Care anders denken

Vorstellungen junger Erwachsener zur Gestaltung von Fürsorge

Warum kümmern sich Menschen um andere Menschen?

Maik Stöckinger nimmt die Beziehungen zwischen Gebenden und Erhaltenden von (Für-)Sorge in den Blick und geht der Frage gelingender Care-Arrangements nach. Dabei werden auf innovative Weise Reziprozitätstheorien und Theorien der Gabe in die Care-Debatte eingeführt. Der empirische Zugriff auf die Sorge-Problematik ermöglicht es, »Care/Fürsorge« anders zu denken und kann zudem für die Frage nach der Persistenz und dem Wandel ihrer vergeschlechtlichten Konnotation fruchtbar gemacht werden. Die Studie liefert so wertvolle Beobachtungen für die Suche nach den Bedingungen gelingender Sorge.

60,00 € *

2020-03-17, 284 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5141-6

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Maik Stöckinger

Maik Stöckinger, München, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Seit Jahrzehnten findet im sozialwissenschaftlichen Diskurs ein Austausch über Care statt, bei dem zurecht patriarchale und ökonomische gesellschaftliche Strukturen kritisiert werden. Dabei wurde wenig der Frage nachgegangen, warum Menschen sich um andere kümmern. Das vorliegende Buch nimmt diese Frage in den Blick. Es hilft zu verstehen, warum viele kümmernde Menschen sich in Ausbeutungsverhältnisse begeben und möchte zum Nachzudenken darüber anregen, wie man diese Verhältnisse ändern könnte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dass Sozialität und gesellschaftlicher Zusammenhalt über Gaben und Geschenke und deren Erwiderung gewährleistet wird, wissen wir schon von soziologischen und anthropologischen Klassikern. Für den aktuellen Care-Diskurs wurden deren Theorien wenig genutzt. Über die Gedankenwelt junger Erwachsener zur Gestaltung von Fürsorge schlägt das vorliegende Buch eine Brücke zwischen klassischen Theorien zur Gabe und Reziprozität und dem aktuellen Diskurs zur Care-Krise.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Verbindung aus Care und Reziprozitäts-/Gabe-Theorien ist bisher nicht verbreitet. Das vorliegende Buch schlägt erste Gedanken zu einem Konzept vor, Care anders zu denken und zu verstehen. Aus mikrosoziologischer Perspektive gibt es weitere Hinweise auf die Gründe für den Erhalt bestehender Ausbeutungsverhältnisse im Sorgebereich. Auf dieser Grundlage ließe sich über Zustand und Ausgestaltung weiterer Care-Bereiche debattieren und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen ihnen diskutieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich mit den Klassikern über das Buch und den von mir über das Buch hinaus beobachteten Zustand unserer Gesellschaft diskutieren. Marcel Mauss, Georg Simmel, Erving Goffman, Alvin Gouldner und Pierre Bourdieu wären hilfreiche Kollegen, um das Konzept zu schärfen. Nancy Fraser, Alessandro Pratesi, Joan Tronto, Kari Wærness, Jean-Claude Kaufmann, Gabriele Winker, Irene Götz, Karl Lenz, Stephan Lessenich und Andreas Schulz wären aktuell spannende Diskutant*innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Care anders denken« ist der erste Baustein, aus einer beziehungsorientierten Sorgetheorie heraus Kapitalismus- und Gesellschaftskritik zu betreiben.

Autor_in(nen)
Maik Stöckinger
Buchtitel
Care anders denken Vorstellungen junger Erwachsener zur Gestaltung von Fürsorge
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
284
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 24 Farbabbildungen, 3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5141-6
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ HPQ MQC
BISAC-Code
SOC032000 PHI005000 MED058200
THEMA-Code
JBSF QDTQ MQC
Erscheinungsdatum
2020-03-17
Auflage
1
Themen
Sozialität, Geschlecht, Ethik
Adressaten
Soziologie, Philosophie sowie Praktiker_innen in der Sorge-Arbeit
Schlagworte
Fürsorge, Sorge, Care, Junge Erwachsene, Deutschland, Geschlecht, Ethik, Sozialität, Gender Studies, Pflege, Qualitative Sozialforschung, Kulturwissenschaft

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