Lesen lernen im Nationalsozialismus

Theoriekonzepte - Kindheitsbilder - Bildungspolitik

Das Lesenlernen im Nationalsozialismus wird aufgrund einer vordergründig stilisierten Fibel-Idylle des »unschuldigen Kindes« gemeinhin in der Bedeutung für die »völkische Erziehung« unterschätzt. Die Rekonstruktion des komplexen kontextuellen Bedingungszusammenhangs der Fibel-Gestaltung und -Produktion im »Dritten Reich« zeigt, dass dem Lesenlernen eine wesentliche Funktion bei der ideologischen Formierung des »deutschen Kindes« zukam. Diese folgte konzeptionell dem Prinzip der kindgemäßen Vermittlung einer fraglosen Anerkennung der »Volksgemeinschaft« als positiv erlebbare Zugehörigkeitsordnung, verbunden mit der Vorbereitung und Anbahnung gewaltförmigen Handelns.

39,99 € *

15. März 2021, 390 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5255-4
Dateigröße: 13.63 MB

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Kristin Straube-Heinze

Kristin Straube-Heinze, Schwäbisch-Gmünd, Deutschland

Carsten Heinze

Carsten Heinze, Technische Universität Dresden, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mit dem Buch wird erstmals eine umfassende Untersuchung zur Bedeutung des Schriftspracherwerbs für die Volksgemeinschaftserziehung im Nationalsozialismus vorgelegt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die bildungshistorische Operationalisierung der Dispositivanalyse im Anschluss an Michel Foucault und die Erschließung bisher unberücksichtigter Quellenbestände ermöglichen es, die komplexe Konstellation von Wissen und Macht im Dispositiv des Lesenlernens zu rekonstruieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Anknüpfend an die Forschungsperspektive der ›Volksgemeinschaft‹ als Resultat sozialer Aushandlungsprozesse werden die Strategien zur methodisch-didaktischen Transformation der NS-Ideologie vor dem Hintergrund bildungspolitischer Steuerungsversuche analysiert. Damit wird ein Beitrag zur Diskussion über die Handlungslogik der nationalsozialistischen Pädagogik geleistet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch eröffnet ein interdisziplinäres Feld für die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Forschungszugängen aus Erziehungswissenschaft, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Kunstwissenschaft und Psychologie. Insofern können disziplinübergreifende Diskussionen wichtige Impulse für die weitere Erforschung der Komplexität nationalsozialistischer Vergemeinschaftung geben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch verdeutlicht die ›strategische Funktion‹ (Foucault) des Schriftspracherwerbs für die Konstitution von Zugehörigkeit im NS-Regime.

Buchtitel
Lesen lernen im Nationalsozialismus Theoriekonzepte - Kindheitsbilder - Bildungspolitik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
390
Ausstattung
21 SW-Abbildungen, 38 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5255-4
DOI
10.14361/9783839452554
Warengruppe
1571
BIC-Code
JNA
BISAC-Code
EDU016000 EDU040000
THEMA-Code
JNB JNA
Erscheinungsdatum
15. März 2021
Themen
Bildung, Kulturgeschichte
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Historische Bildungsforschung, Fachdidaktik Deutsch, Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kunstwissenschaft, Fachdidaktik Kunst, Psychologie
Schlagworte
Schulbuch, Nationalsozialismus, Lesenlernen, Lesen, Kindheitsforschung, Schriftspracherwerb, Gewalt, Fibel, Bildungspolitik, Verlagswesen, Unterrichtsforschung, Volksgemeinschaft, Reichserziehungsministerium, Nationalsozialistischer Lehrerbund, Philipp Bouhler, 2. Weltkrieg, Kindheitsmythos, Rassismus, Bayreuther Richtlinien, Kulturgeschichte, Bildung, Bildungsgeschichte, Bildungstheorie, Bildungsforschung, Pädagogik

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