Das Indernet

Eine rassismuskritische Internet-Ethnografie

Im Jahr 2000 gründeten drei junge Männer das Internetportal »Indernet« – einen deutschsprachigen Raum von »Indern der zweiten Generation« für »Inder der zweiten Generation«. Aufbauend auf Material, das sie über 17 Jahre gesammelt hat, legt Urmila Goel in ihrer Ethnografie drei Mosaike dieses virtuellen Raums. Sie beschreibt, wie die unterschiedlichen Teile des Portals (Artikel, Forum, Gästebuch, etc.) genutzt wurden und zeichnet die Entwicklungsschritte des Community-Portals von seiner Gründung bis zum Umzug ins Web 2.0 nach. Dabei analysiert sie rassismuskritisch, wie das »Indernet« zu einem Raum der natio-ethno-kulturellen (Mehrfach-)Zugehörigkeit wurde und welche Ausschlüsse damit einhergingen.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Abkürzungsverzeichnis

    Seiten 7 - 8
  4. Dank

    Seiten 9 - 12
  5. Zur Orientierung

    Seiten 13 - 16
  6. Prologe: Das Indernet ist …

    Prolog 1: Eine Projektdarstellung (2001)

    Seiten 17 - 18
  7. Prolog 2: Eine Forumsdiskussion (2004-05)

    Seiten 18 - 27
  8. Prolog 3: Ein Gespräch mit der Redaktion (2017)

    Seiten 27 - 36
  9. Theoretische und methodische Grundlagen

    Eine rassismuskritische Perspektive

    Seiten 37 - 44
  10. Eine Ethnografie

    Seiten 45 - 53
  11. Das Sammeln der Mosaiksteine

    Seiten 54 - 68
  12. Das erste Mosaik: Ein Raum der Zugehörigkeit

    1.1. Einleitung: Das einmalige Indernet

    Seiten 71 - 72
  13. 1.2. Natio-ethno-kulturell Gleiche

    Seiten 73 - 85
  14. 1.3. Ein Raum der natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeit

    Seiten 86 - 105
  15. 1.4. Grenzen der natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeit

    Seiten 106 - 151
  16. 1.5. Das heteronormative Indernet

    Seiten 152 - 180
  17. 1.6. Fazit und Ausblick zum ersten Mosaik

    Seiten 181 - 186
  18. Das zweite Mosaik: Das Gemeinschaftszentrum

    2.1. Einleitung: Ein Internetportal

    Seiten 187 - 197
  19. 2.2. Die Räume des Indernets

    Seiten 198 - 243
  20. 2.3. Kategorisierungen von Nutzenden

    Seiten 244 - 267
  21. 2.4. Kommunikation und Information

    Seiten 268 - 289
  22. 2.5. Mediale Aufmerksamkeit

    Seiten 290 - 301
  23. 2.6. Fazit und Ausblick zum zweiten Mosaik

    Seiten 302 - 306
  24. Das dritte Mosaik: Vom Community-Portal zur Facebook-Seite

    3.1. Einleitung: Die Geschichte des Indernets

    Seiten 307 - 310
  25. 3.2. Die Gründung des Indernets

    Seiten 311 - 325
  26. 3.3. Der Aufbau des Netzwerks

    Seiten 326 - 335
  27. 3.4. Das Community-Projekt

    Seiten 336 - 351
  28. 3.5. Das professionelle Internetportal

    Seiten 352 - 370
  29. 3.6. Stagnation

    Seiten 371 - 386
  30. 3.7. Indernet 2.0

    Seiten 387 - 404
  31. 3.8. Fazit und Ausblick zum dritten Mosaik

    Seiten 405 - 412
  32. Zum Abschluss: Jenseits des Indernets

    Seiten 413 - 424
  33. Epilog: Generation Indernet

    Seiten 425 - 428
  34. Bibliografie

    Seiten 429 - 450
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34,99 € *

17. September 2020, 450 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5009-9

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* = Preise inkl. Mehrwertsteuer. Deutschsprachige Bücher = gebundener Ladenpreis, fremdsprachige Bücher = unverbindliche Preisempfehlung. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

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Urmila Goel

Urmila Goel, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

»Das Indernet« bietet einen Einblick in die Aushandlungsprozesse natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit im Internet. Es beleuchtet, welche Möglichkeiten der virtuelle Raum insbesondere für junge rassifizierte Menschen eröffnet. Zudem zeigt es, wie das Internetportal nicht nur aufgebaut, sondern auch mit Leben gefüllt wurde und mit welchen Ein- und Ausschlüssen das einherging. Das Buch hinterfragt dabei kulturalisierende Konstruktionen von Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Ethnografie bietet eine einmalige, über 20 Jahre dauernde Langzeitbeobachtung eines virtuellen Raums. Sie zeigt, wie er und seine Nutzer*innen sich entwickelt haben sowie welche Rolle die technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dabei gespielt haben. Dabei verfolgt sie relevante Debatten und Akteur*innen sowie deren Verbindungen über den gesamten Zeitrahmen. Sie arbeitet zudem die Relevanz des Lebensalters für die Auseinandersetzung mit natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit heraus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch interveniert in verschiedene Forschungsfelder. Der Internetforschung bietet es die Möglichkeit, anstatt auf kurzfristige Trends zu fokussieren, deren langfristige Konsequenzen zu analysieren. Im Kontext der kritischen Migrations- und Rassismusforschung betrachtet es den komplexen Konstruktionsprozess natio-ethno-kultureller Vergemeinschaftung. Aus einer intersektionalen Perspektive zeigt es, wie eine relativ privilegierte Gruppe von rassifizierten jungen Menschen mit Rassismuserfahrungen umgeht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Migrations- und Rassismusforschenden würde ich gerne darüber diskutieren, wie wir natio-ethno-kulturelle Verortungen ernstnehmen und gleichzeitig deren Konstruktion hinterfragen können. Mit Internetforschenden würde ich gerne darüber reden, was sich aus dieser Langzeitbetrachtung über virtuelle Räume lernen lassen kann. Mit Südasienwissenschaftler*innen würde ich gerne über die Spezifiken von Vergemeinschaftungsprozessen in südasiatischen Diasporas sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine rassismuskritische Ethnografie des virtuellen Raums Indernets, seiner Nutzer*innen und seiner Entwicklung über 20 Jahre.

O-Ton: »Dass das Indernet so alt geworden ist und
diverse Krisen überlebt hat, ist etwas Besonderes« – Urmila Goel im Interview bei www.theinder.net am 01.10.2020.
http://bit.ly/2Si6lIQ
Autor_in(nen)
Urmila Goel
Buchtitel
Das Indernet Eine rassismuskritische Internet-Ethnografie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
450
Ausstattung
kart., Klebebindung, 2 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5009-9
DOI
10.14361/9783839450093
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JFSL JHMC
BISAC-Code
SOC052000 SOC031000 SOC002010
THEMA-Code
JBCT1 JBSL1 JHMC
Erscheinungsdatum
17. September 2020
Auflage
1
Themen
Rassismus, Internet
Adressaten
Europäische Ethnologie, Kulturwissenschaft, Sozial- und Kulturanthropologie, Medienwissenschaft, Migrationsforschung, Rassismusforschung, Soziologie
Schlagworte
Internet, Rassismus, Migration, Jugend, Indien, Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Web 2.0, Ausschluss, Ethnologie, Medienwissenschaft

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