Sich selbst vergleichen

Zur Relationalität autobiographischen Schreibens vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Wer das eigene Leben beschreibt, vergleicht sich mit anderen und mit sich selbst: Unter diesem Gesichtspunkt nehmen die vier Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen die Geschichte des autobiographischen Schreibens neu in den Blick. Leitend ist dabei die Erkenntnis, dass in Selbstbeschreibungen nicht ein vermeintlich autonomes Ich im Mittelpunkt steht, sondern ein stets in Beziehung stehendes relationales Selbst. Wie sich solche Individualität durch das Sich-Selbst-Vergleichen auf historisch jeweils unterschiedliche Weise herstellt, wird anhand von Autor*innen wie Petrus Abaelard, Guibert von Nogent, Giovanni di Pagolo Morelli, Jean-Jacques Rousseau, Johann Wolfgang von Goethe, Bertha von Suttner, Walter Benjamin, Roland Barthes, Didier Eribon und vielen anderen analysiert.

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7. Mai 2020, 300 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5200-4
Dateigröße: 2.17 MB

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Franz-Josef Arlinghaus

Franz-Josef Arlinghaus Universität Bielefeld, Deutschland

Walter Erhart

Walter Erhart, Universität Bielefeld, Deutschland

Lena Gumpert

Lena Gumpert, Universität Bielefeld, Deutschland

Simon Siemianowski

Simon Siemianowski,Universität Tübingen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Autobiographien gelten als Selbstbeschreibungen, in denen eine jeweils besondere Individualität Gestalt gewinnt; das Sich-Selbst-Vergleichen wiederum prägt unseren Alltag in kaum bekanntem Maße. Welchen Stellenwert hat das Vergleichen für die Ausformung einer oftmals als ‹unvergleichbar› bezeichneten Individualität? Das Buch untersucht erstmals das vergleichende Sich-In-Beziehung-Setzen anhand autobiographischer Texte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Frage nach der ‹Individualität› ist zugleich auch die Frage nach der Relation des Einzelnen zu sich selbst und zu anderen. Mit der Konzentration auf das Vergleichen als zentralem Element solcher Relationierungen gelingt eine neue Perspektivierung auf ‹Individualität› und auf das Vergleichen. Auf der Basis theoretischer Überlegungen sowohl zum ‹Vergleich› als auch zur ‹Individualität› bietet das Buch neue Analysen prominenter autobiographischer Texte vom 12. bis zum 21. Jahrhundert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch ist durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Literatur- und Geschichtswissenschaft gekennzeichnet. Das Ziel ist erstens eine interdisziplinäre und historische Erweiterung der Autobiographie-Forschung über Disziplinen- und Epochengrenzen hinweg, zweitens die Historisierung theoretischer Konzepte von ‹Individualität› und ‹Vergleichen›, drittens die Anwendung dieser abstrakten Konzepte auf konkrete autobiographische Texte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Literatur-, Geschichts- und Sozialwissenschaftler*innen, mit Leser*innen

von Autobiographien sowie mit Augustinus, Petrus Abaelard, Giovanni Morelli, Jean-Jacques Rousseau, Goethe und Didier Eribon.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch untersucht die Geschichte der Individualität und des Sich-Vergleichens anhand autobiographischer Texte vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Besprochen in:
https://ekvv.uni-bielefeld.de, 24.07.2020
Buchtitel
Sich selbst vergleichen Zur Relationalität autobiographischen Schreibens vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
300
ISBN
978-3-8394-5200-4
DOI
10.14361/9783839452004
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB DSB JFC
BISAC-Code
HIS054000 LIT000000 SOC022000
THEMA-Code
NHTB DSB JB
Erscheinungsdatum
7. Mai 2020
Themen
Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Autobiographie, Mittelalter, Vergleich, Subjekt, Relationalität, Vormoderne, Individualität, Petrus Abaelard, Guibert Von Nogent, Jean-Jacques Rousseau, Johann Wolfgang Von Goethe, Bertha Von Suttner, Walter Benjamin, Roland Barthes, Kulturgeschichte, Literatur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft

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