Geistige Erfahrung

Zeitlichkeit und Imaginativität der Erfahrung nach Adorno und Derrida

Wie namhafte Interpreten von Theodor W. Adornos Werk berichten, sollte die Negative Dialektik in eine »Theorie der geistigen Erfahrung« münden. David Jöckel unternimmt daher erstmalig einen Deutungsversuch dieses sperrigen Begriffs. Entlang der zentralen begrifflichen Dimensionen Zeitlichkeit, Imaginativität und Unbewusstheit zielt er nicht nur auf eine neuartige Lektüre dieses philosophischen Konzepts, sondern auch auf ihre fruchtbare Öffnung gegenüber den in Jacques Derridas Texten zentralen Figuren Iterabilität, Temporalisierung und Spektralität.

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4. August 2020, 308 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5231-4

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David Jöckel

David Jöckel, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Paradigma der ›Kritischen Theorie‹ hat sich in den letzten Jahrzehnten weiter diversifiziert und kann ungebrochenen, wenn nicht verstärkten Zuspruch aus der jüngeren Generation für sich reklamieren. Wiewohl zu den ›Vordenkern‹ dieses Paradigmas gehörig, ist es trotz vieler Veröffentlichungen aus dem Nachlass um Adornos Werk eher ruhig geworden. Die Zusammenschau dieser jüngeren und mancher bisher eher marginal beachteter älterer Texte Adornos kann der Rezeption allerdings neue Impulse zuführen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der leitende Verdacht der Studie gründet sich auf Äußerungen Detlev Claussens und Rolf Tiedemanns und lautet: ›Geistige Erfahrung‹ ist ein Schlüsselbegriff von Adornos Philosophie und, so meine These, ein Knotenpunkt, dessen Erörterung ein gewandeltes Licht auf eine Reihe weiterer Begriffe zu werfen vermag (wie Kraftfeld, Wahrheitsgehalt, atomistisches & strukturelles Hören, das Nichtidentische u.a.). Zeitlichkeit und Imaginativität sind überdies wesentliche Gehalte dieses Begriffs.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch sucht Abstand zu nehmen von den allbekannten Topoi der Rezeption und sich Begriffen und textuellen Zusammenhängen in Adornos Werk zuzuwenden, die Anschlüsse unüblicher Art nahelegen: Kants Begriff der Einbildungskraft und Freuds Begrifflichkeit von Überdetermination, Unbewusstem und Kryptomnesien. Im Zentrum steht jedoch der Versuch, sich Derridas präzise zeittheoretische Überlegungen sowie seinen Begriff der Iterabilität für die Deutung des Begriffs geistiger Erfahrung zunutze zu machen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Niklas Luhmann meinte ja im Interview mit Ulrich Boehm auf die Frage hin, welche Kritiker seiner Systemtheorie er am meisten fürchte: die dummen. Ich würde vielleicht weniger hoch greifen, und sagen: es ist sowieso immer schön, wenn es eine Diskussion gibt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein eigenartiges Buch über Adorno und eine systematische Erkundung im intertextuellen Terrain zwischen Adornos Werk und dem Kants, Freuds, Derridas.

Autor_in(nen)
David Jöckel
Buchtitel
Geistige Erfahrung Zeitlichkeit und Imaginativität der Erfahrung nach Adorno und Derrida
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
308
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5231-4
DOI
10.14361/9783839452318
Warengruppe
1526
BIC-Code
HPC HPCF
BISAC-Code
PHI016000 PHI040000
THEMA-Code
QDH QDHR
Erscheinungsdatum
4. August 2020
Auflage
1
Themen
Sprache
Adressaten
Soziologie, Philosophie, Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Theodor W. Adorno, Jacques Derrida, Erfahrung, Zeitlichkeit, Relationalität, Geist, Gedächtnis, Psyche, Wahrnehmung, Iterabilität, Dialektik, Sprache, Deutsche Philosophiegeschichte, Französische Philosophiegeschichte, Kritische Theorie, Philosophiegeschichte, Philosophie

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