Die Hölle der Spätmoderne

Soziologische Studien zum Bedeutungswandel ewiger Verdammnis

Die Hölle ist aus der Mode gekommen – oder etwa nicht? Als Androhung ewiger Verdammnis bei weltlichem Fehlverhalten kann sie in der säkularisierten Gesellschaft nicht mehr dienen. Zugleich lässt sich eine Veralltäglichung des Begriffs feststellen, die eine Bedeutungsdiffusion anzeigt: Die Hölle scheint nicht mehr für ewig zu sein, und ihre Hitze wie ihr neuer passagenhafter Charakter verweisen eher auf eine Assoziation mit dem Fegefeuer. Das aber wäre noch nicht einmal ein Vorhof zur Hölle. Die Beiträge des Bandes gehen der Frage nach, wie es um das Höllenverständnis in der spätmodernen Gesellschaft bestellt ist – und kommen zu erhellenden Einsichten: vom Krieg bis zum Pflegeheim, von Theresienstadt bis zur Hölle der Gesellschaft.

38,99 € *

9. Juni 2021, 388 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5216-5
Dateigröße: 7.44 MB

als Sofortdownload verfügbar

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Weiterempfehlen

Oliver Dimbath

Oliver Dimbath, Universität Koblenz-Landau, Deutschland

Lena M. Friedrich

Lena M. Friedrich, Universität Koblenz-Landau, Deutschland

Winfried Gebhardt

Winfried Gebhardt Universität Koblenz-Landau, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Städte waren immer ein ›Aushängeschild‹, meist der sozio-politischen Eliten: ›Bühnen‹ aristokratischer Schaukämpfe oder bürgerlich-nationale ›Schaufenster‹ der Nation(en). London, Paris und Rom erfahren des im 19. Jahrhundert dominanten Nationalismus ihre Ausgestaltung, die sie aktuell noch prägt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Straßen, Plätze und markante Bauwerke werden nicht singulär, sondern im Kontext einer urbanistischen Analyse als Elemente symbolischer Machtgesten interpretiert. Dabei stellen die drei ausgewählten Metropolen exemplarisch unterschiedliche ›Typen‹ nationaler ›Schaufenster‹ dar: Paris als klassisches Modell und globales Vorbild, London als Hauptstadt des größten Empires im Modus des understatements, Rom als Nachzügler mit der reichsten historischen Tradition.

3.Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit dem ›cultural turn‹ der 1990er Jahre gehört die Inszenierung städtischer Räume zu einem kontinuierlichen Diskurs, an dem sich Architektur- und Kunsthistoriker, Kulturgeographen und Raumsoziologen beteiligen. Das vorliegende Buch versteht sich als ein Beitrag zur konkreten Raumanalyse aus interdisziplinärer Sicht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Städteplaner*innen von heute – im Hinblick auf ihre Ansätze, Städte für ihre Bewohner*innen attraktiv zu gestalten. Mit Stadthistoriker*innen, die sozio-politischen Fragestellungen in ihren Forschungshorizont einbeziehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Symbolische Machtgesten hat es zu allen Zeiten gegeben: Heute finden sie sich z.B. in den sozialen Medien, im 19. Jahrhundert u.a. in der Architektur und Stadtplanung.

Buchtitel
Die Hölle der Spätmoderne Soziologische Studien zum Bedeutungswandel ewiger Verdammnis
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
388
Ausstattung
10 SW-Abbildungen, 5 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5216-5
DOI
10.14361/9783839452165
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFC JHB JFSR
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000 SOC039000
THEMA-Code
JBCC JHB JBSR
Erscheinungsdatum
9. Juni 2021
Themen
Kultur, Gesellschaft
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft
Schlagworte
Kultur, Wissen, Hölle, Religion, Sprache, Medien, Himmel, Ewigkeit, Theresienstadt, Pflegeheim, Gedächtnis, Tod, Propagandafilm, Krieg, Jean Paul Sartre, Walter Benjamin, Mode, Metal, Film, Gesellschaft, Kultursoziologie, Wissenssoziologie, Religionssoziologie, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung