Gouvernementalität der Freundschaft

Lokale Praktiken, Technologien und Emotionalitäten im kommunalpolitischen Dialog mit Muslimen

Der »Dialog mit Muslimen« entwickelte sich seit den 2000er Jahren zu einem bedeutenden integrationspolitischen Format, in welchem die Beziehungen zwischen Politik, Gesellschaft und muslimischer Bevölkerung verhandelt werden. Jan Winkler widmet sich dialogorientierten Ansätzen auf der lokalen und kommunalen Ebene und analysiert die konkrete Praxis des »Dialogisierens«. Auf intensiver ethnographischer Forschung basierend weist er nach, wie der »Dialog mit Muslimen« als Machttechnologie operiert, die sich in Praktiken der Involvierung, des »gegenseitigen Kennenlernens« und der Pflege lokaler Vertrauensbeziehungen ausdrückt. Gleichzeitig liefert er einen Beitrag zur Vermittlung gouvernementalitätstheoretischer Ansätze mit kultur- und sozialwissenschaftlichen Debatten um Emotionen und Affekte.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 10
  3. Vorwort und Danksagung

    Seiten 11 - 12
  4. 1. Lokale Konfigurierungen von »Islam« und »Muslimen« und das Auftauchen des »Dialogs«

    Seiten 13 - 24
  5. 2. Gouvernementalität

    2.1 Michel Foucaults Instrumentarium für eine Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse: diskurs- und machtanalytische Perspektiven

    Seiten 25 - 30
  6. 2.2 Das Regieren

    Seiten 30 - 42
  7. 2.3 Machtanalytik im Anschluss an Foucault: methodologische und analytische Perspektivierungen der governmentality studies

    Seiten 43 - 53
  8. 2.4 Die topologische Perspektive: der (geographische) Blick auf lokale Praxis und die Anwendungsfelder der Macht

    Seiten 53 - 68
  9. 2.5 Zusammenfassung und Reformulierung der Fragestellungen

    Seiten 69 - 72
  10. 3. Der »Dialog mit Muslimen« – Konturen eines Regierungsformats

    3.1 »Islam« und »Muslime« als Objekte kulturalisierender Integrationspolitiken

    Seiten 73 - 82
  11. 3.2 Kultur, Community und Dialog

    Seiten 82 - 85
  12. 3.3 Genealogie einer Regierungsweise: über das Auftauchen des »interkulturellen Dialogs« und des »Dialogs mit Muslimen«

    Seiten 86 - 95
  13. 3.4 Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) als bedeutende Kristallisationsform des Dialogs

    Seiten 95 - 117
  14. 3.5 Der »Dialog mit Muslimen« als ein weites Feld des Regierens

    Seiten 117 - 134
  15. 4. »Dialoge mit Muslimen« auf lokaler und kommunaler Ebene

    4.1 Produktion von Regierungswissen in integrationspolitischen Papieren und der anwendungsbezogenen Dialogforschung: ein erster methodischer Forschungsschritt

    Seiten 135 - 137
  16. 4.2 Allgemeine Zielsetzungen eines lokalen »Dialogs mit Muslimen«

    Seiten 137 - 138
  17. 4.3 Koordinaten lokaler Dialoge

    Seiten 138 - 144
  18. 4.4 Die Qualität der Interaktion: die Ausbildung von Techniken zwischenmenschlicher Beziehungen und die Systematisierung von Kommunikationsabläufen und -orten

    Seiten 145 - 150
  19. 4.5 Der sensible und verständnisvolle Dialog »christlicher« Akteure

    Seiten 150 - 151
  20. 4.6 Kritik am Dialog

    Seiten 151 - 154
  21. 5. Methodologie und Methodik

    5.1 Grundperspektive: zur Analyse des Regierens als diskursive Praxis

    Seiten 155 - 160
  22. 5.2 Methodologische Re-Reflexionen des Gegenstands »Dialog«, der Forschungsfragen und der Potenziale einer Perspektive auf lokale Praxis

