Konzepte der Interkulturalität in der Germanistik weltweit

Globalisierung, Regionalisierung, Renationalisierung: So unterschiedlich diese Tendenzen auch sein mögen, gleichermaßen sind sie von der Frage nach dem Umgang mit Interkulturalität betroffen. Allerdings wird dabei zunehmend deutlich, dass es an systematischen Analysen in der Interkulturalitätsforschung fehlt.

Die Beiträge des Bandes bieten hier einen Überblick aus Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie aus der Perspektive von Deutsch als Fremdsprache. Die Autorinnen und Autoren setzen sich mit weltweiten Phänomenen von Interkulturalität und ihrer (mehrsprachigen) Darstellung in Wissenschaft, Alltag und Literatur, aber auch in Theater und Film auseinander. In der Vielfalt der vertretenen Konzepte wird deutlich, dass diese auch immer »Konzepte der Vielfalt« sind, die gerade in ihrer Unterschiedlichkeit eine Produktivität entfalten, die zur wissenschaftlichen Fortentwicklung beiträgt.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Vorwort zur Reihe Interkulturelle Germanistik

    Seiten 9 - 14
  4. Einleitung

    Seiten 15 - 26
  5. 1. Theorie

    Herausforderungen für die australische Germanistik. German Studies als ›life writing studies‹ und der transnationale und interdisziplinäre ›turn‹

    Seiten 29 - 48
  6. Die Rolle der Literatur in der German Studies Association

    Seiten 49 - 58
  7. Interkulturalität in der Wissensvermittlung oder Transdifferenz als Konzept

    Seiten 59 - 74
  8. Zur interkulturellen Kommunikation in einem Land, das irgendwie zwischen Südafrika und Deutschland liegt

    Seiten 75 - 90
  9. Wider die Ausschließlichkeit. Ästhetische Entwürfe von Vielfalt in der Literatur

    Seiten 91 - 104
  10. a. Chamisso-Literatur

    Zur Produktivität des Konzepts der Intersektionalität in Texten von Herta Müller, Catalin Dorian Florescu und Saša Stanišić

    Seiten 107 - 120
  11. Mehrsprachigkeit, Fremddarstellung und Interkulturalität im luxemburgischen Theater

    Seiten 121 - 136
  12. Blick auf ein facettenreiches Frauenbild zwischen Tradition und Moderne in Emine Sevgi Özdamars Roman Das Leben ist eine Karawanserei, hat zwei Türen, aus einer kam ich rein, aus der anderen ging ich raus

    Seiten 137 - 152
  13. Rafik Schami: problematische Hermeneutik bei dem Werk eines interkulturellen Autors

    Seiten 153 - 168
  14. Sprachlatenz in der Erinnerungsliteratur der Chamisso-Preisträger: Dante Andrea Franzetti, Marica Bodrožić

    Seiten 169 - 182
  15. Interkulturell, intertextuell: wie José F.A. Oliver ein Erbe (Lorca, Benn, Celan) fortsetzt

    Seiten 183 - 198
  16. Geisterkundige Diplomaten, leuchtende Weihlaternen. Zur Dynamik emotionaler Realitäten in Yoko Tawadas Kentōshi (献灯使)

    Seiten 199 - 214
  17. b. Migration und Flucht

    Die Deplatzierten dieser Erde. Flüchtlinge als literarisches Phänomen

    Seiten 217 - 230
  18. Postmigrantische Lebensformen und kosmopolitische Blicke in Texten von Yadé Kara und Mely Kiyak

    Seiten 231 - 250
  19. Grillparzers Medea durch Arendts We Refugees neu gelesen. Eine literarische Chiffre des Flüchtlingsschicksals

    Seiten 251 - 270
  20. Alles Balkan? Divergierende Entwürfe des Kulturraums ›Jugoslawien‹ in ausgewählten Romanen der aktuellen deutschsprachigen Migrationsliteratur

    Seiten 271 - 282
  21. Polnisches (E)Migrantentheater in Deutschland als interkulturelles Theater am Beispiel von Andrej Worons Teatr Kreatur

    Seiten 283 - 294
  22. c. Identitäten — Figuren — (Kon-)Texte

    Mehrfach kodierte Identitäten im Film Almanya – Willkommen in Deutschland von Yasemin Şamdereli

    Seiten 297 - 304
  23. Das Wiener Kaffeehaus in Drohobyc am Hudson. Demenz als Metapher einer liminalen Existenz in Irene Disches Der Doktor braucht ein Heim

