Geschlechtsspezifische Gewalt in Zeiten der Digitalisierung

Formen und Interventionsstrategien

Digitale Gewalt kommt nicht nur im öffentlichen Raum vor, sondern auch in privaten Beziehungen – und hat in Kombination mit häuslicher und sexualisierter Gewalt eine deutlich geschlechtsspezifische Komponente. Durch Informations- und Kommunikationstechnologien haben Gewaltformen wie Doxing, Stalking, Hate Speech und Online-Belästigung und -Bedrohung stark zugenommen und durch die Nutzung des Internets ihre Wirkmächtigkeit verstärkt.

Die Beiträger*innen des Bandes liefern für den Umgang mit diesen Gewaltformen grundlegende interdisziplinäre Analysen und diskutieren sowohl juristische, technische und aktivistische Interventionen als auch Erfahrungen aus der Beratungspraxis. Dabei werden zentrale politische Änderungsbedarfe ausgemacht und entsprechende Handlungsoptionen aufgezeigt.

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18. Juni 2021, 334 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5281-9
Dateigröße: 1.06 MB

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1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Geschlechtsspezifische Gewalt tritt zunehmend auch in digitalisierter Weise auf. Dennoch gibt es so gut wie keine Publikationen dazu. Dieses Schweigen trägt auch dazu bei, dass Betroffene und ihr Umfeld, Berater_innen, Polizei, Politik etc. die Gewalt als solche nicht erkennen, und entsprechend nicht dagegen intervenieren können. Das Buch soll dazu beitragen, dieses Schweigen zu brechen, indem es das Thema der Digitalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Durch die Pandemie hat die Digitalisierung einen Quantensprung gemacht. Gleichzeitig haben Lockdowns etc. die physische Kontaktaufnahme erschwert, sodass davon auszugehen ist, dass auch die Prävalenz von geschlechtsspezifischer Gewalt durch digitale Mittel zugenommen haben wird. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Quantensprung auch dazu beigetragen hat, dass der digitale Gendergap sich verringert hat, sodass Betroffene von Gewalt sich besser zur Wehr setzen können.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch ermöglicht das Erkennen von Formen digitaler Gewalt, erläutert interdisziplinäre Umgänge damit (politisch, juristisch, sozialarbeiterisch, technisch und aktivistisch) und zeigt Schutzlücken auf. Es verdeutlicht, dass eine Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Gewalt – wie z.B. bei Stalking – keinen Sinn macht und plädiert dafür, geschlechtsspezifische Gewalt in Debatten zu Digitalisierung zu inkludieren, ebenso die Digitalisierung von Gewalt in Debatten um geschlechtsspezifische Gewalt.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Digitale Gewalt gibt es in privaten Beziehungen und bei häuslicher und sexualisierter Gewalt. Sie hat eine deutliche geschlechtsspezifische Komponente.

Zukünftige Forschung zu geschlechtsspezifischer Gewalt ist gefordert, Prävalenzen von digitaler Gewalt zu erfassen. Das betrifft Formen und Vorkommnisse sowie die Erfassung von Betroffenheiten von trans, inter und nonbinary Personen.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit feministischen Netzaktivist_innen, mit Betroffenen von geschlechtsspezifischer digitaler Gewalt, prominenten Betroffenen von Hate Speech, wie z.B. Dunja Hayali.

6. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch erschreckt zunächst, weil es aufzeigt, dass auch digitales Wissen missbraucht wird; gleichzeitig macht es Mut, denn es zeigt mögliche Interventionen.

»Dies ist eine ausführliche Bestandsaufnahme und Sichtbarmachung von Leerstellen. Spannend sind vor allem die Best Practice Beispiele aus anderen Ländern.«
Michael Lausberg, www.scharf-links.de, 01.08.2021
Besprochen in:
https://www.fu-berlin.de, 23.06.2021
https://idw-online.de, 24.06.2021, Christiane Schwausch
https://www.gew-ansbach.de, 09.07.2021 https://www.konturen.de, 15.07.2021
Buchtitel
Geschlechtsspezifische Gewalt in Zeiten der Digitalisierung Formen und Interventionsstrategien
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
334
Ausstattung
3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-7328-5281-9
DOI
10.14361/9783839452813
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JFD JFFE
BISAC-Code
SOC032000 SOC052000 SOC051000
THEMA-Code
JBSF JBCT1 JBFK
Erscheinungsdatum
18. Juni 2021
Themen
Geschlecht, Zeitdiagnose, Gewalt
Adressaten
Soziologie, Soziale Arbeit, Gender Studies, Rechtswissenschaft, Informatik sowie Praktiker*innen im Bereich Gewaltprävention und Gewalt gegen Frauen
Schlagworte
Gewalt Gegen Frauen, Digitale Gewalt, Soziale Medien, Spionage Software, Frauenberatungsstelle, Internet, Stalking, Doxing, Überwachung, Cloud, Hate Speech, Trolling, Soziale Isolation, Cyber Harassment, Sexting, Identitätsmissbrauch, Deep Fake, Strafrecht, Zivilrecht, Öffentliches Recht, Partnerschaftsgewalt, Geschlecht, Gewalt, Gender Studies, Digitale Medien, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft

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