    Seiten 161 - 168
  23. 5.3 Methodisches Vorgehen

    Seiten 168 - 198
  24. 5.4 Methodologische Verwunderung: Potenziale und analytische Probleme einer Ethnographie des Regierens

    Seiten 199 - 202
  25. 6. Der lokale »Dialog mit Muslimen«

    6.1 Institutionalisierungen des kommunalpolitischen »Dialogs« in Erlangen

    Seiten 203 - 207
  26. 6.2 Die Entstehungskontexte der Dialoginstitutionen in Erlangen

    Seiten 207 - 219
  27. 6.3 Die (interreligiösen) Dialogkreise innerhalb der Integrationspolitik und -verwaltung

    Seiten 219 - 223
  28. 6.4 Die Etablierung von Religionsunterricht, Identitätspolitik und die Institutionalisierung eines lokalen »Islam«: die Geschichte des Dialogs in Erlangen

    Seiten 223 - 234
  29. 6.5 Die Unterwerfung unter das Integrations- und Sicherheitsparadigma und die Widerstände gegen diese Mechanismen

    Seiten 234 - 241
  30. 6.6 Integration als religiöse Pflicht und die Konstitution von »Muslimen« als »Sicherheitsberater/-innen«: Internalisierung von Erwartungen im Führungs- und Selbstführungsfeld »Dialog«

    Seiten 241 - 243
  31. 6.7 Der Fokus auf religiöse Identitäten und die Aufwertung des interreligiösen Dialogs im integrationspolitischen Feld in Erlangen: Sedimentierungen und Widerstände

    Seiten 244 - 255
  32. 6.8 Reflexionen zur technologischen Form des Dialogs: erfahrbar gemachtes »Vertrauen« als lokale historische Praxis und als Hintergrundfolie gegenwärtiger Regierungsprozesse

    Seiten 255 - 260
  33. 7. Ethnographien des Dialogs: eine Analyse der Praktiken, Techniken und Konfliktdynamiken im lokalen Regieren von »Islam« und »Muslimen«

    7.1 Vorabanalyse I: die religiös-säkulare Doppelstruktur des Erlanger Dialogs, die Überkreuzung verschiedener Rationalitäten und die hybriden Subjekte des Dialogs

    Seiten 261 - 266
  34. 7.2 Vorabanalyse II: Kernprogrammatiken in der gegenwärtigen Arbeit der Dialogforen

    Seiten 266 - 271
  35. 7.3 Ethnographische Analysen der Techniken, Praktiken und Interaktionsmuster in den Dialogarbeitskreisen am Beispiel der Bearbeitung »muslimischen« sozialpolitischen Engagements

    Seiten 271 - 294
  36. 7.4 »… dann müssen sie halt Glaubenssprache sprechen«: Kulturalisierung von Integration

    Seiten 294 - 299
  37. 7.5 Dialog als »Öffentlichkeitstraining« zwischen Unterstützung und Normalisierung und die Momente »muslimischen« Widerstands gegen die Politisierungspraktiken im Dialog

    Seiten 299 - 308
  38. 7.6 Zwischenkontextualisierung: die untersuchten Dialogarbeitskreise als ein »überlokales Phänomen« – Ergebnisse aus der Literatur und eigenen empirischen Studien

    Seiten 309 - 319
  39. 7.7 »Ein besonderer Dank geht an die Erlanger Muslime, die uns ihr Leben geöffnet haben« – museale Repräsentationen des lokalen »Islam« und die spannungsvolle Performativität ihrer Vermittlung

    Seiten 319 - 338
  40. 8. »… weil das auch freundschaftliche Begegnungen sind« – lokale Beziehungsgeflechte, Mikroräume der Intervention und die Emotionalitäten im Regieren durch Dialog

    8.1 Dialog als lokales Wahrscheinlichmachen »kunterbunter Konstellationen« und die Methode der Kartierung lokaler Machtbeziehungen (Macht-Mapping)

