Wie Stories zu History werden

Zur Authentizität von Zeitgeschichte im Spielfilm

Denken wir an Ereignisse der Zeitgeschichte, dann tauchen vor unserem geistigen Auge Bilder auf, die aus Spielfilmen stammen. Dass es sich dabei um Fiktionen handelt, die erzählerische Freiheiten genießen und doch zugleich Geschichte erzählen, stellt ihre Zuschauer_innen vor die entscheidende Frage: Handelt es sich um authentische Darstellungen der Geschichte?

Björn Bergold untersucht mit seiner Studie erstmals, wie jugendliche Zuschauer_innen diese Frage am Beispiel des TV-Zweiteilers »Der Turm« für sich beantworten und wie dieser Prozess der Authentifizierung charakterisiert werden kann. Seine Ergebnisse gewähren einen Einblick, wie historische Film-Stories vom Publikum gesehen werden und wie Jugendliche sich medial vermittelt Geschichte aneignen.

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2019-10-04, 452 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4935-2

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Björn Bergold

Björn Bergold, Erfurt, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Geschichte ist in unserer medialen Gesellschaft ein allgegenwärtiges Thema. Dass Filme wie ›Der Turm‹, ein TV-Zweiteiler über die Menschen in der DDR der Achtzigerjahre, Fiktionen erzählen und zugleich Geschichte darstellen wollen, stellt die Zuschauer*innen vor Herausforderungen: Sie müssen für sich selbst entscheiden, was sie für authentisch halten. Für den Umgang mit Geschichte im Spielfilm erachte ich das als die zentrale Frage, die auch die gesellschaftlichen Debatten über historische TV-Events prägt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Über Filme zu historischen Themen wurde schon viel geschrieben, über deren Zuschauer*innen wissen wir hingegen nur wenig. Dabei lässt sich von den Filmen nicht direkt auf die Zuschauer*innen schließen und das, was sie aus diesen audiovisuellen Erzählungen für sich ›herausziehen‹. Vielmehr sehen sie die Filme höchst individuell vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Lebenswelt. Meine Ergebnisse zeigen deutlich, dass ihr Umgang mit historischen Spielfilmen vielfältiger ist, als auch ich selbst erwartet hätte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gerade das Schlagwort der ›Authentizität‹ wird derzeit in sehr unterschiedlichen Disziplinen verhandelt, nicht nur innerhalb der Geschichtswissenschaft. Das führt zu einer enormen Komplexität des Begriffes, weswegen ich ihn für mein Thema zu systematisieren versuche. Durchgängig wird betont, dass Authentizität das Ergebnis einer Zuschreibung ist – durch die Zuschauer*innen historischer Spielfilme, die das Gesehene für authentisch halten können. Dem trage ich in meiner Studie Rechnung, indem ich sie und ihren Umgang mit dem, was sie sehen, ins Zentrum rücke.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Interessant fände ich, mit Zeitzeug*innen der DDR-Geschichte über meine Ergebnisse zu sprechen. Die Jugendlichen in meinen Interviews haben keine eigenen Erinnerungen an die DDR. Allerdings haben sie mir vielfach von ihren Gesprächen mit Zeitzeug*innen berichtet, etwa Familienmitgliedern. Für sie scheint die Frage, wie authentisch das Gesehene ist, mindestens ebenso relevant wie für die Jugendlichen zu sein. Zudem würde ich mich gern mit den Produzent*innen historischer Spielfilme austauschen – ich glaube, dass sie überrascht wären, wie vielfältig die Zuschauer*innen mit ihren Filmen umgehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Spielfilm-Stories werden erst durch ihre Zuschauer*innen auf der Grundlage individueller Erfahrungen zu authentischer Geschichte gemacht.

»Die Studie hat nicht nur für die Geschichtswissenschaft eine erhebliche Bedeutung, sie ist auch für die Medienwissenschaft gewinnbringend.«
Hans Helmut Prinzler, www.hhprinzler.de, 03.12.2019
Autor_in(nen)
Björn Bergold
Buchtitel
Wie Stories zu History werden Zur Authentizität von Zeitgeschichte im Spielfilm
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
452
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 2 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4935-2
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFC JFD APFA
BISAC-Code
HIS054000 SOC022000 SOC052000 PER004030
THEMA-Code
NHTB JBCC JBCT ATF
Erscheinungsdatum
2019-10-04
Auflage
1
Themen
Film, Erinnerungskultur, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Geschichtsdidaktik, Public History, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Filmwissenschaft, Sozialwissenschaft
Schlagworte
Geschichte, Spielfilm, Medien, Aneignung, Empirische Rezeptionsforschung, Authentizität, Jugend, Zeitgeschichte, Geschichtsvermittlung, Narratologie, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur, Film, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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