Ernährung, Stadt und soziale Ungleichheit

Barrieren und Chancen für den Zugang zu Lebensmitteln in deutschen Städten

Der Zugang benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu Lebensmitteln sowie die Bedeutung von Ernährung für gesellschaftliche Teilhabe sind im deutschen Sprachraum bislang kaum erforscht worden. Auf Grundlage eines intersektionalen Gesellschaftsverständnisses führt Hanna Augustin geographische, sozial- und ernährungswissenschaftliche Ansätze zur Erreichbarkeit von Lebensmitteln zu einem mehrdimensionalen Zugangskonzept zusammen und rückt damit Ernährung als Dimension urbaner Ungleichheit in den Fokus. Am Beispiel von zwei benachteiligten Bremer Stadtteilen arbeitet sie sozioökonomische und physisch-räumliche Bedingungen des Lebensmittelzugangs sowie gesundheitliche, soziale, kulturelle und psychologische Konsequenzen eines eingeschränkten Lebensmittelzugangs heraus.

40,00 € *

2020-08-10, 274 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5288-8

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Hanna Augustin

Hanna Augustin, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Obwohl soziale Benachteiligung in Deutschland ein anhaltendes Problem darstellt, erhält der Zugang zu Lebensmitteln benachteiligter Bevölkerungsgruppen in Wissenschaft und Politik große Aufmerksamkeit. Dies widerspricht der gesundheitlichen Bedeutung von Ernährung und ignoriert ein Feld gesellschaftlicher Teilhabe. Dieser Band analysiert darum sozioökonomische und räumliche Zugangsbedingungen und entwickelt die Debatten um Ernährung, soziale Ungleichheit und Teilhabe theoretisch und empirisch weiter.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich entwickle ein integriertes und multidimensionales Modell des Zugangs zu Lebensmitteln, das rein räumlich-determinierte Perspektiven genauso überwindet wie ausschließlich auf Individualebene oder bei sozioökonomischen Strukturen ansetzenden Erklärungen. Relevanz erhalten das Modell und die Ergebnisse zudem aufgrund der auch im deutschsprachigen Raum wichtiger werdenden intersektionalen Perspektive auf soziale Ungleichheit, die danach fragt, inwiefern sich verschiedene Strukturen überlagern und gegenseitig verstärken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der deutschsprachigen Wirtschafts-, Sozial- und Stadtgeographie, der Armuts- und Ernährungsforschung wird der Lebensmittelzugang bisher kaum verhandelt. Dieser Band setzt die theoretischen und empirischen Erkenntnisse dieser Disziplinen in Beziehung und verbindet sie mit den britischen, US-Amerikanischen und kanadischen Debatten zu food deserts, food security oder food justice, um Aufmerksamkeit für Ernährungsunsicherheit zu schaffen, die in Deutschland rund drei Millionen Menschen betrifft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Diskussionen wünsche ich mir mit Wissenschaftler*innen, die mit sozial-räumlichen Gerechtigkeits-, Verteilungs-, und Teilhabefragen im Kontext von Ernährung befasst sind: Wirtschafts-, Sozial- und Stadtgeograph*innen, mit Soziolog*innen und Ernährungswissenschaftler*innen. Auch wünsche ich mir eine Diskussion mit Betroffenen und Aktivist*innen, die für eine breitere politische Rezeption kämpfen, ebenso wie mit Einzelhandels- und Verkehrsplaner*innen in kommunalen Verwaltungen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Lebensnotwendig, gesellschaftlich relevant und doch nicht selbstverständlich: Eine Analyse sozioökonomischer und räumlicher Bedingungen von Ernährung in deutschen Städten.

Autor_in(nen)
Hanna Augustin
Buchtitel
Ernährung, Stadt und soziale Ungleichheit Barrieren und Chancen für den Zugang zu Lebensmitteln in deutschen Städten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
274
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 54 SW-Abbildungen, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5288-8
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC JFSG JFCV
BISAC-Code
SOC015000 SOC026030 SOC022000
THEMA-Code
RGC JBSD JBCC4
Erscheinungsdatum
2020-08-10
Auflage
1
Themen
Raum, Esskultur, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Geographie, Soziologie, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Ernährungswissenschaft
Schlagworte
Soziale Ungleichheit, Gesellschaftliche Teilhabe, Ernährungsarmut, Räumliche Versorgungsstrukturen, Lebensmitteleinzelhandel, Bremen, Nahversorgung, Konsum, Sozialgeographie, Intersektionalität, Esskultur, Raum, Urban Studies, Geographie

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