Die andere Seite der Intervention

Eine serbische Erfahrungsgeschichte der NATO-Bombardierung 1999

20 Jahre nach den NATO-Luftangriffen auf Serbien im Rahmen des Kosovokrieges eröffnet Elisa Satjukow den Blick auf die »andere Seite« dieser Intervention. Anhand bisher unerschlossener Dokumente fragt sie nach den Erfahrungen, Emotionen und Erinnerungen der serbischen Gesellschaft unter den Bedingungen von Bomben und Ausnahmezustand im Frühjahr 1999. Dabei zeigt sie, dass die NATO-Intervention nicht nur eine Schlüsselerfahrung der Miloševic-Ära darstellt: Bis heute bildet der völkerrechtswidrige Einsatz einen umkämpften Erinnerungsort für Serbien, das zwischen Russland und Europa, zwischen Opfertum und Heroismus, zwischen Nationalismus und Demokratie seinen Weg sucht.

35,00 € *

12. November 2020, 306 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4939-0

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Elisa Satjukow

Elisa Satjukow, Universität Leipzig, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Erfahrungsgeschichtlich und erinnerungskulturell fällt der NATO-Bombardierung Serbiens eine zentrale Bedeutung zu. Die Luftangriffe der westlichen Militärallianz waren der einzige Krieg im eigenen Land im Laufe des jugoslawischen Zerfallsprozesses. Sie hinterließen nicht nur in den Dörfern und Städten des Landes sichtbare Spuren, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Die Intervention veränderte nicht zuletzt die Art und Weise, wie in Serbien gen Europa und die Welt geblickt wurde und wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es eröffnet den Blick auf ›die andere Seite der Intervention‹ und gibt durch die Analyse von Ego-Dokumenten Aufschluss über die Erfahrung der NATO-Bombardierung 1999 ›von unten‹, also aus der Perspektive der nicht-kombattanten serbischen Bevölkerung. Damit ergänzt es nicht nur die Geschichte der Jugoslawienkriege um eine zentrale Erfahrungsdimension, sondern gibt darüber hinaus auch Antworten auf die Frage nach den Wirkungen und Folgen humanitärer Interventionen für die lokalen Bevölkerungen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Meine Arbeit ergänzt die bis heute stark völkerrechtlich und politikwissenschaftlich geprägten Debatten rund um die NATO-Bombardierung 1999, um die erfahrungsgeschichtliche Dimension humanitärer Interventionen. Darüber hinaus trägt sie dazu bei das bis heute angespannte Verhältnis zwischen Serbien und Kosovo besser zu begreifen und innerhalb der Geschichte der jugoslawischen Zerfallskriege zu kontextualisieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Joschka Fischer.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Auf der einen Seite den NATO-Bomben, auf der anderen Seite Milosevic ausgesetzt, stellte die Intervention 1999 eine zutiefst ambivalente Erfahrung für die serbische Gesellschaft dar.

Besprochen in:
https://srcoutts.wordpress.com, 09.12.2020
Newsletter der Südosteuropa-Gesellschaft, 12 (2020)
www.profil.at, Franziska Tschinderle
Autor_in(nen)
Elisa Satjukow
Buchtitel
Die andere Seite der Intervention Eine serbische Erfahrungsgeschichte der NATO-Bombardierung 1999
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
306
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 17 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4939-0
DOI
10.14361/9783839449394
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB HBLW
BISAC-Code
HIS010000 HIS054000 HIS037070
THEMA-Code
NHD NHTB
Erscheinungsdatum
12. November 2020
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Recht, Gewalt, Europa
Adressaten
Geschichte, Zeitgeschichte, Kulturgeschichte, Emotionsgeschichte, Osteuropawissenschaft, Balkanstudien, Soziologie, Kulturwissenschaft, Europäische Anthropologie
Schlagworte
NATO-Bombardierung 1999, Humanitäre Intervention, Kosovokrieg, Serbien, Slobodan Milosevic, Europa, Zeitzeugen, Gewalt, Recht, Europäische Geschichte, Emotionsgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Konfliktforschung, Geschichtswissenschaft

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