Sexualität – Geschlecht – Affekt

Sexuelle Scripts als Palimpsest in literarischen Erzähltexten und zeitgenössischen theoretischen Debatten

Unterscheiden sich Männlichkeit und Weiblichkeit in der Sexualität? Sind Begehren und damit einhergehende Affekte geschlechtsspezifisch?

Christa Binswanger untersucht die Wechselwirkung von Sexualität, Geschlecht und Affekt in deutschsprachiger Literatur von 1954 bis 2008. Sexuelle Scripts dienen ihr auf intrapsychischer, interpersoneller und kultureller Ebene als Analyseinstrument für ausgewählte literarische Texte, die historisch eingeordnet und einem queer reading unterzogen werden. Die Metapher des Palimpsests veranschaulicht dabei die Verflechtung sexueller Scripts mit Konzepten von Männlichkeit und Weiblichkeit.

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2. April 2020, 328 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5168-7
Dateigröße: 2.29 MB

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Christa Binswanger

Christa Binswanger, Universität St.Gallen, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Eine heterosexuelle Paarbeziehung bedeutet für viele das Lebensglück – doch sexuelle Identitäten sind heute vielfältig und brüchig geworden. Die analysierten Texte setzen sich mit Geschlechterverhältnissen in homosexuellen Beziehungen, mit Auswirkungen von Emanzipation auf sexuelle Scripts, oder mit der affektiven Bedeutung von Liquid Gender auseinander. Meine queere Lektüre der Texte zeichnet Veränderungen von Gefühlen, Geschlechterverständnissen und Sexualität von 1950 bis ins 21. Jh. nach.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Meine Analyse sexueller Scripts in literarischen Texten stellt die Frage, wie Gender, Gefühle und Sexualität zusammenwirken. Die Komplexität intrapsychischer, interpersoneller und kulturelle Scripts erweist sich als vielseitig und in Machtverhältnisse eingebettet. Monologisch-autoritäre sexuelle Beziehungen verschließen sich egalitären Geschlechterverhältnissen, doch dialogische sexuelle Scripts eröffnen, wenn auch abhängig vom Kontext, Möglichkeiten für Wandel und gemeinsamen Bedeutungsgewinn.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Einerseits schließt die Arbeit an kritische Sexualwissenschaften an, da sich in sexuellen Geschlechterbeziehungen trotz einer allgemeinen Liberalisierung noch vieles bessern sollte. Andererseits greift sie Debatten der Affect Studies auf, die sich mit Gefühlen als politischem Instrument auseinandersetzen. Die transdisziplinäre Verbindung mit Geschlechterforschung ermöglicht, Sexualität, Affekt und Geschlecht als sich je gegenseitig konstituierend zu analysieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Personen, die jenseits von stereotypen Erwartungen nach dialogischen Wegen suchen, Sexualität und Gefühl miteinander zu leben, auszuhandeln und zu genießen. Es geht in den Texten weder um eine naive Romantik in sexuellen Geschlechterverhältnissen, noch um eine universelle ›sex positivity‹; auch Macht- und Gewaltverhältnisse werden geschildert. Die literarischen Texte und theoretischen Debatten sollen dazu anregen, Spannungsverhältnissen rund um Begehren und Geschlecht zu reflektieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Lektüre literarischer Texte analysiert und reflektiert sexuelle Scripts und stellt stereotype Erwartungen an Geschlecht und Gefühl in Frage.

Autor_in(nen)
Christa Binswanger
Buchtitel
Sexualität – Geschlecht – Affekt Sexuelle Scripts als Palimpsest in literarischen Erzähltexten und zeitgenössischen theoretischen Debatten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
ISBN
978-3-8394-5168-7
DOI
10.14361/9783839451687
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JFSJ DSB
BISAC-Code
SOC022000 SOC032000 LIT000000
THEMA-Code
JBCC JBSF DSB
Erscheinungsdatum
2. April 2020
Themen
Kultur, Geschlecht, Literatur
Adressaten
Gender Studies, Soziologie, Literaturwissenschaft, Affect Studies, Queer Studies, Kulturwissenschaft, Kritische Sexualwissenschaft
Schlagworte
Geschlecht, Sexualität, Deutsche Literatur, Script, Geschlechterforschung, Kritische Sexualforschung, Palimpsest, Erzähltheorie, Moderne, Postmoderne, Max Frisch, Verena Stefan, Guido Bachmann, Elfriede Jelinek, Juli Zeh, Marlene Streeruwitz, Selbst, Affekt, Kultur, Literatur, Kulturtheorie, Gender Studies, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft

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