»Exposure« – Verletzlichkeit und das Politische in Zeiten radikaler Ungewissheit

»Exposure« bezeichnet das Moment des Ausgesetzt-Seins oder Sich-Aussetzens – ob gegenüber der Gewalt eines Naturereignisses, eines Terroranschlags oder dem wertenden Blick der Anderen. Wenn Verletzlichkeit eine Grundbedingung des Lebens ist, dann fragt das Konzept der »Exposure« danach, wie sich diese Verletzlichkeit in konkreten Situationen und Begegnungen zeigt, wie sie spürbar, fassbar und artikulierbar wird – und nicht zuletzt: wie sie produktiv gewendet werden kann. Im Prisma von »Exposure« untersuchen die Beiträger*innen des Bandes, wie sich das Politische in Zeiten radikaler Ungewissheit artikulieren kann – und wie es sich tatsächlich artikuliert. Mit Beiträgen u.a. von AbdouMaliq Simone, Frank Adloff sowie Christine Hentschel und Susanne Krasmann.

34,99 € *

2020-04-02, ca. 230 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5110-6
Dateigröße: ca. 3.94 MB

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Christine Hentschel

Christine Hentschel, Universität Hamburg, Deutschland

Susanne Krasmann

Susanne Krasmann, Universität Hamburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wir leben in Zeiten, in denen der Mut, sich zu zeigen, zu provozieren und etablierte Sichtweisen anzugreifen, selbst zur Attitüde reaktionärer Bewegungen geworden ist. Gleichzeitig wird in unserer Gegenwart besonders offenkundig, wie soziale Risiken und existenzielle Bedrohungen exponentiell wachsen und sich gesellschaftlich extrem ungleich verteilen. Das Konzept der Exposure, als das Ausgesetzsein und Sich-Aussetzen, kann beide Bewegungen, auch in ihrem Zusammenspiel, in den Blick nehmen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In ihrer Dramatik und Brutalität sind Exposures auch ›produktiv‹. Die Corona-Pandemie führt uns etwa vor Augen, wie Menschen innerhalb kürzester Zeit einem Virus – und sich gegenseitig – ausgesetzt sind. Dabei werden nicht nur Fragen vom Wert des Lebens, von Gerechtigkeit oder von Souveränität akut, es zeigen sich auch erstaunliche Spielarten von Kollektivität, Solidarität und Erfindungsreichtum.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Begriff der Exposure operiert in einem dynamischen Feld zwischen Politischer Theorie, Sozialtheorie und Kulturwissenschaft. Mit der Fokussierung auf Exposure tragen wir zu kritischen Debatten um Verletzlichkeit, Ungewissheit, Resilienz, Subjektivierung und Kollektivierung bei.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die kritische Sozialwissenschaft auch als kreative Herausforderung begreifen. Aber auch mit freiwilligen oder unfreiwilligen ›Expert*innen‹ von Exposure. Mit Survivalists, mit Pflegepersonal in Zeiten von Corona, mit Lokalpolitikerinnen, die bedroht werden, mit Aktivistinnen von Inselstaaten deren Existenz gefährdet ist, mit Greta Thunberg.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Exposure‹ erlaubt, Gesellschaft von ihren kritischen Momenten her zu begreifen.

Autor_in(nen)
Christine Hentschel / Susanne Krasmann (Hg.)
Buchtitel
»Exposure« – Verletzlichkeit und das Politische in Zeiten radikaler Ungewissheit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 230
Ausstattung
8 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5110-6
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA JPA JFSJ
BISAC-Code
SOC026000 POL010000 SOC032000
THEMA-Code
JHBA JPA JBSF
Erscheinungsdatum
2020-04-02
Themen
Politik, Sozialität
Adressaten
Soziologie, Politische Theorie, Gender Studies und Kulturwissenschaft
Schlagworte
Verletzbarkeit, Affekt, Gemeinschaft, Ungewissheit, Öffentlichkeit, Stadt, Istanbul, Gehörlosigkeit, Troll, Rechtsradikalismus, Resilienz, Subjekt, Phänomenologie, Ontologie, Frauenrechte, Sozialität, Politik, Soziologische Theorie, Politische Theorie, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziologie

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