Schrift in bildender Kunst

Von ägyptischen Schreibern zu lesenden Madonnen

Was fasziniert uns an Kunstwerken, die Texte in ihre Bildwelt einbeziehen oder menschliche Figuren darstellen, die schreiben, lesen oder Schrift betrachten? Dieses populäre Motiv erscheint bereits auf ägyptischen Statuen, Trinkschalen aus Griechenland und Fresken aus Rom und ist in christlicher Kunst weit verbreitet. Dabei spielen Darstellungen der Verkündigungsszene mit einer biblisch nicht überlieferten buchlesenden Maria eine besondere Rolle. Von Fragen zum Verhältnis von Schrift und bildender Kunst ausgehend betrachtet Werner Sollors in seinem bebilderten Essay viele Kunstwerke genauer und kommt dabei zu überraschenden Ergebnissen.

14,99 € *

3. September 2020, 150 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5298-1
Dateigröße: 7.9 MB

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Werner Sollors

Werner Sollors, Harvard University, USA

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Dieser erste Band der Reihe »Wie wir lesen« untersucht, wie sakrale und weltliche Kunstwerke mit Inschriften, Signaturen oder dargestellten Leseszenen uns geradezu zum ›Lesen‹ von Bildern zwingen. Verbildlichte Texte mögen gemalt, gemeißelt, geschnitzt oder gewoben, klar lesbar oder absichtlich unentzifferbar sein, aber sie geben Betrachtern Rätsel auf, selbst dann, wenn sie einen Schlüssel zum Bildverständnis anzubieten scheinen. Diesem Rätselhaften versucht dieses Buch nachzugehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Oft wird gefragt, warum der Islam so abbildscheu sei. Doch gerade das Christentum wurde besonders bildfreundlich. Dabei spielten Porträts mit Büchern eine große Rolle. Insbesondere Maria wurde bei der Verkündigung oft als Leserin dargestellt, eine nicht in der Bibel überlieferte Szene, die Frauenbildung förderte. Ein kurzer Überblick über Schrift in Kunst aus vielen Kulturkreisen und Beispiele aus Ägypten, Griechenland und Rom leiten Betrachtungen von Werken von Fra Angelico bis Vermeer ein.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema von Schrift in bildender Kunst in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

– Bilder als ›zweite Sprache‹ im Dienst der Religion: Gregorius (Cynthia Hahn)

– Schrift-Bild-Zeit-Verhältnis: Von Lessing zu Frank Fehrenbach

– Umgekehrte ›Ekphrasis‹ (Sigrid Weigel)

– Die links-rechts Richtung des Bildbetrachtens (Heinrich Wölfflin): Hängt sie mit der Leserichtung zusammen? (Julia Liebrich)

– ›mise-en-abîme‹: Schreiberhieroglyphe auf der Schulter des Schreibers Haremhab. Der bereits bildlich dargestellte Dialog Marias mit Gabriel noch einmal als Text, auf den Kopf gestellt oder spiegelverkehrt

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Peter Chametzky (Univ. South Carolina), Michael Embach (Trier), Reindert Falkenburg (Abu Dhabi), Frank Fehrenbach (Hamburg), Bettina Friedl (Berlin), Wolfgang Schivelbusch (Berlin), Hubert Spiegel (FAZ), Sigrid Weigel (Berlin).

5. Ihr Buch in einem Satz:

Bilder mit einer lesenden Maria und andere Werke versprechen Antworten auf die Frage, warum uns Kunstwerke, die Schrift, Schreiber oder Leser darstellen, faszinieren.

Besprochen in:
https://austria-forum.org, 07.10.2020, Helga Maria Wolf
www.scienzz.de, 14.10.2020, Josef Tutsch
Autor_in(nen)
Werner Sollors
Buchtitel
Schrift in bildender Kunst Von ägyptischen Schreibern zu lesenden Madonnen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
150
Ausstattung
14 Farbabbildungen, 5 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5298-1
DOI
10.14361/9783839452981
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB AC HBTB
BISAC-Code
LIT000000 ART015000 HIS054000
THEMA-Code
DSB AGA NHTB
Erscheinungsdatum
3. September 2020
Themen
Kulturgeschichte, Literatur, Kunst
Adressaten
Kunstgeschichte, Religionswissenschaft, Buchgeschichte, Museumsstudien, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Bildende Kunst, Schreiben, Lesen, Schrift, Porträt, Mise En Abyme, Motivstudie, Maria, Kunstwerk, Verkündigung, Christliche Kunst, Literatur, Kunst, Kulturgeschichte, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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