    Seiten 305 - 316
  24. Geschichte einer böhmischen Magd gelesen von einer Afroamerikanerin. Lilian Faschingers Roman Wiener Passion

    Seiten 317 - 330
  25. Die Siegfried-Figur der Nibelungenüberlieferung in interkultureller Perspektive

    Seiten 331 - 344
  26. Kalulu und andere afrikanische Märchen. Eine deutschsprachige Märchensammlung im Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Gattungen, Sprachen und Kulturen

    Seiten 345 - 354
  27. Interdiskursive und intertextuelle Verflechtungen in Navid Kermanis Zwischen Koran und Kafka. West-östliche Erkundungen

    Seiten 355 - 368
  28. 3. Interkulturelle Linguistik/Mehrsprachigkeit

    Interkulturalität und Linguistische Inklusivität

    Seiten 371 - 382
  29. Mehrsprachigkeit und Wandelprozesse im Bereich der ästhetisch-plastischen Terminologie des Deutschen. Sprachvergleich: Pragmatische und morpho-semantische Aspekte

    Seiten 383 - 394
  30. An der Kreuzung der Kulturen. Zum Fremdwortgebrauch in der Moskauer Deutschen Zeitung

    Seiten 395 - 406
  31. Das Konzept der Wanderschaft in den deutschen Gesellenliedern

    Seiten 407 - 422
  32. Autorinnen und Autoren

    Seiten 423 - 432
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11. August 2020, 432 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5041-9

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Renata Cornejo

Renata Cornejo, Jan-Evangelista-Purkyne-Universitt Ust nad Labem, Tschechien

Gesine Lenore Schiewer

Gesine Lenore Schiewer, Universität Bayreuth, Deutschland

Manfred Weinberg

Manfred Weinberg, Karls-Universität (Prag), Tschechische Republik

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Interkulturalität ist weltweit nach wie vor ein in wissenschaftlicher ebenso wie in gesellschaftlicher Hinsicht wichtiges Thema. Viel zu lange wurden begriffliche Glasperlenspiele um die Vorsilben ›multi‹, ›inter‹ und ›trans‹ ausagiert, die zu wenig auf ein profund abgestecktes Feld semantisch zueinander in Bezug gesetzter Begriffe abzielten. Im vorliegenden Band wird Interkulturalität fokussiert und in internationalen germanistischen Perspektiven vertieft.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Interkulturalität wird hier in die wissenschaftstheoretische Grundidee der Vielfalt eingebettet. Der so angelegte Zugang erlaubt die Öffnung von bislang in der Regel auf europäische und anglo-amerikanische Ansätze verengten Auffassungen. Hinzu kommen interdisziplinäre Orientierungen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den Germanistiken sowohl der deutschsprachigen Länder als auch des internationalen Raums mit den germanistischen universitären Instituten und weiteren Einrichtungen weltweit ist das Thema impulsgebend unter anderem für die Fortentwicklung europäischer, internationaler sowie globaler Bildungs- und Forschungsräume und die Differenzierung und Pluralisierung von Gesellschaften.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wie jede wissenschaftliche Publikation ist der Band für die wissenschaftliche Wahrnehmung in den betreffenden Forschungsrichtungen bestimmt. Darüber hinaus aufgrund der internationalen, interdisziplinären und gesellschaftlichen Bezüge wäre dieser hiermit vorgelegte erste Band der neuen Reihe ›Interkulturelle Germanistik‹ mit forschungspolitischen Einrichtungen wie der DFG und dem BMBF zu diskutieren sowie mit außenpolitischen Instanzen wie dem AA, dem DAAD aber auch dem BMZ oder der GIZ.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein aus der Sicht der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik e.V. (GIG) maßstabsetzender Band, dessen thematische Anlage den originären Anliegen internationaler Interkulturalitätsforschung Rechnung trägt.

Buchtitel
Konzepte der Interkulturalität in der Germanistik weltweit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
432
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 6 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5041-9
DOI
10.14361/9783839450413
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC DSB
BISAC-Code
SOC022000 LIT004170
THEMA-Code
JBCC DSB
Erscheinungsdatum
11. August 2020
Auflage
1
Themen
Kultur
Adressaten
Germanistik, Interkulturelle Literaturwissenschaft, Interkulturelle Linguistik, Kulturwissenschaft, Translationswissenschaft, Didaktik, Deutsch als Fremdsprache
Schlagworte
Interkulturalität, Literatur, Migration, Flucht, Identitäten, Mehrsprachigkeit, Fremdsprache, Kultur, Germanistik, Kulturtheorie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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