Anti-Genderismus in Europa

Allianzen von Rechtspopulismus und religiösem Fundamentalismus. Mobilisierung - Vernetzung - Transformation

Systematische Angriffe auf die Geschlechtergerechtigkeit verschärfen sich weltweit und sind in einigen EU-Staaten bereits Teil des Regierungshandelns. Als Infragestellung basaler Menschenrechte und zumeist rechtspopulistisch bzw. fundamentalistisch motiviert gefährden sie die Demokratie. Aus internationaler und interdisziplinärer Perspektive analysieren die Beiträger*innen des Bandes Anti-Genderismus als strategisches Mittel der Emotionalisierung, Mobilisierung und Vernetzung innerhalb des rechten Spektrums und einer im Entstehen begriffenen religiösen Rechten. Mit besonderem Fokus auf die Situation einiger ostmitteleuropäischer Staaten und unter Einbezug von Erfahrungen aus dem LGBTIQ*-Aktivismus erörtern sie, wie dieser Entwicklung konstruktiv-widerständig zu begegnen ist.

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20. Januar 2021, 330 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5315-1

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Sonja A. Strube

Sonja A. Strube, Universität Osnabrück, Deutschland

Rita Perintfalvi

Rita Perintfalvi, Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich

Raphaela Hemet

Raphaela Hemet, Religionswissenschaftlerin in Graz, Österreich

Miriam Metze

Miriam Metze, Universität Wien, Österreich

Cicek Sahbaz

Cicek Sahbaz, Universität Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Dieser wissenschaftliche Band ist politisch hochaktuell: Selbst in EU-Staaten werden ›LGBTI-freie Zonen‹ ausgerufen, Trans*menschen ihrer rechtlichen Anerkennung beraubt, gibt es ideologisch motivierte Vorbehalte gegen die Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Anti-Genderismus schlägt sich als Hatespeech im Netz nieder, bestimmt aber auch das Regierungshandeln illiberal, autokratisch oder rechtspopulistisch regierter Staaten. Er stellt letztlich das Konzept menschenrechtsbasierter Demokratie grundlegend infrage.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ein Fokus liegt auf aktuellen politischen Entwicklungen in verschiedenen Ländern Ostmitteleuropas; teilweise werden bereits Auswirkungen der Corona-Krise berücksichtigt. Die Situationsanalysen aus Polen, Ungarn, Kroatien und Serbien leuchten länderspezifische Hintergründe antigenderistischer Haltungen aus. Ein weiterer Fokus richtet sich auf das Schnittfeld von Religion und Politik, ein dritter eröffnet Perspektiven für Öffnungen und Transformationsprozesse, die den Hass überwinden helfen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit 2015 wird das aus dem Antifeminismus erwachsene Phänomen unter dem Begriff Anti-Genderismus bearbeitet. Unser Band führt diese Forschungsarbeit interdisziplinär und international fort, fokussiert dabei auf Vernetzungen unterschiedlicher Akteursgruppen weltweit – u.a. fundamentalistischer Christ*innen verschiedener Konfessionen – und die Bedeutung von Religion darin, ebenso auf die Dynamiken, durch die Anti-Genderismus seine Wirkmacht entfaltet, und die für die Entwicklung von Lösungsperspektiven relevant sind.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Cicek Sahbaz: Mit LGBTIQ*-Aktivist*innen.

Sonja A. Strube: Mit Bischof Bode und/oder Bischof Overbeck.

Rita Perintfalvi: Mit Fachleute und Wissenschaftler*innen (aus dem Bereich Politologie, Soziologie, Gender Studies, Theologie, Philosophie), mit COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft), mit Papst Franziskus, mit Frauenrechtsorganisationen wie European Women's Lobby, mit LGBT-Organisationen wie ILGA Europe.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Anti-Genderismus als antidemokratische Strategie durchschauen, in seinen länderspezifischen Besonderheiten verstehen – und überwinden.

Buchtitel
Anti-Genderismus in Europa Allianzen von Rechtspopulismus und religiösem Fundamentalismus. Mobilisierung - Vernetzung - Transformation
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
330
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 2 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5315-1
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JPFQ JFSR
BISAC-Code
SOC032000 POL042030 SOC039000
THEMA-Code
JBSF JPFQ JBSR
Erscheinungsdatum
20. Januar 2021
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Politik, Religion
Adressaten
Sozialwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Theologie, Philosophie, Sozialpsychologie, Gender Studies, Feministische Theorie, Kritische Männerforschung sowie LGBTIQ*-Aktivist*innen und religiöse Institutionen/Kirchen
Schlagworte
Anti-Genderismus, Rechtspopulismus, Religiöser Fundamentalismus, Ostmitteleuropa, Demokratiegefährdung, Kirche, Menschenrechte, Politischer Widerstand, Aktivismus, Geschlechtergerechtigkeit, Europa, Glaube, Ethnonationalismus, Menschenfeindlichkeit, Toxische Männlichkeit, Russland, USA, Ungarn, Serbien, Migration, Geschlecht, Politik, Religion, Gender Studies, Rechtsextremismus, Religionssoziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft

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