Aneignung und Eigensinn

Interpikturalität in der Malerei Helene Funkes

Mit einer eigensinnigen Form der Bildfindung nimmt die in Deutschland kaum rezipierte Malerin Helene Funke (1869-1957) sich der etablierten männlichen Kunst an, um sich zugleich emanzipatorisch davon abzugrenzen. Innerhalb einer Künstlerinnensozialgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts steht ihr Werk exemplarisch für eine Vielzahl von Künstlerinnen, die stetige und systematische Ausgrenzungen aus einem mehrheitlich männlich dominierten Kunstbetrieb erfahren haben und sich dennoch widerständig darin behaupten konnten. Anna Storm analysiert in ihrer Studie – vor dem Hintergrund hegemonialer Kunstdiskurse – diese komplexe Form künstlerischer Aneignung, die durch das systematische Aufgreifen und Verarbeiten von fremden Bildvorlagen charakterisiert ist.

45,00 € *

17. März 2020, 290 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5057-0

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Anna Storm

Anna Storm, Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Frauen in der Kunstgeschichte werden leider immer noch marginalisiert, Helene Funke ist ein gutes Beispiel dafür. Wenngleich sie zu Lebzeiten auch erfolgreich war, spielte sie lange keine Rolle in der Forschung. Das Buch versteht sich daher als Beitrag für mehr Geschlechtergleichheit und Diversität. Die Spezifik von Funkes Werk besteht vor allem in dem Phänomen künstlerischer Aneignung, welches sie geschickt nutzte, um Fragen von Weiblichkeit und Männlichkeit zu verhandeln.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch wirft einen gezielten Blick auf künstlerische Strategien der Aneignung und befragt diese vor dem Horizont der Interpikturalität. Anhand der Werke Funkes gelingt es so, interpikturale Phänomene präzise zu beschreiben und die Debatte um den Begriff von Interpikturalität zu schärfen. Ferner zeigt sich dabei, dass Aneignung ein strategisches Mittel von Emanzipation ist. So ist das Buch perspektivisch auch für feministische Diskurse relevant.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den vergangenen Jahren kann man ein wachsendes Interesse an Künstlerinnenpositionen erkennen, die trotz der feministischen Bestrebungen seit den 1970er Jahren dennoch lange randständig geblieben sind. Künstlerinnen wie Hilma af Klint oder Lotte Laserstein werden nun auch in großen Ausstellung präsentiert und helfen dabei zu zeigen, dass es zwar immer auch Künstlerinnen gab, diese aber gezielt von Forschung und Kunstbetrieb ausgeschlossen wurden, so auch Helene Funke.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mein Buch würde ich zunächst gerne einmal mit Helene Funke selbst diskutieren. Mir war es beim Schreiben wichtig, eine diskurshistorische Perspektive einzunehmen, gesellschaftliche und soziale Umstände der Zeit genaustens zu berücksichtigen. Ferner sind Ungleichheiten in der Forschung und im Kunstbetrieb, z.B. in Bezug auf Anerkennung und Bezahlung, heute immer noch existent. Daher würde ich gerne auch mit Frauen und Künstlerinnen meiner Genration über die Zukunft dieser Kämpfe sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es ist die Analyse einer bemerkenswerten Malerin, die durch Aneignung und Eigensinn emanzipatorische Widerständigkeit beweist und so heute Mut macht.

Autor_in(nen)
Anna Storm
Buchtitel
Aneignung und Eigensinn Interpikturalität in der Malerei Helene Funkes
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
290
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 23 Farbabbildungen, 5 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5057-0
DOI
10.14361/9783839450574
Warengruppe
1581
BIC-Code
ABA JFD AC JFSJ
BISAC-Code
ART009000 SOC052000 ART015000 SOC032000
THEMA-Code
ABA JBCT AGA JBSF
Erscheinungsdatum
17. März 2020
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Bild, Kunst
Adressaten
Kunstgeschichte, Bildwissenschaft, Gender Studies, Geschichtswissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Kunst, Aneignung, Blickregime, Feministische Kunstgeschichte, Emanzipation, Rezeption, Helene Funke, Künstlerinnensozialgeschichte, Interpikturalität, Originalität, Mode, Theater, Bild, Geschlecht, Bildwissenschaft, Kunstgeschichte, Gender Studies, Europäische Kunst, Kunstwissenschaft

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