Dogtown und X-Games – die wirkliche Geschichte des Skateboardfahrens

Körper, Räume und Zeichen einer Bewegungspraktik zwischen Pop- und Sportkultur

Subkultur und Sportbetrieb: Passt das zusammen? Das fragten viele, als Skateboarding für 2020 zur Olympiadisziplin erklärt wurde. Einerseits gab es in der Geschichte dieser sportiven Praktik tatsächlich Phasen, in der sie mit »Sport« kaum zu tun hatte. Andererseits aber war Olympia schon in den 1960ern Thema. Ausgehend von Foucaults Überlegungen zur »wirklichen Historie« und orientiert an der jüngeren »praxeologischen« Kultursoziologie rekonstruiert Eckehart Velten Schäfer erstmals umfassend jene Pendelbewegung zwischen Sport- und Popkultur, in der Skateboarding zum paradigmatischen Fall dessen wurde, was man heute etwas unglücklich »Trendsport« nennt.

38,00 € *

2020-03-20, 348 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5096-9

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Eckehart Velten Schäfer

Eckehart Velten Schäfer, Publizist in Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Sport ist auch ein Schaufenster auf Prozesse sozialen Wandels. Das gewählte Beispiel – Skateboarding – sogar ganz besonders, weil in dieser

Praktik ab den späteren 1970er Jahren der Prototyp eines neuen ›Sportsubjekts‹ entsteht. Dieses ist nicht mehr disziplinär formatiert und auf ›objektive‹ Leistung ausgerichtet, sondern empfindet sich als expressiv und künstlerisch. So trägt die Rekonstruktion der bewegten Geschichte dieser Praktik auch zu einer Genealogie der postmodernen Ordnung bei.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch bricht mit der in der sportsoziologischen Literatur oft zu statischen und kategorischen Unterscheidung zwischen klassisch-modernem Wettkampfsport und jüngeren, popkulturell imprägnierten Praktiken des ›Trendsports‹. Am Beispiel der wohl langlebigsten und in vielerlei Hinsicht paradigmatischen ›Trendsportart‹ rekonstruiert sie beispielhaft eine Pendelbewegung zwischen den Polen von Pop- und Sportkultur, in deren Verlauf sich diese beiden Pole auch verändern.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die ›wirkliche Geschichte‹ einer sportiven Praktik, die das Buch liefert, zeigt einen methodischen Ansatz, wie sich jenseits der klassischen Sujets der Vereins- und Verbands- oder Wettkampfs-, der Biografie- und auch der Ideengeschichte sporthistorisch arbeiten lässt: Sie geht von den konkreten körperlichen Bewegungen aus, die Sport zuerst und zuletzt ausmachen, und setzt diese mit raumsoziologischen und diskursanalytischen Perspektiven in eine produktive Wechselbeziehung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit langjährig in die Praktik involvierten Personen. Mit Leuten, die stadt- oder verbandspolitisch mit Sport und Freizeit befasst sind – und vielleicht nicht immer verstehen, wie diese ›Sportszene‹ tickt: Ich könnte hier als ›Übersetzer‹ wirken. Und natürlich mit Leuten aus Soziologie und Kulturwissenschaft, die sich die alte und immer neue Frage stellen, wie man die ebenen von "Struktur" und ›Handlung"‹forschungspraktisch vereint in den Blick bekommt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Skateboarding entsteht um 1960 als Kinderspiel, tendiert zunächst zum Wettkampfsport und öffnet Ende der 1970er Jahre das Feld des ›Trendsports‹.

Autor_in(nen)
Eckehart Velten Schäfer
Buchtitel
Dogtown und X-Games – die wirkliche Geschichte des Skateboardfahrens Körper, Räume und Zeichen einer Bewegungspraktik zwischen Pop- und Sportkultur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
348
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5096-9
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHB RGC JFC
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
JHB RGC JBCC
Erscheinungsdatum
2020-03-20
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Popkultur, Raum, Körper
Adressaten
Soziologie, Cultural Studies, Sportgeschichte sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Skateboarding, Subkultur, Sport, Medien, Postmoderne, Körper, Raum, Popkultur, Kultursoziologie, Soziologie, Sportwissenschaft

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