Ernährung, Stadt und soziale Ungleichheit

Barrieren und Chancen für den Zugang zu Lebensmitteln in deutschen Städten

Der Zugang benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu Lebensmitteln sowie die Bedeutung von Ernährung für gesellschaftliche Teilhabe sind im deutschen Sprachraum bislang kaum erforscht worden. Auf Grundlage eines intersektionalen Gesellschaftsverständnisses führt Hanna Augustin geographische, sozial- und ernährungswissenschaftliche Ansätze zur Erreichbarkeit von Lebensmitteln zu einem mehrdimensionalen Zugangskonzept zusammen und rückt damit Ernährung als Dimension urbaner Ungleichheit in den Fokus. Am Beispiel von zwei benachteiligten Bremer Stadtteilen arbeitet sie sozioökonomische und physisch-räumliche Bedingungen des Lebensmittelzugangs sowie gesundheitliche, soziale, kulturelle und psychologische Konsequenzen eines eingeschränkten Lebensmittelzugangs heraus.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Danksagung

    Seiten 9 - 10
  4. Abkürzungsverzeichnis

    Seiten 11 - 12
  5. 1. Einleitung

    Einleitung

    Seiten 13 - 15
  6. 1.1 Ziel und Fragestellung

    Seiten 15 - 17
  7. 1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

    Seiten 17 - 20
  8. 2. Forschungsstand zu den Zusammenhängen von sozialer Ungleichheit, Ernährung und Raum

    2.1 Soziale Ungleichheit in Deutschland

    Seiten 21 - 23
  9. 2.2 Ernährung und soziale Ungleichheit

    Seiten 23 - 42
  10. 2.3 Räumliche Bedingungen für den Zugang zu Lebensmitteln

    Seiten 42 - 60
  11. 3. Theoretische Bestimmung von Ernährung und konsumvermittelter gesellschaftlicher Teilhabe vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheit

    3.1 Soziale Ungleichheit

    Seiten 61 - 67
  12. 3.2 Gesellschaftliche Teilhabe durch Konsum

    Seiten 67 - 72
  13. 3.3 Ernährung als Konsumfeld zwischen sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe

    Seiten 72 - 76
  14. 3.4 Identifikation von Forschungslücken und Präzisierung der Forschungsfragen

    Seiten 76 - 80
  15. 4. Der Zugang zu Lebensmitteln als Ansatzpunkt für die Untersuchung ihrer sozioökonomischen und physisch-räumlichen Erreichbarkeit

    Einleitung

    Seite 81
  16. 4.1 Food access im Rahmen von food security, food sovereignty und food justice

    Seiten 82 - 86
  17. 4.2 Food access in food desert- und food access-Studien

    Seiten 86 - 88
  18. 4.3 Der Zugang zu Lebensmitteln – ein multidimensionales Modell

    Seiten 88 - 94
  19. 5. Methodisches Vorgehen und Forschungsdesign

    5.1 Methodische Vorgehensweise

    Seiten 95 - 97
  20. 5.2 Methodische Umsetzung einer intersektionalen Perspektive

    Seiten 97 - 99
  21. 5.3 Teilnehmende Beobachtung bei einer Tafelausgabestelle

    Seite 100
  22. 5.4 Kartierung von Standorten und Sortimenten des Lebensmitteleinzelhandels

    Seiten 100 - 103
  23. 5.5 Quantitative Bewohner*innenbefragung

    Seiten 103 - 111
  24. 5.6 Qualitative Expert*inneninterviews

    Seiten 112 - 117
  25. 5.7 Auswahl der Untersuchungsgebiete

    Seiten 117 - 130
  26. 6. Multidimensionale Analyse des Lebensmittelzugangs in Gröpelingen und der Vahr

    Einleitung

    Seiten 131 - 132
  27. 6.1 Bedingungen für den Zugang zu Lebensmitteln: Physisch-räumliche Ausgangssituation

    Seiten 132 - 156
  28. 6.2 Praktiken des Zugangs zu Lebensmitteln

    Seiten 156 - 161
  29. 6.3 Einschränkungen des Zugangs zu Lebensmitteln

    Seiten 162 - 210
  30. 6.4 Soziale, kulturelle und psychische Dimensionen eines eingeschränkten Zugangs zu Lebensmitteln

