Johannes R. Becher und die literarische Moderne

Eine Neubestimmung

Von Jahrhundertwendedichtung und Expressionismus über Exilliteratur bis hin zur frühen DDR-Literatur – Johannes R. Bechers Werk in Lyrik, Prosa, Dramatik und Essayistik ist zweifellos vielseitig. Doch ist ihm die Zugehörigkeit zur Moderne immer wieder explizit aberkannt worden. Kristin Eichhorn revidiert diese These, indem sie eine grundlegende Neubestimmung literarischer Modernität vornimmt, die auf der inszenierten Repräsentativität von Autorschaft fußt und den Manifest-Charakter der Moderne selbst herausarbeitet. Nicht inhaltliche, ästhetische Vorgaben machen in diesem Sinne modernes Schreiben aus, sondern der immer wieder neugestaltete Gestus, der den Willen kommuniziert, modern zu sein.

39,99 € *

6. Oktober 2020, 292 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5142-7
Dateigröße: 2.12 MB

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Kristin Eichhorn

Kristin Eichhorn, Universität Paderborn, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Zu Johannes R. Becher hat es seit 1989 keine größeren Forschungsarbeiten gegeben, die über die Rekonstruktion biografischer Fakten hinausgehen. Das Bild, das wir von seinem literarischen Werk haben, wird von zahlreichen politisch-ideologischen Debatten überlagert, die noch aus dem Kalten Krieg stammen. Der äußerst vielseitige Dichter Becher ist heute zugunsten des DDR-Ministers in der öffentlichen Wahrnehmung fast völlig verschwunden, das Becher-Bild also höchst eindimensional.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch ist die erste umfassende Studie zu Bechers Gesamtwerk, die dieses in den Kontext der literarischen Moderne einordnet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Moment der Selbstinszenierung Bechers als Autor, die ein wesentliches Element seines literarischen Schreibens darstellt. Dadurch wird es möglich, die bisherige Erzählung von Bechers Entwicklung – vom expressionistischen Innovator zum Verfasser ästhetisch wertloser politischer Dichtung – zu hinterfragen und zu kontextualisieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Diskussion über die literarische Moderne ist häufig auf wenige kanonische Autoren konzentriert. In den Debatten wird oft genug daraus ein Bild von Moderne konstruiert, in das andere Dichter wie Becher, die zur selben Zeit geschrieben haben und ebenso einflussreich waren, nicht hineinpassen – oft mehr aus politischen als aus ästhetischen Gründen. Das Feld zu erweitern ist eine alte Forderung, der hier ein Stück zugearbeitet wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mich würde interessieren, was Bertolt Brecht dazu zu sagen hätte.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wer die Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihrer ästhetischen Vielfalt verstehen will, kommt an Johannes R. Becher nicht vorbei.

Autor_in(nen)
Kristin Eichhorn
Buchtitel
Johannes R. Becher und die literarische Moderne Eine Neubestimmung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
292
ISBN
978-3-8394-5142-7
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB HBTB
BISAC-Code
LIT004170 HIS054000
THEMA-Code
DSB NHTB
Erscheinungsdatum
6. Oktober 2020
Themen
Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Germanistik, Geschichtswissenschaft
Schlagworte
Johannes R. Becher, Moderne, Expressionismus, DDR-Literatur, Exil, Poesie, Widerstand, Dichtung, Atheismus, Avantgarde, Heimat, Barockdichtung, Kommunismus, Sozialismus, Osten, Literatur, Kulturgeschichte, Germanistik, Literaturwissenschaft

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