Historisches Lernen und Materielle Kultur

Von Dingen und Objekten in der Geschichtsdidaktik

Im Zuge der Etablierung des »New Materialism« wird die Bedeutung von Objekten für menschliche Gesellschaften neu verhandelt. Welches Potenzial dieser Neue Materialismus für Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik hat, ist bisher nur ansatzweise ausgelotet worden, doch es scheint vielversprechend: Wenn Sachquellen nicht als passive Überreste gedeutet werden, sondern auch als Akteure der Gegenwart, wenn sie gesichertes Wissen über die Vergangenheit ermöglichen, dann sind sie in besonderem Maße geeignet, historisches Lernen zu fördern. Oder sind gegenständliche Objekte der interpretativen Willkür genauso ausgeliefert wie jede andere Quelle?

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4. September 2020, 284 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5066-6
Dateigröße: 4.59 MB

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Sebastian Barsch

Sebastian Barsch, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland

Jörg van Norden

Jörg van Norden, Universität Bielefeld, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wir sind umgeben von alten Gebäuden, in Museen werden historische Objekte ausgestellt und auf Flohmärkten stöbern wir in Dingen aus der Vergangenheit. Auch wenn schon länger über den Stellenwert von Dingen und Objekten für das historische Lernen nachgedacht wurde, fehlen Auseinandersetzungen darüber, welchen Einfluss solche materiellen Artefakte für gesellschaftliche Entwicklungen haben. Auch über ihre Bedeutung für das historische Denken gibt es wenig Erkenntnisse. Daher gibt es dieses Buch!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In den letzten Jahren wurde in den Gesellschafts- und Kulturwissenschaften unter dem Schlagwort ›New Materialism‹ vermehrt darüber nachgedacht, welche Bedeutung materielle Objekte für menschliche Kulturen haben. Sind sie nur passiver Stoff, oder beeinflussen sie auch menschliches Handeln? Kann ihnen eine ›Agency‹ zugesprochen werden? Und was bedeuten solche Überlegungen für eine reflektierende Auseinandersetzung mit Vergangenheit? Dies sind neue Perspektiven für ›historische‹ Wissenschaften.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ansätze des ›New Materialism‹ werden kontrovers diskutiert. Nicht nur vollzieht sich die Kontroverse entlang der Frage, wer in Vergangenheit und Gegenwart gesellschaftliche Entwicklungen auslöst. Sind es immer nur menschliche Handlungen und Entscheidungen? Oder muss nicht auch in Betracht gezogen werden, dass nichtmenschliches Leben bis hin zu toter Materie Entwicklung vorantreibt? Auch die konkrete Frage, ob man mit Objekten ›besser‹ historisch lernen kann, ist bislang noch nicht beantwortet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Kontroversen sind spannend, gerade auch wenn sie die akademische Filterblase verlassen. Die im Buch aufgeworfenen Fragen betreffen nicht nur Wissenschaftler_innen, sondern adressieren auch Lehrpersonen an Schulen, pädagogisches Personal und Museen und Gedenkstätten, letztendlich natürlich auch Schülerinnen und Schülern. Mit all diesen Gruppen – und noch anderen – wären Diskussionen also äußerst spannend.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch geht auf vielen Pfaden der Frage nach, ob Dinge und Objekte als historische Akteure gedacht werden können und somit auch eine Reflexionsinstanz für die aktive Auseinandersetzung mit Geschichte in Schule und außerschulischen Bildungseinrichtungen sind.

Autor_in(nen)
Sebastian Barsch / Jörg van Norden (Hg.)
Buchtitel
Historisches Lernen und Materielle Kultur Von Dingen und Objekten in der Geschichtsdidaktik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
284
Ausstattung
22 SW-Abbildungen, 13 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5066-6
DOI
10.14361/9783839450666
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JNA
BISAC-Code
HIS054000 EDU036000 EDU016000
THEMA-Code
NHTB JNA JNB
Erscheinungsdatum
4. September 2020
Themen
Bildung, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Geschichtsdidaktik, Geschichtstheorie, Museologie, Museumspädagogik
Schlagworte
Neuer Materialismus, Sachquellen, Historisches Lernen, Museum, Epistemologie, Akteur-Netzwerk-Theorie, Objekte, Didaktik, Kulturgeschichte, Bildung, Bildungsforschung, Bildungsgeschichte, Pädagogik, Geschichtswissenschaft

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