Literarästhetische Literalität

Literaturvermittlung im Spannungsfeld von Kompetenzorientierung und Bildungsideal

Das Konzept einer literarästhetischen Literalität kompensiert Defizite eines am Kompetenzparadigma ausgerichteten Literaturunterrichts. Es ist unter Rekurs auf allgemeindidaktische »Multiliteracies«-Modelle aus dem angloamerikanischen Sprachraum ausgearbeitet und zielt darauf, Schüler_innen eine umfassende kulturelle Partizipation an Formen und Funktionen literarischer Sprache zu ermöglichen – was Kompetenzen im Sinne Franz Weinerts einschließt, zugleich aber hierüber hinausgeht. Eine solche Form literarischer Literalität bildet die Voraussetzung für genuin ästhetische Bildungsimpulse. Dem Modell kommt so eine Brücken- und Vermittlungsfunktion zwischen der Kompetenzorientierung und dem Bildungsanspruch der Schule zu.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 10
  3. Vorwort

    Seiten 11 - 12
  4. Einleitung

    Seiten 13 - 30
  5. 1. Problemaufriss: Lesekompetenz und Literaturunterricht

    1.1. Die kompetenzorientierte Wende

    Seiten 31 - 37
  6. 1.2. Das Modell allgemeiner Lesekompetenz und literarästhetisches Lesen

    Seiten 37 - 51
  7. 1.3. Exemplarische Analyse der PISA-Testaufgabe »Das Geschenk«

    Seiten 51 - 65
  8. 1.4. Output-Orientierung und »Systemmonitoring«

    Seiten 65 - 67
  9. 1.5. Exemplarische Analyse der VERA- 8-Testaufgabe »Der Königsmacher«

    Seiten 67 - 73
  10. 1.6. Bildungsstandards im Fach Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife

    Seiten 73 - 80
  11. 1.7. Exemplarische Analyse der Aufgabe »Poseidon«

    Seiten 80 - 90
  12. 2. Ästhetische Grundlagen

    2.1. Die Autonomie des Ästhetischen

    Seiten 91 - 93
  13. 2.2. Die Prozessualität des Ästhetischen

    Seiten 93 - 96
  14. 2.3. Mehrebenenmodell ästhetischer Rezeption

    Seiten 96 - 122
  15. 2.4. Ästhetische Erfahrung – ästhetisches Erfahren

    Seiten 122 - 132
  16. 3. Literarästhetische Spezifika

    3.1. Pragmatische vs. literarische Sprachverwendung

    Seiten 133 - 143
  17. 3.2. Kennzeichen literarischer Sprachverwendung und ihrer Rezeption

    Seiten 143 - 180
  18. 3.3. Zusammenführung: (Literar-)Ästhetische Kompetenz(en) – ein Widerspruch?!

    Seiten 180 - 194
  19. 4. Grundzüge eines Modells literarästhetischer Literalität

    4.1. Literacy-Konzepte als Brückenschlag

    Seiten 195 - 208
  20. 4.2. Literarästhetische Literalität I: Herleitung

    Seiten 208 - 215
  21. 4.3. Literarästhetische Literalität II: Ausrichtung

    Seiten 215 - 218
  22. 4.4. Literarästhetische Literalität III: Verortung

    Seiten 218 - 225
  23. 4.5. Literarästhetische Literalität IV: Konkretisierung

    Seiten 226 - 236
  24. 5. Didaktische Ziele und Vermittlungsformen literarästhetischer Literalität

    5.1. Perzeption: Erscheinen und Wahrnehmen

    Seiten 237 - 268
  25. 5.2. Vorstellungsbildung und Imagination

    Seiten 269 - 315
  26. 5.3. Begriffsgebundene Kognition

    Seiten 315 - 344
  27. Fazit

    Seiten 345 - 362
  28. Literaturverzeichnis

    Seiten 363 - 392
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50,00 € *

2020-02-27, 392 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5001-3

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Carlo Brune

Carlo Brune, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die sogenannte kompetenzorientierte Wende hat auch den Literaturunterricht maßgeblich verändert. Wie die übrigen Fächer unterliegt er der Outputorientierung und Standardisierung. Es bleibt aber die Frage, ob der diesen Umstellungen zugrundeliegende Kompetenzbegriff Weinerts sich eignet, um Kernbereiche ästhetischen Lernens abzudecken und das bildungsrelevante Potenzial von Literatur auszuschöpfen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Möchte man Schüler_innen einen Zugang zu Literatur als Kunst eröffnen, bedarf es eines Ansatzes, der zwar auch auf die Ausbildung von Fähigkeiten respektive Kompetenzen zielt, zugleich aber über den Kompetenzbegriff Weinerts hinausgeht. Ein solches kunstphilosophisch wie literaturtheoretisch fundiertes Konzept einer literarästhetischen Literalität wird in Anlehnung an ›Multiliteracies‹-Modelle aus dem angloamerikanischen Sprachraum entworfen und didaktisch konkretisiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Dem Modell einer literarästhetischen Literalität kommt eine Vermittlungsfunktion zwischen Kompetenzkritikern und -befürwortern im Diskurs um literarisches Lernen zu. Es integriert Kompetenzen im Sinne Weinerts, zugleich richtet es sich durch die Fokussierung auf Fähigkeiten in den Bereichen der Wahrnehmung und Vorstellung sowie einer nicht auf ›Problemlösung‹ abhebenden Kognition aber an der prozessorientierten Spezifik ästhetischer Rezeption aus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Schriftsteller_innen: lebenden (wie Juli Zeh, die sich in ihrer Frankfurter Poetikvorlesung kritisch mit dem Literaturunterricht auseinandersetzt) und verstorbenen (wie Franz Kafka, dessen Literatur für mein Modell maßgeblich ist). Mit Wissenschaftlern: lebenden (wie Christoph Menke, dessen »Ästhetik der Negativität‹ aufgegriffen wird) und verstorbenen (wie Roland Barthes, dessen Literaturbegriff prägend ist). Und nicht zuletzt mit Studierenden und Schüler_innen, um von ihren ganz eigenen Erfahrungen mit Literatur immer wieder neu zu hören.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Literaturunterricht ist mehr als Anleitung zu kognitiven Problemlösestrategien; literarische Texte drohen zu verkümmern, wenn Schüler_innen nicht hierüber hinausreichende Fähigkeiten vermittelt werden.

Autor_in(nen)
Carlo Brune
Buchtitel
Literarästhetische Literalität Literaturvermittlung im Spannungsfeld von Kompetenzorientierung und Bildungsideal
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5001-3
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JNA CF
BISAC-Code
LIT000000 EDU040000 LAN009000
THEMA-Code
DSB JNA CF
Erscheinungsdatum
2020-02-27
Auflage
1
Themen
Sprache, Bildung, Literatur
Adressaten
Literaturdidaktik, Literaturwissenschaft, Literaturtheorie, Philosophie, Germanistik, Bildungswissenschaft, Erziehungswissenschaft sowie Praktiker_innen in der Literaturvermittlung im Deutschunterricht
Schlagworte
Kompetenz, Kultur, Bildung, Ästhetik, Literarisches Lernen, Literalität, Multiliteracy, Partizipation, Literatur, Sprache, Llgemeine Literaturwissenschaft, Bildungstheorie, Sprachwissenschaft, Kulturelle Bildung, Literaturwissenschaft, Allgemeine Literaturwissenschaft

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