Transgeschlechtlichkeit und Visualität

Sichtbarkeitsordnungen in Medizin, Subkultur und Spielfilm

Transgeschlechtliche Menschen werden vermehrt auch in populären Medien dargestellt und repräsentiert. Nicht selten ist diese mediale Sichtbarkeit von Trans* jedoch geprägt von Voyeurismus und Sensationsgier. Robin K. Saalfeld geht daher der Frage nach, wie Transgeschlechtlichkeit visuell konstruiert wird. Dabei nimmt er nicht nur populäre Erzeugnisse wie Spielfilme in den Blick, sondern untersucht auch medizinische und aktivistische Sichtbarkeitspraktiken. Aus der Perspektive einer visuellen Soziologie kann er somit reflektieren, inwiefern es gerade der Konnex von Geschlecht und Körper ist, der die Visualität des Phänomens strukturiert.

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2020-02-20, 376 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5076-1

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Robin K. Saalfeld

Robin K. Saalfeld, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Transgeschlechtlichkeit hängt eng mit Visualität zusammen. Das gilt gesellschaftlich, wenn es um den optischen Eindruck einer Person geht. Das betrifft die Medizin, die bei ›geschlechtsangleichenden‹ Maßnahmen bemüht ist, einen optisch passenden Geschlechtskörper zu konstruieren. Und auch transgeschlechtliche Menschen selbst fokussieren mitunter stark auf die visuelle Beschaffenheit ihrer Körper. Studien zu jenen Zusammenhängen gibt es bislang kaum. Das Buch schließt diese Forschungslücke.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet neue Sichtweisen auf die diskursive Konstruktion von geschlechtlicher Vielfalt. Dass es mir dabei vor allem um die Analyse der visuellen Dimension geht, ist in der Soziologie, insbesondere im Bereich der Diskursforschung, relativ neu.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Üblicherweise wird in den Disziplinen der Visual Studies, der Film- und Bildwissenschaft, die visuelle Dimension von gesellschaftlichen Phänomenen reflektiert. Dort sind Perspektiven aus dem Gebiet der Trans* Studies allerdings eher randständig. In der Soziologie und der Geschlechterforschung finden wiederum mittlerweile Auseinandersetzungen um Transgeschlechtlichkeit statt, wobei Studien fehlen, die beides zusammendenken: Transgeschlechtlichkeit und Visualität.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mein Buch mit Josch Hoenes, einem Kollegen aus dem Bereich der visuell-orientierten Trans* Studies, zu diskutieren. Leider ist er im Herbst 2019 viel zu jung verstorben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Menschen, die im falschen Körper geboren sind‹: das sind keine transgeschlechtlichen Menschen, das ist das Bild, das von ihnen gezeichnet wird.

Autor_in(nen)
Robin K. Saalfeld
Buchtitel
Transgeschlechtlichkeit und Visualität Sichtbarkeitsordnungen in Medizin, Subkultur und Spielfilm
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
376
Ausstattung
kart., Klebebindung, 71 SW-Abbildungen, 13 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5076-1
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JFSK JHB
BISAC-Code
SOC032000 SOC012000 SOC022000
THEMA-Code
JBSF JBSJ JHB
Erscheinungsdatum
2020-02-20
Auflage
1
Themen
Medizin, Film, Geschlecht, Körper
Adressaten
Soziologie, Geschlechterforschung, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft
Schlagworte
Transgeschlechtlichkeit, Medien, Geschlecht, Körper, Fotografie, Film, Medizin, Populäre Medien, Voyeurismus, Sichtbarkeit, Gender Studies, Queer Theory, Kulturwissenschaft

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