Transdifferente Lehre

Über den didaktischen Umgang mit Heterogenität

In der transdifferenten Lehre wird die kulturell heterogene Situation des zeitgenössischen akademischen Lehrbetriebs nicht als Hemmnis, sondern als didaktischer Ausgangspunkt angesehen und aktiv genutzt. Transdifferente Lehre wird nicht als ein Transfer kanonisierten Wissens verstanden, sondern als eine Form der Wissensproduktion im Seminar, zu der alle Beteiligten beitragen: durch den Einsatz der erkannten eigenen Andersheit.

In das interdisziplinäre Konzept fließen Erkenntnisse aus den Bereichen der Hochschuldidaktik und der (interkulturellen) Literaturwissenschaft hinein. Antonina Balfanz schließt damit an die Differenzforschung an und schlägt vor, diese für den didaktischen Umgang mit Heterogenität in der akademischen Lehre zu nutzen.

34,99 € *

2019-12-03, 196 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4947-5

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer und gebunden in Deutschland. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Weiterempfehlen

Antonina Balfanz

Antonina Balfanz, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Eine Universität ist als Bildungseinrichtung auch ein Begegnungsort. Hier treffen Wissenschaftskulturen aufeinander, internationale Lehrende arbeiten mit Seminargruppen, in denen kaum zwei Studierende den gleichen kulturellen Hintergrund haben. Ihre Heterogenität ist einerseits ein Zeichen für die Offenheit des Universitätsbetriebs, andererseits produziert sie auch Spannungen; vor allem dann, wenn die Differenzen nicht thematisiert und nicht anerkannt werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich suche nach Wegen, die einen produktiven Umgang mit Heterogenität in der akademischen Lehre ermöglichen und schlage ein Modell der transdifferenten Lehre vor. Der Ausgangspunkt dafür ist das Erkennen und Anerkennen von Differenz. Die Anerkennung beschränkt sich nicht auf die deklarative Ebene, sondern wirkt sich auf die Methodik praktisch aus – durch Einbeziehung der als dynamische Phänomene verstandenen Differenzen in den Prozess der kollektiven Wissensvermittlung und Wissensproduktion.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Heterogenität oder Diversität gehören zu den neueren Forschungsfeldern der Kulturwissenschaften. In den aktuellen Debatten geht es vorrangig um Analysen dieser komplexen Phänomene. Ich gehe darüber hinaus und frage, wie akademische Lehrkräfte mit den erkannten und beschriebenen Phänomenen didaktisch arbeiten können. Das Modell der transdifferenten Lehre ist ein Vorschlag für einen produktiven Umgang mit Heterogenität, indem es auf individuelle Erfahrung als Erkenntniskategorie zurückgreift.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Studierenden und Lehrenden, die unterschiedliche Disziplinen vertreten. Ich würde gern erfahren, ob das Modell der transdifferenten Lehre z.B. auch in naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern anwendbar wäre. Ich würde es gern mit Lehrkräften an Schulen, mit Sporttrainer*innen und allen, die auf irgendeine Art und Weise mit kulturell heterogenen Gruppen arbeiten, diskutieren, um das Modell weiter zu entwickeln.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch gleicht einem Kaleidoskop – durch vielfache Spiegelungen lässt es Differenzen in der Lehre in immer neuen Zusammensetzungen betrachten.

Besprochen in:
InfoDienst Migration, 1 (2020)
Autor_in(nen)
Antonina Balfanz
Buchtitel
Transdifferente Lehre Über den didaktischen Umgang mit Heterogenität
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
196
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 1 Farbabbildung
ISBN
978-3-8376-4947-5
DOI
Warengruppe
1571
BIC-Code
JNA JFC JNMN
BISAC-Code
EDU040000 SOC022000 EDU036000
THEMA-Code
JNA JBCC JNM
Erscheinungsdatum
2019-12-03
Auflage
1
Themen
Bildung
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Hochschuldidaktik, Differenzforschung, Literaturwissenschaft
Schlagworte
Transdifferente Lehre, Denkkollektiv, Interkulturelle Literaturdidaktik, Interkulturalität, Wissensproduktion, Bildung, Bildungstheorie, Universität, Bildungsforschung, Pädagogik

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung