei Hinsicht wissenschaftliches Neuland erschlossen: Zum einen, indem die Rolle eines Kultur-Lab oder auch des Prinzips Labor bei der Reformierung einer staatlichen Museumseinrichtung untersucht wird. Hier spielt das Motiv der Flexibilisierung und des Aufbrechens von Strukturen eine Rolle. Es geht also um Change Prozesse. Und dann handelt es sich um die erste monografische Untersuchung des Humboldt Lab als einem beispielhaften Versuch, im Verein mit der Szenografiedomäne die Institution Museum quasi neu zu erfinden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich möchte mit der Kuratorin Tanja-Bianca Schmidt diskutieren und mit der Künstlerin Joulia Strauss, deren Avtonomi Akadimia in Athen Kunst und Wissenschaft verbindet. Auch für den Kurator und Leiter des Kunstraums SAVVY Contemporary in Berlin, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, ist auf jeden Fall ein Exemplar reserviert. Das Center for Advanced Studies der LMU München hat mir bereits im August 2019 Gelegenheit gegeben, das Buch vorzustellen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine kritische Untersuchung des Humboldt Lab, die gleichzeitig Aufschlüsse gibt über die entscheidende Planungsphase des nationalen Großprojekts Humboldt Forum.

Autor_in(nen)
Johanna Di Blasi
Buchtitel
Das Humboldt Lab Museumsexperimente zwischen postkolonialer Revision und szenografischer Wende
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
292
Ausstattung
kart., Klebebindung, 16 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4920-8
DOI
Warengruppe
1786
BIC-Code
GM KJM HBTR
BISAC-Code
BUS100000 ART043000 POL045000
THEMA-Code
GLZ KJM NHTR
Erscheinungsdatum
2019-10-31
Auflage
1
Themen
Kunst, Museum, Kulturmanagement
Adressaten
Museum Studies, Kunstgeschichte, Cultural Studies, Postcolonial Studies, Ethnologie, Sozial- und Kulturanthropologie, Organisationswissenschaft
Schlagworte
Museologie, Kunstgeschichte, Postkolonialismus, Szenografie, Change Management, Gegenwartskunst, Museum, Kunst, Museumsmanagement, Kunstmanagement, Ethnologie

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