Obskure Organisationen

Logen, Clubs und Männerbünde als organisationssoziologische Sonderfälle

Die moderne Gesellschaft fordert von Organisationen zunehmend Responsivität, etwa im Bereich der Transparenz. Obskure Organisationen wie Logen, Clubs, Zünfte oder Studierendenvereine widersetzen sich jedoch anscheinend problemlos diesen gesellschaftlichen Erwartungen. Roman Gibel untersucht die besonderen Organisationsmerkmale dieser Zusammenschlüsse und zeigt, wie rigide Selektionspraktiken, Bewährungsphasen und distinkte Wertevermittlung für organisationsinternen Rückhalt sorgen – und wie Umwelterwartungen teils ignoriert und teils auf zeremonielle Art und Weise befriedigt werden. Dabei deckt er auch im Verborgenen wirksame Netzwerkeffekte in Form ökonomischer und politischer Verflechtungen auf.

50,00 € *

19. November 2020, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5283-3

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Roman Gibel

Roman Gibel, Universität Luzern, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Modernen Organisationen wird eine hohe Responsivität auf Umwelterwartungen zugeschrieben. Dabei geht vergessen, dass auch Widersetzung und Resistenz Formen des Wandels sind. Obskure Organisationen sind verschwiegen, anachronistisch und stark mit sich selbst beschäftigt. Das macht sie zu verhältnismäßig langlebigen Organisationen. Das Buch zeigt auf, wie ihnen das in Gesellschaften, die zunehmend Ansprüche an Organisationen stellen, gelingt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Obskure Organisationen ermöglichen die weitgehend verdeckte Vernetzung ihrer Mitglieder, wo ohne Organisationen keine Vernetzung bestehen würde. Diese Beziehungen sind vertrauensvoll und basieren auf idealisierter Intimität und Auserwähltheit. Dies wiederum verleiht etablierten Mitgliedern den Status von Kreditwürdigkeit. Dabei handelt es sich um einen Effekt von Organisation mit Implikationen für die vermittelnde Rolle obskurer Organisationen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Obskure Organisationen wie Clubs, Logen oder Männerbünde sind zwar weit verbreitet, erfahren aber erstaunlich wenig Aufmerksamkeit, weil sie nicht dem bürokratischen oder postbürokratischen Organisationstyp entsprechen. Das Buch füllt diese Forschungslücke und beleuchtet den Konflikt zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und internen Ritualen in obskuren Organisationen, indem verschiedene Konzepte aus der soziologischen Institutionentheorie kombiniert werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

WEF-Teilnehmer*Innen, Old-Boy-Netzwerken oder den Mitgliedern eines lokalen Traditionsvereines.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Zutritt nur für Mitglieder! Entgegen diesem Credo gibt diese Untersuchung organisationssoziologische Einblicke in die Welt obskurer Organisationen.

Autor_in(nen)
Roman Gibel
Buchtitel
Obskure Organisationen Logen, Clubs und Männerbünde als organisationssoziologische Sonderfälle
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
320
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 8 SW-Abbildungen, 14 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5283-3
Warengruppe
1724
BIC-Code
KJU
BISAC-Code
SOC026000 BUS085000
THEMA-Code
KJU
Erscheinungsdatum
19. November 2020
Auflage
1
Themen
Gesellschaft
Adressaten
Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Organisationstheorie, Managementtheorie, Politikwissenschaft
Schlagworte
Organisation, Nonprofit, Netzwerke, Resistenz, Institutionalismus, Neo-Institutionalismus, Transparenz, Vereinswesen, Logen, Service Clubs, Zünfte, Studierendenvereine, Studentenverbindungen, Zeremonie, Ritual, Männerbund, Mythos, Homophilie, Mikro-Institution, Gesellschaft, Organisationssoziologie, Soziologie

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