Elternschaft als Arbeit

Familiales Care-Handeln für Kinder. Eine arbeitssoziologische Analyse

Eltern geraten oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit: Kinder zu versorgen ist harte Arbeit, die zunehmend unter ungenügenden sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen realisiert werden muss. Dennoch konzentrieren sich Wissenschaft und Politik in ihren Analysen immer noch auf die Erwerbsarbeit. Diese Studie ändert das: Wibke Derboven blickt unter arbeitssoziologischer Perspektive tief hinein in die Arbeit von Eltern verschiedenster gesellschaftlicher Bereiche. Ihre Ergebnisse zeigen ein gleichermaßen breites wie differenziertes Bild elterlicher Arbeitsweisen und machen deutlich: Eltern haben zum Teil höhere Anforderungen zu meistern als Erwerbsarbeitende der obersten Hierarchieebenen.

17,99 € *

2019-08-28, 180 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4941-7
Dateigröße: 1.41 MB

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Wibke Derboven

Wibke Derboven, Technische Universität Hamburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Kindern zu versorgen und zu erziehen, ist eine sehr herausfordernde Arbeit, die Eltern viel mentale Kraft abverlangt, unentgeltlich geleistet wird und zudem noch wenig sichtbar ist. Politik und Gesellschaft konzentrieren sich in ihren Worten und Taten immer noch einseitig auf Erwerbsarbeit und entsprechend sind die Rahmenbedingungen für Eltern vielfältig mangelhaft. Das Buch soll dazu beitragen, die notwendige gesellschaftspolitische Einsicht und auch Kraft zu entwickeln, angemessene Rahmenbedingungen auf den Weg zu bringen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dieses Buch setzt an der feministischen Tradition an, die Versorgung von Kindern als Arbeit zu deuten und setzt diese konsequent um. Elterliche Tätigkeiten werden auf der Basis von grundlegenden Dimensionen von Arbeit analysiert, wie sie im erweiterten Modell des Arbeitshandelns von Böhle beschrieben sind. Daraus ergibt sich ein neuer Erkenntnisraum mit spannenden Ergebnissen: Beispielsweise, dass Eltern anstrengende Kooperationsarbeit leisten, die bisher noch gar nicht gesehen wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es ist sehr gut, dass in aktuellen Forschungsdebatten Care-Arbeit eine zunehmende Rolle spielt. Care-Arbeit wird endlich sichtbarer und über die Verbesserung der Rahmenbedingungen wird vielfältig diskutiert, gekämpft und gestritten. Care-Arbeit findet erwerbsförmig statt, oder auch als unbezahlte Haus- und Sorgearbeit. Dieses Buch stärkt grundsätzlich Care-zentrierte Positionen und vertieft im Speziellen den Erkenntnisraum im Bereich der privaten Kinderversorgung. Die Schwere elterlicher Arbeit wird sichtbar, aber auch die Vielfalt ihrer Realisierung wird in einer Typologie des Care-Handelns von Eltern deutlich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Eltern. Schon die Nennung des Titels ›Elternschaft als Arbeit‹ löste bei Kinder versorgenden Kolleg*innen und Freund*innen einen befreienden ›Gut, dass das mal gesagt wird!‹-Kommentar aus. Und mit allen Menschen, die sich Gedanken darüber machen, wie wir zukünftig leben wollen. Häufig wird in neuen Gesellschaftsentwürfen vergessen, dass einige Menschen viel unbezahlte Arbeit leisten. Wenn dies nicht stärker berücksichtigt wird, dann wird eine neue Ungleichheit zementiert: die zwischen Menschen mit und ohne Sorgeverpflichtungen. Und das wäre fatal.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Elternschaft ist schwere Arbeit, die viel mentale Kraft braucht -

nebenbei und unter ungünstigen Rahmenbedingungen ist sie eigentlich nicht leistbar.

Autor_in(nen)
Wibke Derboven
Buchtitel
Elternschaft als Arbeit Familiales Care-Handeln für Kinder. Eine arbeitssoziologische Analyse
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
180
ISBN
978-3-8394-4941-7
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHBK JHBL JFSJ
BISAC-Code
SOC026010 SOC026000 SOC032000
THEMA-Code
JHBK JHBL JBSF
Erscheinungsdatum
2019-08-28
Themen
Familie, Geschlecht, Arbeit
Adressaten
Arbeitssoziologie, Familiensoziologie, Arbeitspsychologie, Gender Studies, Care Studies sowie Familien unterstützende Institutionen und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Eltern, Care-Arbeit, Reproduktionsarbeit, Care, Arbeit, Erziehung, Haushalt, Erwerbsarbeit, Familienpolitik, Geschlecht, Familie, Familiensoziologie, Arbeits- und Industriesoziologie, Gender Studies, Soziologie

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