    Seiten 210 - 216
  31. 7. Zentrale Erkenntnisse, Fazit und Ausblick

    Einleitung

    Seiten 217 - 218
  32. 7.1 Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse

    Seiten 218 - 235
  33. 7.2 Fazit und Ausblick

    Seiten 235 - 244
  34. 8. Literatur

    Seiten 245 - 274
Mehr
40,00 € *

2020-08-10, 274 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5288-8

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Hanna Augustin

Hanna Augustin, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Obwohl soziale Benachteiligung in Deutschland ein anhaltendes Problem darstellt, erhält der Zugang zu Lebensmitteln benachteiligter Bevölkerungsgruppen in Wissenschaft und Politik große Aufmerksamkeit. Dies widerspricht der gesundheitlichen Bedeutung von Ernährung und ignoriert ein Feld gesellschaftlicher Teilhabe. Dieser Band analysiert darum sozioökonomische und räumliche Zugangsbedingungen und entwickelt die Debatten um Ernährung, soziale Ungleichheit und Teilhabe theoretisch und empirisch weiter.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich entwickle ein integriertes und multidimensionales Modell des Zugangs zu Lebensmitteln, das rein räumlich-determinierte Perspektiven genauso überwindet wie ausschließlich auf Individualebene oder bei sozioökonomischen Strukturen ansetzenden Erklärungen. Relevanz erhalten das Modell und die Ergebnisse zudem aufgrund der auch im deutschsprachigen Raum wichtiger werdenden intersektionalen Perspektive auf soziale Ungleichheit, die danach fragt, inwiefern sich verschiedene Strukturen überlagern und gegenseitig verstärken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der deutschsprachigen Wirtschafts-, Sozial- und Stadtgeographie, der Armuts- und Ernährungsforschung wird der Lebensmittelzugang bisher kaum verhandelt. Dieser Band setzt die theoretischen und empirischen Erkenntnisse dieser Disziplinen in Beziehung und verbindet sie mit den britischen, US-Amerikanischen und kanadischen Debatten zu food deserts, food security oder food justice, um Aufmerksamkeit für Ernährungsunsicherheit zu schaffen, die in Deutschland rund drei Millionen Menschen betrifft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Diskussionen wünsche ich mir mit Wissenschaftler*innen, die mit sozial-räumlichen Gerechtigkeits-, Verteilungs-, und Teilhabefragen im Kontext von Ernährung befasst sind: Wirtschafts-, Sozial- und Stadtgeograph*innen, mit Soziolog*innen und Ernährungswissenschaftler*innen. Auch wünsche ich mir eine Diskussion mit Betroffenen und Aktivist*innen, die für eine breitere politische Rezeption kämpfen, ebenso wie mit Einzelhandels- und Verkehrsplaner*innen in kommunalen Verwaltungen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Lebensnotwendig, gesellschaftlich relevant und doch nicht selbstverständlich: Eine Analyse sozioökonomischer und räumlicher Bedingungen von Ernährung in deutschen Städten.

Autor_in(nen)
Hanna Augustin
Buchtitel
Ernährung, Stadt und soziale Ungleichheit Barrieren und Chancen für den Zugang zu Lebensmitteln in deutschen Städten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
274
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 54 SW-Abbildungen, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5288-8
DOI
10.14361/9783839452882
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC JFSG JFCV
BISAC-Code
SOC015000 SOC026030 SOC022000
THEMA-Code
RGC JBSD JBCC4
Erscheinungsdatum
2020-08-10
Auflage
1
Themen
Raum, Esskultur, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Geographie, Soziologie, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Ernährungswissenschaft
Schlagworte
Soziale Ungleichheit, Gesellschaftliche Teilhabe, Ernährungsarmut, Räumliche Versorgungsstrukturen, Lebensmitteleinzelhandel, Bremen, Nahversorgung, Konsum, Sozialgeographie, Intersektionalität, Esskultur, Raum, Urban Studies, Geographie

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