    Seiten 339 - 345
  41. 8.2 Mikroräume dialogischen Regierens und das beiläufige Regieren »muslimischer« Differenz: abendliche Philosophierkreise und sicherheitspolitische Abfragen beim Schuhebinden

    Seiten 346 - 349
  42. 8.3 Dialogexpert/-innen als »Schaltstellen«, die Dialoggruppen als informelle Netzwerke und die Etablierung eines tiefgehenden Zugangs zum »Islam«

    Seiten 349 - 354
  43. 8.4 »Echte Freundschaften«, die Fühlbarmachung von Gemeinschaft und die Frage nach der Emotionalität des Dialogs: neue theoretische und methodologische Blickwinkel

    Seiten 354 - 358
  44. 9. Gouvernementalität und Emotion

    9.1 Emotion und Affekt als Perspektivierungen gesellschaftlicher Prozesse

    Seiten 359 - 366
  45. 9.2 Emotionalität als Praxis: Praktiken der Emotionalisierung als Analysegegenstand

    Seiten 366 - 368
  46. 9.3 Rationalitäten, Technologien und Emotionalitäten des Regierens

    Seiten 368 - 382
  47. 9.4 Fühlende und praktizierende Körper als Analysegegenstände – methodologische und methodische Reflexionen sowie neue Perspektiven auf die Machttechnologien des Dialogs

    Seiten 382 - 388
  48. 10. Gouvernementalität der Freundschaft: Fluchtpunkte einer emotionalisierten Regierungskunst und deren Mobilisierungen des Lokalen

    10.1 Über die Kunst eines lokalen Regierens überlokaler Spannungen: Praktiken des Miteinanders und das Experimentieren mit Orten

    Seiten 389 - 398
  49. 10.2 Die therapeutische Dimension der Dialogtechnologie

    Seiten 398 - 408
  50. 10.3 Kritik unter Freunden: die Subjektposition des Freundes, die körperlich-emotionalen Performanzen ihrer Hervorbringung und das Lokale als Resonanzraum des Dialogs

    Seiten 408 - 428
  51. 10.4 Erfrischende Ermächtigung: Emotionalitäten der (Selbst-)Führung, pädagogische Technologien und das selbstbewusste Auftreten der »muslimischen« Gemeinden am Beispiel der Aushandlungen um das »muslimische« Bildungswerk

    Seiten 429 - 454
  52. 10.5 Die »Territorien der Erfahrung«, die Expert/-innen des Dialogs und das Lokale als emotionalisiertes Feld politischer Wahrheiten: Machtanalytik und lokale Perspektive

    Seiten 454 - 464
  53. 11. Emotion, Moral, Macht und Raum

    Seiten 465 - 480
  54. 12. Abkürzungsverzeichnis

    Seiten 481 - 482
  55. 13. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

    Seiten 483 - 484
  56. 14. Literaturverzeichnis

    Seiten 485 - 520
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13. August 2021, 520 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5047-1

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Jan Winkler

Jan Winkler, Friedrich-Alexander Universität Erlangen Nürnberg, Deutschland

Autor_in(nen)
Jan Winkler
Buchtitel
Gouvernementalität der Freundschaft Lokale Praktiken, Technologien und Emotionalitäten im kommunalpolitischen Dialog mit Muslimen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
520
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5047-1
DOI
10.14361/9783839450475
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC JFFN
BISAC-Code
SOC015000 SOC007000
THEMA-Code
RGC JBFH
Erscheinungsdatum
13. August 2021
Auflage
1
Themen
Islam, Politik, Stadt
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Religionswissenschaft, Religionspädagogik, Geographie, Philosophie sowie Praktiker_innen im Bereich Integrationspolitik und -verwaltung
Schlagworte
Integrationspolitik, Islam, Diversität, Gouvernementalität, Emotion, Affekt, Vertrauen, Machttechnologie, Muslime, Politische Theorie, Kommunen, Ethnographie, Politik, Stadt, Kulturgeographie, Sozialgeographie, Migration, Kommunalpolitik, Geographie

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