Depression im Spitzensport

Psychisches Leiden als Kommunikationsthema

Depressionen im Spitzensport sind seit den Suiziden bekannter Athleten und Athletinnen ein Dauerthema im öffentlichen Diskurs. Der Leidensdruck betroffener Akteure ergibt sich dabei nicht allein aus innerpsychischen Vorgängen, sondern hängt auch von der Art und Weise ab, wie über Depressionen kommuniziert wird. Schließlich beobachten die Leidenden ihre Situation vor allem anhand sprachlicher Konstruktionen, die gesellschaftlich verfügbar sind. Felix Kühnle klärt über die sozialen Bedingungen auf, die die Kommunikation über Depressionen im Spitzensport antreiben und das Schicksal der Betroffenen wesentlich beeinflussen.

39,99 € *

2019-07-30, 318 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4934-9
Dateigröße: 2.66 MB

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Felix Kühnle

Felix Kühnle, Universität Göttingen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Im gesellschaftlichen Diskurs werden Selbstzweifel, Erschöpfungszustände, Zukunftsängste, Lebenskrisen und Selbsttötungsgedanken von Personen immer häufiger auf den Begriff einer ›Depression‹ gebracht. In Form von Selbst- und Fremdbeschreibungen tauchen auch Depressionen im Spitzensport bereits vielfach als Kommunikationsthema auf. Eine Analyse des multitonalen Redens über das Phänomen stand bislang noch aus.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Athletinnen und Athleten, die als depressiv klassifiziert werden oder sich eine Depression zuschreiben, finden in der Introspektion weder ihr authentisches Selbst noch die wahren Ursachen für ihr Leiden. Vielmehr beobachten sie ihre Situation anhand sprachlicher Konstruktionen und narrativer Muster, die in der Kommunikation verfügbar sind. Mein Buch klärt erstmalig den gesellschaftlichen Diskurs über die Depression im Spitzensport ab, von dem das soziale Schicksal Betroffener maßgeblich abhängt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Wissenschaft nimmt Depressionen im Spitzensport erst allmählich in den Kanon ihrer Forschungsthemen auf, bahnt sich allem Anschein nach allerdings den Weg zu einer Konjunktur seiner Bearbeitung. In den letzten Jahren haben vor allem Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater ein Domänenmonopol über die Forschung zum Gegenstand aufgebaut. Die Stimme der Soziologie war in diesem Zusammenhang kaum zu hören.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Sebastian Deisler, der sich seit Veröffentlichung seiner Autobiografie kaum mehr zum Thema geäußert hat. Vor allem würde ich gerne mit ihm darüber sprechen, wie er selbst die öffentliche Konstruktion seines Falles erlebt hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:

In meinem Buch analysiere ich die gesellschaftliche Konstruktion der Depression im Spitzensport und ihre Folgen für die betroffenen Athletinnen und Athleten.

Autor_in(nen)
Felix Kühnle
Buchtitel
Depression im Spitzensport Psychisches Leiden als Kommunikationsthema
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
318
ISBN
978-3-8394-4934-9
DOI
Warengruppe
1691
BIC-Code
JHBS
BISAC-Code
SPO066000
THEMA-Code
JHBS
Erscheinungsdatum
2019-07-30
Themen
Mensch, Körper, Medizin
Adressaten
Soziologie, Sportwissenschaft, Psychologie, Psychotherapie
Schlagworte
Depression, Spitzensport, Systemtheorie, Kommunikation, Diskursanalyse, Volkskrankheit, Sportwissenschaft

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