Architekturen des Inauthentischen

Eine Apologie

Eine Architekturästhetik des Inauthentischen richtet sich gegen jenen Authentizitätsbegriff, der in der Architekturtheorie und -publizistik als Zentralkategorie fungiert, um künstlerische Autorschaft, bauliche Materialität und unverfälschten Traditionsbezug zu beglaubigen und zu prämieren. Mit der Artikulation der Qualitäten architektonischer Inauthentizitätsphänomene, wie sie die stilimitierende Baukunst des Historismus und deklarativ künstliche Themenarchitekturen – etwa in den Stadtästhetiken von Budapest, Tiflis, Baku, Wiesbaden, Atlantic City und Doha – ausbilden, will Christian Rabl mit seinen Architekturen des Inauthentischen die architekturtheoretischen Authentizitätskategorien deplausibilisieren.

55,00 € *

2020-04-06, 560 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5273-4

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Christian Rabl

Christian Rabl, Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Imperative der Authentizität bilden eine Hauptbewertungskategorie gegenwärtiger Architekturdiskurse, die Qualitäten vieler Architektur- und Stadtästhetiken lassen sich innerhalb dieses Authentizitätsdiktats allerdings nur ungenügend verhandeln, da diese auf ihnen anhaftenden (intentionalen und nicht-intentionalen) Inauthentizitätswirkungen gründen. Das Buch will eine Architekturästhetik artikulieren, die die genuinen Reize des Inauthentischen einholt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ein Rezeptionsprojekt, das das Inauthentische und Künstliche als architektonisches Merkmal affirmiert – in den Dimensionen künstlerischen Ausdrucks, materieller Wahrheit und geschichtlicher Bezugnahme –, verschiebt architekturtheoretische Klassifizierungsmaßstäbe, speziell in Bezug auf den Historismus des 19. und die Themenarchitektur des 20. Jahrhunderts. Sie konstelliert sich zudem oppositionell zu den Echtheitsdoktrinen der Moderne, speziell des Funktionalismus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine Apologie des Inauthentischen durchschneidet mehrere architekturtheoretische Debatten, die sich auf Ableitungskategorien des Authentizitätsbegriffs stützen. Am Historismus werden die Attraktionen des Imitativen, an der Themenarchitektur die deklarativen Spektakelwerte der Künstlichkeit akzentuiert. In der Rekonstruktionskontroverse diskutiert sie die in Inauthentizitätswirkungen virulente historische Markiertheit der ›Erinnerungsarchitekturen‹.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit kulturtheoretisch interessierten Architekten und Architekturkritikern, die zwar die theoretische Frontstellung dieses Buches teilen, die emanzipatorischen Potentiale einer anti-essentialistischen Rezeptionsperspektive betonen, die aus ästhetikimmanenten und/oder professionspolitischen Gründen mit den Brüskierungen des Inauthentischen in der Architektur aber nicht einverstanden sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Architekturbetrachtung bleibt einseitig, wenn sie ausschließlich entlang der Interpretationsachse der Authentizitätsimperative artikuliert wird.

Autor_in(nen)
Christian Rabl
Buchtitel
Architekturen des Inauthentischen Eine Apologie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
560
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-5273-4
DOI
Warengruppe
1584
BIC-Code
AM HBTB
BISAC-Code
ARC010000 HIS054000
THEMA-Code
AM NHTB
Erscheinungsdatum
2020-04-06
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Architektur, Stadt
Adressaten
Architektur, Kunstgeschichte, Kulturtheorie, Kunsttheorie
Schlagworte
Architekturtheorie, Authentizität, Historismus, Themenarchitektur, Stadt, Stilimitation, Denkmalpflege, Tradition, Klassizismus, Orientalismus, Autorschaft, Budapest, Tiflis, Baku, Wiesbaden, Atlantic City, Doha, Architektur, Kulturgeschichte, Kulturphilosophie

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