Kritik – Selbstaffirmation – Othering

Immanuel Kants Denken der Zweckmässigkeit und die koloniale Episteme

Die Rassentheorie, die Geschichtsphilosophie, die Ästhetik und die Naturteleologie haben eine Gemeinsamkeit: In all diesen Themengebieten entwickelte Immanuel Kant ein Denken der Zweckmässigkeit. Die Fokussierung auf diesen Strang macht eine Verbindung sichtbar, die von seinen frühen Schriften zu den unterschiedlichen »Rassen« der Menschen hin zur Kritik der Urteilskraft und damit zu seiner Selbstreflexion über die kritische Philosophie reicht. Karin Hostettler arbeitet das mit diesem Denken verbundene Othering und die damit einhergehende Selbstaffirmation heraus und zeigt so die Selbstverortung der kritischen Philosophie in einer kolonialen Episteme auf.

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2. April 2020, 242 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5176-2
Dateigröße: 2.23 MB

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Karin Hostettler

Karin Hostettler, Universität Basel, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Kant ist nach wie vor ein wichtiger philosophischer Referenzpunkt, gerade auch für kritische Denker_innen. In den letzten Jahren wurde aber immer wieder auf hoch problematische Äußerungen aufmerksam gemacht, die Kant in Bezug auf Geschlecht und ›Rassen‹ getroffen hat – dies manchmal auch verbunden mit dem Gestus, Kant verabschieden zu wollen. Mich hat es interessiert, diesem Spannungsfeld weiter nachzugehen und eine eigene Haltung zu finden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mit dem Buch zeige ich auf, wie Kants kritische Philosophie begleitet ist von Otherings und Selbstaffirmationen. Dabei greife ich verschiedene philosophische Themen wie das geschichtsphilosophische, ästhetische und teleologische Denken auf. Dadurch wird sichtbar, wie sehr die kritische Philosophie mit Othering und Selbstaffirmation verbunden ist: Das Verständnis der kritischen Philosophie als System, wie Kant es versteht, ist ein Akt der Selbstaffirmation, der andere Sichtweisen negiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Fragen, was Kritik leisten kann oder soll, sind zentral für die gegenwärtigen post_kolonialen und feministischen Debatten. Für diese Fragen spielt Kant immer noch eine zentrale Rolle.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich bin natürlich sehr auf die Rezeption gespannt, insbesondere auch von Philosoph_innen wie Nikita Dhawan, Ruth Sonderegger oder auch Jennifer Mensch, die ein für dieses Buch sehr wichtigen Beitrag verfasst hat und aufgezeigt hat, dass Kant die Entwicklung der Vernunft als epigenetischen Vorgang versteht.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine kritische Relektüre der kritischen Philosophie Kants aus einer queer-feministisch post_kolonialen Perspektive.

Autor_in(nen)
Karin Hostettler
Buchtitel
Kritik – Selbstaffirmation – Othering Immanuel Kants Denken der Zweckmässigkeit und die koloniale Episteme
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
242
ISBN
978-3-8394-5176-2
DOI
10.14361/9783839451762
Warengruppe
1526
BIC-Code
HPC HBTR
BISAC-Code
PHI016000 PHI000000 POL045000
THEMA-Code
QDH NHTR
Erscheinungsdatum
2. April 2020
Themen
Postkolonialismus, Rassismus
Adressaten
Postcolonial Studies, Philosophie, Gender Studies
Schlagworte
Aufklärung, Philosophie, Postkoloniale Studien, Immanuel Kant, Geschichtsphilosophie, Zweckmäßigkeit, Natur, Vernunft, Freiheit, Kultur, Anti-Imperialismus, Naturteleologie, Kritische Materialität, Deutsche Philosophiegeschichte, Philosophische Anthropologie, Postkolonialismus, Rassismus

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