Bildspuren – Sprachspuren

Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie

Als weit verbreitete Kurznachrichtenträger, die um 1900 visuelle und sprachliche Elemente auf neue Weise integrierten, haben Postkarten ein noch kaum erschlossenes Potenzial zur Erforschung mehrsprachiger Kommunikationsräume. Die Beiträger*innen des Bandes nutzen die Vielschichtigkeit dieses Alltagsmediums, um Bild- und Sprachspuren aus der mehrsprachigen Habsburger Monarchie freizulegen. Wie haben Postkarten den öffentlichen Raum visuell und sprachlich mitgestaltet? Wie die Selbst- und Fremdbilder der dort lebenden Menschen geformt? Und was erzählen die konkreten Gebrauchsformen von Postkarten über Austausch und Sprachpraxis? Die Postkarte ermöglicht einen erhellenden Blick »von unten« auf mehrsprachige Gesellschaften.

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2020-07-30, 344 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4998-1
Dateigröße: 10.25 MB

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Karin Almasy

Karin Almasy, Universität Graz, Österreich

Heinrich Pfandl

Heinrich Pfandl, Universität Graz, Österreich

Eva Tropper

Eva Tropper, Museum Graz, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Bebilderte Postkarten wurden lange als Quellen für Geschichtswissenschaft, Visuelle Kultur und Sprachwissenschaft unterschätzt. Sie waren jedoch das Kommunikationsmedium des ausgehenden 19. Jahrhunderts und sind dies bis Ende des 20. Jahrhunderts geblieben, als sie von E-Mail, SMS und den späteren sozialen Medien verdrängt wurden. Mit ihnen eröffnet sich ein unkonventioneller Blick ›von unten‹ in historisch mehrsprachige Regionen der ehemaligen Habsburger Monarchie.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch unternimmt den Versuch, das Quellenmedium Postkarte aus verschiedenen Perspektiven durch die Untersuchung von Aufdrucktexten, individuellen Mitteilungen, visuellen Aspekten sowie nationalen und wirtschaftlichen Fragestellungen zu beleuchten. Insbesondere für historisch mehrsprachige Regionen der ehemaligen Habsburger Monarchie erweist sich die Postkarte als innovatives Quellenmedium für Alltags-, Sozial- und Sprachgeschichte breiter Bevölkerungsschichten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Band diskutiert anhand von Postkarten, wie Alltagskommunikation aussah, bevor sich ein Europa der strikt voneinander getrennten Nationalitäten herausbildete. Da die Textmitteilungen auf diesem schriftlichen Medium eine eher mündliche Sprachverwendung spiegeln, stellt die Beschäftigung mit ihnen eine Art schriftliche oral history dar und gibt Einblick in historisch mehrsprachige Regionen. Dieses Interesse an gelebter Mehrsprachigkeit prägt die Forschungslandschaft – etwa zur Habsburger Monarchie – derzeit stark.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit Sprachwissenschaftler_innen und Historiker_innen, welche dieses Medium in ihren bisherigen Forschungen zur späten Habsburger Monarchie, aus welchen Gründen auch immer, nicht berücksichtigt haben. Von ihnen ist auch sicher ein frischer Blick auf das von uns gesammelte, umfassend inventarisierte und auf der Online-Plattform Polos (https://gams.uni-graz.at/context:polos) allgemein zugängliche Material zu erwarten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Bild- und Sprachzeugnisse auf scheinbaren Trash-Objekten der Jahrhundertwende erlauben einen neuen Blick auf die letzten Jahre der untergegangenen Donaumonarchie.

Autor_in(nen)
Karin Almasy / Heinrich Pfandl / Eva Tropper (Hg.)
Buchtitel
Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
344
Ausstattung
108 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4998-1
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB CF ABA JFD
BISAC-Code
HIS054000 LAN009000 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
NHTB CF ABA JBCT
Erscheinungsdatum
2020-07-30
Themen
Bild, Kulturgeschichte, Sprache
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Linguistik, Ethnologie, Visual Culture Studies
Schlagworte
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus, Marburg, Bürgertum, Slowenien, Tracht, Steiermark, Krain, Galizien, Kärnten, Nationalismus, Südtirol, 1. Weltkrieg, Kulturgeschichte, Sprache, Bild, Sprachwissenschaft, Bildwissenschaft, Europäische Geschichte, Geschichtswissenschaft

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