Intersexualität im Sport

Mediale und medizinische Körperpolitiken

Mit der Geschlechtszugehörigkeit ist eine spezifische Vorstellung von körperlicher Leistungsfähigkeit verbunden. Im Sport zeigt sich diese darin, dass eine Trennung in Männer und Frauen als grundlegende Voraussetzung erachtet wird, um fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Doch was bedeutet eine solche Trennung für intersexuelle Sportler*innen, die sich schon körperlich der Zweigeschlechterordnung entziehen? Dennis Krämer arbeitet aus soziologischer, medizinischer und sexualwissenschaftlicher Perspektive die existierenden Vorstellungen über Intersexualität als zeitgenössische Körperpolitiken heraus und reflektiert ihre Entstehung unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

38,99 € *

2020-04-02, 462 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5035-2
Dateigröße: 13.55 MB

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Dennis Krämer

Dennis Krämer, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Thema Intersexualität rüttelt an den Säulen unserer kulturellen Überzeugungen. Vielen Menschen bereitet die Vorstellung, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, nach wie vor Kopfzerbrechen. Warum eigentlich? Wen oder was bedrohen intersexuelle Menschen? Aus sozialwissenschaftlicher Sicht lässt sich der Sport als ein paradigmatisches Feld begreifen, in dem unsere Vorstellungen über Geschlecht in entsprechende Strukturen überführt werden. Mein Buch fragt danach, wie dieser Prozess konkret abläuft und wie er sich im Laufe der Zeit verändert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In der Forschung existiert eine Grenzziehung zwischen der Art und Weise, wie Sozialwissenschaften und Biomedizin das Thema Intersexualität untersuchen. Mein Buch versucht diesen Grenzkonflikt ein Stückweit zu befrieden und eine Brücke zwischen den Disziplinen zu schlagen. Hierzu zeigt es, dass die Art und Weise, wie generell Wissen über Intersexualität produziert wird, keinem Aufklärungsethos entspringt, sondern mit den Verhältnissen einer Zeit verflochten ist, die die Forschenden ebenso wie die Medien i.d.R. nicht bedenken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Forschungen zum Thema Intersexualität im Sport konzentrieren sich i.d.R. auf biomedizinische Studien, die den Einfluss historisch-variabler Merkmale wie Genitalien, Chromosomen, Hormone als Kriterien der Geschlechter-Differenzierung heranziehen. Woran es diesen Forschungen mangelt, ist der Blick auf sich selbst: Also das Fragen danach, warum Geschlecht unterschiedlich verhandelt und welche Position dem intersexuellen Körper zugewiesen wird. Die Arbeit macht dies mit Bezug auf die Situation in NS-Zeit, Kalter Krieg und Postmoderne deutlich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich mit interessierten Studierenden diskutieren und hierbei versuchen einen aufgeschlossenen Blick auf das Thema Intersexualität zu vermitteln, welcher sowohl gesellschaftliche als auch biomedizinische Aspekte als empirisch relevante Dimensionen verdeutlicht. Denn beides hängt, und dies wird in der Forschung vernachlässigt, miteinander zusammen. Auch würde ich gerne mehr mit intersexuellen Personen diskutieren, die einen ganz anderen, wertvollen Blick auf das Thema haben, das nämlich sie zugleich auch immer selbst thematisiert.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch fragt danach, wie der intersexuelle Körper im Sport verhandelt wird und welche Rolle hierbei Medien und Medizin als Machtdiskurse einnehmen.

Autor_in(nen)
Dennis Krämer
Buchtitel
Intersexualität im Sport Mediale und medizinische Körperpolitiken
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
462
Ausstattung
22 SW-Abbildungen, 16 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5035-2
DOI
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JHBK5
BISAC-Code
SOC032000 SOC000000 SOC022000
THEMA-Code
JBSF JHBK JBFW
Erscheinungsdatum
2020-04-02
Themen
Medizin, Medien, Körper
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaft, Sportwissenschaft, Sexualforschung, Medizin, Psychologie
Schlagworte
Intersexualität, Difference of Sexual Development (DSD), Sport, Leichtathletik, Geschlechtsüberprüfung, Heteronormativität, Körperpolitik, Dora Ratjen, Ewa Klobukowska, Caster Semenya, Körper, Medien, Medizin, Gender Studies, Sexualität, Soziologie

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