Koloniales Erbe in Museen

Kritische Weißseinsforschung in der praktischen Museumsarbeit

Mit dem Koalitionsvertrag von 2018 wurde das koloniale Erbe als Teil der deutschen Geschichte anerkannt. In einem Europa, in dem Nachfahren einstiger Kolonialmächte zusammen mit Menschen aus ehemals kolonisierten Ländern leben, gibt es sehr verschiedene Blicke in die Vergangenheit – geeint jedoch im Wunsch nach gesellschaftlichen Grundwerten in der Gegenwart. Daraus ergeben sich zentrale Fragen für die postkoloniale Museologie: Wie geht man mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten um? Welche Erinnerungspolitik soll vertreten und wie kann struktureller Rassismus abgebaut werden?

Anna Greve führt zur Beantwortung dieser Fragen erstmals die Kritische Weißseinsforschung mit ihren Begriffen und Methoden in die praktische Museumsarbeit ein.

24,99 € *

2019-10-27, ca. 266 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4931-4

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Oktober 2019

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

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Anna Greve

Anna Greve, Universität Bremen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil es aktuell ein Thema von weltweiter Brisanz ist. Die Vergangenheit holt uns ein: Menschen aus ehemals kolonialisierten Ländern reklamieren die Werte der Aufklärung für sich. Sie wollen mitbestimmen, wie mit dem kolonialen Erbe umgegangen wird, wie der Vergangenheit gedacht und wie struktureller Rassismus in der Gegenwart abgebaut werden kann. Dies betrifft auch das Museumswesen. Hier ist neues Denken und Handeln gefordert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch gibt Denkanstöße, erklärt Methoden und zeigt an konkreten Beispielen, wie das koloniale Erbe in Museen thematisiert werden kann. Ziel ist es, vor allem weiße Menschen im Museum neugierig auf Schwarze Geschichte und Standpunkte zu machen. Europäische Kunst und Kultur steht gemeinhin für gesellschaftliche Freiheit und ist sogleich häufig Ausdruck von ungleichen Machtverhältnissen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Derzeit wird international um den Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten gerungen. Im Vordergrund stehen technische und finanzielle Fragen zu Rückgaben an und Kulturkooperationen mit Herkunftsstaaten/Herkunftsgesellschaften. Von zentraler Bedeutung ist allerdings auch das europäische Selbstverständnis: Es geht um die Abgabe von Deutungshoheit. Mein Buch rückt diesen Aspekt ins Zentrum.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Vertreter_innen der AfD. Ich habe mich viel mit linken Positionen in dem Diskussionsfeld auseinandergesetzt. Ich habe versucht so zu schreiben, dass das Thema ›Umgang mit dem kolonialen Erbe‹ auch als gesellschaftliche Grundsatzfrage verstanden werden kann.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Analyse des kolonialen Erbes in Museen zeigt alte und neu Mechanismen der Kulturdefinition und gesellschaftlicher Machtausübung auf.

Autor_in(nen)
Anna Greve
Buchtitel
Koloniales Erbe in Museen Kritische Weißseinsforschung in der praktischen Museumsarbeit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 266
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 23 SW-Abbildungen, 4 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4931-4
Warengruppe
1581
BIC-Code
GM HBTR HBLW3
BISAC-Code
ART059000 POL045000 HIS037070
THEMA-Code
GLZ NHTR
Erscheinungsdatum
2019-10-27
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Museum
Adressaten
Kunst- und Kulturwissenschaften, Museologie, Postcolonial Studies sowie Kurator_innen und Kulturpolitiker_innen
Schlagworte
Koloniales Erbe, Kritische Weißseinsforschung, Museum, Partizipation, Deutschland, Kulturpolitik, Erinnerungskultur, Postkolonialismus, Erinnerungspolitik, Rassismus, Sammlung, Praktische Museumsarbeit, Museumswissenschaft, Zeitgeschichte

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