Poop Feminism – Fäkalkomik als weibliche Selbstermächtigung

Fäkalkomik galt lange Zeit als männliche Domäne. Doch inzwischen entwerfen Komikerinnen wie Amy Schumer oder Rachel Bloom ganz eigene Perspektiven und Deutungsrahmen eines weiblichen Fäkalhumors. Unter dem Schlagwort »Poop Feminism« unterzieht Gregor Balke die semantischen Konturen dieser Komik mit Körperflüssigkeiten einer originellen Lesart des Populären und deutet sie als neues und subversives Mittel weiblicher Selbstermächtigung. In der mit ihren leiblichen Eskapaden inszenierten Frau, die hier als populärkulturelle persona in Erscheinung tritt, wird so eine Reflexionsfigur der Gegenwart greifbar, die das bekannte Missverhältnis der Geschlechter von einer durchaus unerwarteten Seite her zurechtzurücken vermag.

28,00 € *

6. März 2020, 188 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5138-6

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Gregor Balke

Gregor Balke, Universität Potsdam, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Frauen und Fäkalkomik sind in der Populärkultur eine Ausnahmeerscheinung. Dass sich das inzwischen ändert, verweist auf eine sich wandelnde (Selbst-)Wahrnehmung des Weiblichen, die bislang kaum untersucht wurde. Poop Feminism steht für eine Transformation weiblicher Narrative, die die gängigen medialen Imaginationsangebote durch Bilder ergänzen, die gezielt Fäkaltopoi zum komischen Anlass nehmen – und damit das mediale Terrain für Repräsentationen des Weiblichen erweitern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Fäkalkomik ist mehr als nur humoristischer Selbstzweck. Das Derbe und Grenzwertige hat in der Populärkultur immer eine Symbolmacht. Fäkalkomik ist gemeinhin männlich konnotiert. Fiktive Bilder von Frauen sind hingegen überwiegend an eine Ikonographie des Makellosen und Schönen angelehnt. Deswegen lässt sich die populärkulturelle Aneignung von Fäkalkomik als subversive weibliche Selbstermächtigung deuten, die gegen die übliche diskursive ›Ausbürgerung aus der Realität‹ (Silvia Bovenschen) des Weiblichen protestiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Serienforschung der zurückliegenden Jahre legt den Fokus gemeinhin auf die sogenannten Qualitätsserien, die mit komplexen Handlungsbögen und hohen ästhetischen Ansprüchen ihre Geschichten erzählen. Die Serien und Filme des Poop Feminism zeigen hingegen, dass auch vermeintlich einfache mediale Formate wie Sitcoms und Komödien progressive gesellschaftliche Deutungen eröffnen – und damit zugleich eine höchst interessante kulturelle Empirie für die Genderforschung bereitstellen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Neben den Vertreterinnen des Poop Feminism wie Rachel Bloom, Liz Meriwether oder Amy Schumer vor allem mit jenen, die mit soziologischer Aufgeschlossenheit die Populärkultur unserer Zeit rezipieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Poop Feminism beschreibt Fäkalkomik als neue Form weiblicher Selbstermächtigung im Resonanzraum gegenwärtiger Populärkultur.

»Das Buch überzeugt [...] nicht nur durch die Bearbeitung eines noch nicht allzu weit etablierten Themas, sondern auch durch die aussagekräftigen und jederzeit feministisch ausgerichteten Beispiele und Diskussionen dieser.«
Sabrina Schramme, TRUST, 203 (2020)
»Dem komischen Blick von Frauen* soziologisches und – ja wirklich – philosophisches Gewicht zu verleihen, ist ein Verdienst dieses Werks.«
Bettina Zehetner, www.frauenberatenfrauen.at, 4 (2020)
Autor_in(nen)
Gregor Balke
Buchtitel
Poop Feminism – Fäkalkomik als weibliche Selbstermächtigung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
188
Ausstattung
kart., Klebebindung, 30 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5138-6
DOI
10.14361/9783839451380
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JFCA JFD
BISAC-Code
SOC032000 SOC022000 SOC052000
THEMA-Code
JBSF JBCC1 JBCT
Erscheinungsdatum
6. März 2020
Auflage
1
Themen
Kultur, Geschlecht, Popkultur, Medien
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaft, Filmwissenschaft, Gender Studies, Medienwissenschaft, Mediensoziologie, Amerikanistik
Schlagworte
Fernsehen, Film, Medien, Komik, Fäkalhumor, Skatologie, USA, Fernsehserien, Populärkultur, Weiblichkeit, Gender, Amy Schumer, Rachel Bloom, Tina Fey, MeToo, Geschlecht, Selbstermächtigung, Kultur, Gender Studies, Popkultur, Mediensoziologie, Medienästhetik, Kulturwissenschaft

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