Wahrheit und Revolution

Studien zur Grundproblematik der Marx'schen Gesellschaftskritik

Dass Marx' Gesellschaftskritik den wissenschaftlichen Anspruch hat, wahr zu sein, scheint selbstverständlich. Doch was für ein Wahrheitsverständnis liegt einem Denken zugrunde, das die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im Hinblick auf die Möglichkeit ihrer praktischen Umwälzung zu begreifen versucht? Dieser Frage wird in drei Studien nachgegangen, die anhand der Marx'schen Überlegungen zur Organisierung revolutionärer Subjektivität, seiner journalistischen Arbeiten sowie seiner Kritik der politischen Ökonomie den immanenten Zusammenhang von wissenschaftlichem Wahrheitsanspruch und Revolutionsperspektive in Marx' Werk herausarbeiten. Dadurch eröffnet sich zugleich der Blick auf eine zentrale Problematik jeder modernen Gesellschaftskritik, die einen begründeten Anspruch auf Wahrheit hat.

30,00 € *

29. Mai 2020, 186 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5067-9

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Matthias Bohlender

Matthias Bohlender, Universität Osnabrück, Deutschland

Anna-Sophie Schönfelder

Anna-Sophie Schönfelder, Universität Osnabrück, Deutschland

Matthias Spekker

Matthias Spekker, Universität Osnabrück, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Besteht der akademische Fokus auf Marx' Werk heute zumeist in der Rekonstruktion eines ›ordentlichen‹ wissenschaftlichen Kerns, gibt es zugleich die gegenläufige Tendenz, wieder an einen vermeintlich unmittelbaren revolutionären Gehalt anknüpfen zu wollen. Beides übersieht, dass in Marx' Denken ein geradezu inwendiger Zusammenhang von wissenschaftlicher Kritik und politischer Zielsetzung, von Wahrheit und Revolution besteht – mit Konsequenzen, auf die moderne Gesellschaftskritik reflektieren muss.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wir zeigen, dass Marx' wissenschaftlich fundierter Wahrheitsanspruch gerade darin besteht, das Bestehende kritisch darstellen zu können, weil er es als die Bedingung der Möglichkeit vernünftiger Verhältnisse begreift. Wahrheit ist somit zugleich gar nicht zu lösen von ihrer praktischen Durchsetzung. Damit bewegt sich Gesellschaftskritik - und das nicht nur bei Marx - notwendig immer auch auf einem Terrain, auf dem nicht nur die Frage nach der Form dieser Praxis umkämpft ist, sondern auch deren tatsächliches Eintreten überhaupt fraglich werden kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Wir wollen den blinden Fleck aufzeigen, den diese Problematik in der Forschung bislang dargestellt hat – und das, obwohl sie für jede Gesellschaftskritik und besonders für Marx grundlegend ist. Um einerseits den beunruhigenden politischen Konsequenzen des Marx'schen Denkens und andererseits der Frage zu entgehen, wie sehr das Ausgebliebensein von wirklicher Veränderung auch die wissenschaftliche Kritik selbst affiziert, hat man diese Problematik – den politischen und zeitlichen Kern der Wahrheit – weitgehend abgespalten, damit aber auch den Wahrheitsgehalt der Kritik selbst geschleift.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Protagonisten unseres Buches können wir leider nicht mehr diskutieren, gerne aber mit allen, denen es auch heute noch um die zentrale Frage geht, wie man die Gesellschaft im Interesse ihrer vernünftigen Einrichtung der Kritik unterziehen kann.

5. Ihr Buch in einem Satz:

In drei Studien wird der inwendige Zusammenhang von wissenschaftlichem Wahrheitsanspruch und Revolutionsperspektive in Marx' Gesellschaftskritik untersucht.

»Der Band [formuliert] in dem in der Theoriedebatte immer wieder neu auftauchenden Konflikt zwischen Wissenschaft und materialistischer Kritik eine erkenntnisreiche Position, der eine breite Diskussion zu wünschen ist.«
Patrick Viol, Jungle World, 41 (2020)
Buchtitel
Wahrheit und Revolution Studien zur Grundproblematik der Marx'schen Gesellschaftskritik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
186
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5067-9
DOI
10.14361/9783839450673
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA HPS
BISAC-Code
POL010000 PHI019000 PHI034000
THEMA-Code
JPA QDTS
Erscheinungsdatum
29. Mai 2020
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik
Adressaten
Politische Theorie, Ideengeschichte, Philosophie, Marx-Forschung, Sozialwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte
Schlagworte
Karl Marx, Kritik, Gesellschaftskritik, Wahrheit, Wahrheitsanspruch, Revolution, Genealogie, Politisches Denken, Marxismus, Journalismus, Subjektivität, Politische Ökonomie, Wahrheitsverständnis, Politikwissenschaft, Gesellschaft, Politik, Politische Theorie, Politische Philosophie, Sozialphilosophie, Deutsche Philosophiegeschichte

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