Islam, Gender, Intersektionalität

Bildungswege junger Frauen in der Schweiz

Wie wirkt sich der aktuelle Islamdiskurs auf Bildungsbiografien junger Secondas aus? Wie beeinflussen unterschiedliche Differenzkategorien wie beispielsweise Gender und Religion die Bildungsbiografien? Und wirken diese Kategorien intersektionell? Nathalie Gasser zeigt auf, wie unterschiedlich junge Secondas aus der Schweiz mit der Herausforderung umgehen, als religiös orientierte muslimische Frauen in einem tendenziell islamkritischen Umfeld bildungsbiografisch zu bestehen. Sie verdeutlicht die bestehenden Bildungsbarrieren samt den unterschiedlichen Taktiken, diese zu umgehen. Auf dieser Grundlage diskutiert sie, inwiefern Religion dabei als intersektionale, interdependente Analysekategorie gefasst werden kann.

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30. Juli 2020, 348 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5318-2
Dateigröße: 0.77 MB

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Nathalie Gasser

Nathalie Gasser, Pädagogische Hochschule Bern, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Bildungswege junger, muslimisch sozialisierter Frauen wurden bisher in der Schweiz kaum untersucht. Das zentrale Erkenntnisinteresse der Untersuchung bildete die Frage, ob und wie sich der Islamdiskurs auf die Bildungsbiografien religiös orientierter Frauen auswirkt. Das Buch fokussiert jedoch nicht nur auf Bildungsbarrieren, sondern auch auf die Strategien, mit welchen die jungen Frauen den Einschränkungen ihrer Bildungswege entgegentreten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Studie zeigt auf, wie ›Muslimin‹ als Differenzkategorie in Bildungsbiografien zum Tragen kommt und dabei die Bedeutung anderer klassifizierender Kategorien wie etwa ›Frau‹ oder ›Migrantin‹ verändern und überformen kann. Zudem wird aber auch aufgezeigt, inwiefern Religion bzw. Religiosität bildungsbiografisch zur Ressource werden kann.

Religion nimmt in den Bildungsbiografien der Frauen eine doppelte Rolle ein: Sie kann sowohl verhindernd (als Differenzkategorie) wie auch ermächtigend (als Ressource) wirken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der aktuellen Forschungsdebatte wird immer wieder bemängelt, dass Religion als intersektionelle Kategorie bisher unzureichend untersucht wurde. Harry Harun Behr meinte kürzlich gar »Intersektionalität ohne Religion ist, wie mit einem Auto auf drei Rädern zu fahren« (Harun Beer 2020: 56). Das Buch will einen Beitrag dazu leisten, einen intersektionellen Blick auf die Bedeutung von Religion als Kategorie der Differenz in Bildungsbiografien zu werfen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Reyhan Sahin. Sie zeigt in ihrem Buch »Yalla, Feminismus!« (2019) beeindruckend auf, was Intersektionalität für Frauen mit Migrationsgeschichte oder für muslimisch sozialisierte Frauen und People of Color bedeuten kann. Als Forscherin (und Feministin) ›mit Migrationsdefizit‹ (Sahin 2019) würde mich interessieren, was ich bei meinen Darlegungen aus ihrer Sicht übersehen habe.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Islam, Gender, Intersektionalität: Bildungswege junger religiös orientierter Secondas intersektionell betrachtet - Barrieren und Ressourcen.

Autor_in(nen)
Nathalie Gasser
Buchtitel
Islam, Gender, Intersektionalität Bildungswege junger Frauen in der Schweiz
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
348
Ausstattung
2 Farbabbildungen
ISBN
978-3-7328-5318-2
DOI
10.14361/9783839453186
Warengruppe
1727
BIC-Code
JFFM JNA JFSJ
BISAC-Code
SOC050000 SOC026000 EDU040000 SOC032000
THEMA-Code
JBFQ JNA JBSF
Erscheinungsdatum
30. Juli 2020
Themen
Islam, Bildung, Religion
Adressaten
Sozialanthropologie, Religionswissenschaft, Soziologie, Islamwissenschaft, Erziehungswissenschaft sowie Praktiker*innen in der Erwachsenenbildung, Integrationsarbeit, Berufsberatung und Sozialarbeit
Schlagworte
Islam, Islamdiskurs, Gender, Bildungsbiografien, Ethnographie, Intersektionalität, Agency, Michel De Certeau, Secondas, Schweiz, Migration, Bildungsforschung, Bildungsanthropologie, Bildung, Religion, Soziale Ungleichheit, Bildungssoziologie, Gender Studies, Islamwissenschaft

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