Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft

Jg. 6, Heft 2/2020

Die »Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft« ist ein Forum, das auf der Grundlage der Kulturwissenschaft eine Kollektivwissenschaft entwickeln möchte. Diese angestrebte neue Disziplin lenkt den Blick auf das Kollektiv als Kulturträger und dient damit zum einen der praktischen Kulturforschung und gewährt zum anderen neuartige Einblicke in das Wesen des Sozialen. Der weit gefasste Begriff des Kollektivs tritt an die Stelle der traditionellen Gruppen- und Gesellschaftskonzepte und macht bisher verborgene Schichten menschlicher Gemeinschaftlichkeit zugänglich.

Die Zeitschrift erscheint zweimal jährlich, wobei sich Themen- und Tagungshefte abwechseln.

Mit der digitalen Vernetzung korrespondiert die Hoffnung auf soziale Teilhabe. Während sich die unterschiedlichen Formen digitaler Kollektivität vielfach als Chance zum sozialen Aufstieg verfechten lassen, betonen Kritiker*innen die sozial wirksamen Reglementierungen, die u.a. von den Betreiber*innen von Internetplattformen ausgehen. Im Heft 6/2 wird die Diskrepanz dieser zwei Ansätze beschrieben, deren Implikationen auch die politischen Diskurse um Digitalisierung prägen. Im Mittelpunkt steht die konkrete Frage, wie sich Kollektive virtuell konstituieren und welchen Nutzen die Einzelnen aus ihnen letztlich ziehen können.

34,99 € *

27. Dezember 2020, ca. 200 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4964-2

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Dezember 2020

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer. Deutschsprachige Bücher = gebundener Ladenpreis, fremdsprachige Bücher = unverbindliche Preisempfehlung. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

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Jörg Scheffer

Jörg Scheffer, Universität Passau, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Digitalisierung zeigt vielfältige Auswirkungen auf die Gesellschaft. Hinsichtlich der neuen Chancen des Individuums geht die Bewertung digitaler Technologien weit auseinander: Während einerseits einer klaren Befähigung das Wort geredet wird, wird in der Digitalisierung andererseits ein Prozess von weitreichender Reglementierung gesehen. Das Buch verhandelt diese Diskrepanz im Zusammenhang mit den neuen Kollektiven und Vergesellschaftungsformen, die sich in der digitalen Sphäre zeigen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Formen der Kollektivbildung im Cyberspace (›Digitale Kollektivität‹) werden hinsichtlich ihrer besonderen Qualität kritisch analysiert und neue Formen der Vergesellschaftung herausgearbeitet. Zugleich wird die Transformation des ›Raumes‹ beschrieben, dem im Digitalen vollkommen andere Konditionen eingeschrieben sind, als dem vordigitalen Realraum.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Unter anderem nehmen mehrere Beiträge eine bislang noch unterrepräsentierte Perspektive ein, indem sie die Kollektivbildung weniger durch die Aktivitäten der Nutzer vollzogen sehen, sondern Kollektive vielmehr als außengesteuert durch die Segmentierungspraktiken der Datenökonomie begreifen. Hier schließt die Kollektivforschung unmittelbar an die aktuellen Überwachungs- und Datafizierungsdiskurse an.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit dem Europäischen Datenschutzbeauftragten, dem Chef einer Trollfabrik, dem Leiter der Marketingabteilung von Google und einem Heimatforscher.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Kollektivbildung ist im Digitalisierungszeitalter vollkommen neu zu interpretieren.

Autor_in(nen)
Jörg Scheffer (Hg.)
Buchtitel
Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft Jg. 6, Heft 2/2020
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 200
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-4964-2
Warengruppe
3510
BIC-Code
JFC JHBA
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
JBCC JHBA
Erscheinungsdatum
27. Dezember 2020
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Kultur
Adressaten
Soziologie, Medienwissenschaft, Bildungswissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Kollektiv, Digitalisierung, Soziale Teilhabe, Cyberspace, Soziale Medien, Gesellschaftliche Kohäsion, Netzwerk, Plattformen, Internet, Zugehörigkeit, Kultur, Gesellschaft, Kulturtheorie, Cultural Studies, Soziologische Theorie, Kulturanthropologie, Kulturwissenschaft, Zeitschrift

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