Die Wurzeln des Populismus

Eine Ideengeschichte in den USA des 19. Jahrhunderts

Populismus ist in aller Munde und die Frage nach seiner inhaltlichen Bestimmung rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein Rekurs auf die namensgebende Protestbewegung in den USA des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird hierbei jedoch meist vermieden. Tobias Müller fragt daher nach dem politischen Denken jener historischen Populisten und kommt zu überraschenden Ergebnissen, die mindestens den deutschsprachigen Forschungskonsens revidieren. Im Vergleich zu heutigen Charakterisierungsversuchen – anti-pluralistisch, traditionalistisch, anti-intellektualistisch – war der Populismus ursprünglich erstaunlich progressiv und an der Beförderung öffentlicher Debatten interessiert, die sich über eine weit verbreitete Symbolpolitik erheben sollten.

39,99 € *

2020-07-30, 344 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5300-1
Dateigröße: 2.22 MB

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Tobias Müller

Tobias Müller, Universität Greifswald, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Populismus beziehungsweise das, was gemeinhin als populistische Politik bezeichnet wird, gehört sicher zu den richtungsgebenden Themen unserer Zeit. Die Debatten hierüber kleben allerdings, wenig überraschend, an dem, was sich im Hier und Jetzt abspielt und vernachlässigen die historische Dimension des Themas.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch möchte mit der angesprochenen Geschichtsvergessenheit brechen, indem es einige der Akteure in den Blick nimmt, mit denen der Begriff ›Populismus‹ in die (politische) Welt Einzug gehalten hat.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mit Blick auf die recht inflationäre Verwendung des Begriffs Populismus kann das Buch als heilsame Irritation verstanden werden, das bestenfalls die gegenwärtigen Zuschreibungen zu schärfen hilft. So wäre es meines Erachtens mit Blick auf manche ›Populisten‹ wünschenswert, das Kind beim Namen zu nennen und diese als Rechtsextreme und Faschisten zu bezeichnen, nicht als Populisten. Mit Letzterem läuft man Gefahr, die Sache zu verniedlichen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zur Zeit wohl am liebsten mit solchen Stimmen, die sich für ein populistisches Projekt starkmachen, die Bezeichnung ›populistisch‹ also stolz vor sich hertragen. Mit dem historischen Populismus haben viele der von diesen Stimmen in Anschlag gebrachten Strategien allerdings recht wenig gemein.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Spurensuche nach Form und Inhalt eines historischen Populismus, der mit der gegenwärtigen ›populistischen‹ Politik kaum mehr gemein hat als den Namen.

Autor_in(nen)
Tobias Müller
Buchtitel
Die Wurzeln des Populismus Eine Ideengeschichte in den USA des 19. Jahrhunderts
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
344
ISBN
978-3-8394-5300-1
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJK HBTB HBA
BISAC-Code
HIS036000 HIS054000 HIS000000
THEMA-Code
NHK NHTB NHA
Erscheinungsdatum
2020-07-30
Themen
Kulturgeschichte, Amerika
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Amerikanistik, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Populismus, USA, People's Party, Thomas Jefferson, Andrew Jackson, Jacksonian Democracy, Ideengeschichte, 19. Jahrhundert, Demokratie, Moral, Partizipation, Repräsentation, Gemeinwesen, Marktgesellschaft, Kulturgeschichte, Amerika, Amerikanische Geschichte, Geschichtstheorie, Geschichte des 19. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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