Sex als Performance

Theaterwissenschaftliche Perspektiven auf die Inszenierung des Obszönen

Sind Live-Sex-Shows Pornografie auf offener Bühne oder anspruchsvolle Performance-Kunst? Lea-Sophie Schiel begibt sich auf ein bis dato nicht erforschtes Gebiet und weist anhand teilnehmender Beobachtung in Live-Sex-Theatern, Performancekunst, Live-Sex-Chats und auf Fetisch-Messen nach, dass Sex immer – egal ob auf der Bühne oder im Bett – eine Performance und damit das Produkt sozialer Zusammenhänge ist. Angesichts der aktuellen feministischen Auseinandersetzungen um Sex-Arbeit, Pornografie und nicht zuletzt »MeToo« bildet das Buch einen zentralen wissenschaftlichen Beitrag, der das gesellschaftliche Verständnis von Sexualität herausfordert.

49,99 € *

2020-05-07, ca. 352 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5148-9
Dateigröße: ca. 4.03 MB

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Lea-Sophie Schiel

Lea-Sophie Schiel, Freie Universität Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Sexuelle Praktiken und ihre Darstellungsweisen offenbaren viel über unser gesellschaftliches Miteinander: Sex-Performances zeigen oft schonungslos unangenehme - wenn nicht sogar abgründige - Aspekte unserer Gesellschaft, die sonst nicht gezeigt werden. Mit dem Buch ermögliche ich einen wissenschaftlichen kritischen Blick auf Sexualität und will so zu einer dringend notwendigen enttabuisierenden und vorurteilsfreien breiten gesellschaftlichen Debatte beitragen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch eröffnet erstmals eine ausführliche theaterwissenschaftliche Perspektive auf das Thema Sexualität. Es zeigt wie sehr sexuelle Praktiken immer geprägt sind von Darstellung, Inszenierung und letztlich als Performance zu begreifen sind. Viele Menschen glauben, dass Sexualität, etwas Natürliches, Animalisches ist und in uns die Zivilisation ‹überlebt› hat. Mit meinem Buch ermögliche ich einen Blickwinkel auf Sexualität, der sie als soziales, kulturelles und damit auch veränderbares Phänomen versteht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mit meinem Buch bewege ich mich auf einem, nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wissenschaftlich umkämpften Mienenfeld, indem darum gestritten wird, welche sexuellen Praktiken und Darstellungsweisen erlaubt oder verboten werden sollen. Ich habe den Anspruch mit meinem Buch diese normative Debatte zu überwinden. Gleichzeitig liefert das Buch nicht nur aufgrund seiner theaterwissenschaftlichen Perspektive, sondern auch aufgrund der Untersuchungsgegenstände wie Live-Sex-Shows und -Chats einen völlig neuen Diskussionsbeitrag.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich das Buch mit den Performer*innen, deren Sex-Shows ich analysiert habe, besprechen. Nicht fehlen sollen in dieser Runde auch die Theoretikerinnen Gayle S. Rubin und Judith Butler sowie eine ganze Reihe herausragender Pornografie- und Sexualitätsforscher*innen, die mit wenig Geld und Anerkennung seitens der wissenschaftlichen Community ein gesellschaftlich extrem relevantes Feld bestellen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Sex als Performance zu begreifen, bedeutet anzuerkennen, dass wir in unseren sexuellen Praktiken vielmehr normgesteuert als triebgesteuert sind.

O-Ton: »Diese Frau hat fünf Jahre lang Live-Sex-Shows erforscht« – Lea-Sophie Schiel im Interview bei Vice am 25.10.2018.
http://bit.ly/2zvClmy
Autor_in(nen)
Lea-Sophie Schiel
Buchtitel
Sex als Performance Theaterwissenschaftliche Perspektiven auf die Inszenierung des Obszönen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 352
Ausstattung
3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5148-9
DOI
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JHBK5 AN
BISAC-Code
SOC032000 SOC000000 PER011020
THEMA-Code
JBSF JHBK JBFW ATD
Erscheinungsdatum
2020-05-07
Themen
Kultur, Geschlecht, Körper, Theater
Adressaten
Theater-, Sexual- und Kulturwissenschaft, Philosophie, Gender-, Porn-Queer-, Obscenity- und Performance-Studies sowie Pro-Sexarbeit- und Pro-Porno-Aktivist*innen, sex-positive intersektionale Feminist*innen
Schlagworte
Sex, Live-Sex, Performance, Das Obszöne, Pornografie, Feminismus, Theaterwissenschaft, Geschlecht, Körper, Kultur, Gender Studies, Sexualität, Cultural Studies, Kulturwissenschaft

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