Getrennt vereint – Stimmen und Klänge der Nachwendezeit

Zum Umgang mit Musik aus der DDR und den neuen Bundesländern nach 1990

In der musikwissenschaftlichen Forschung spielt die Auseinandersetzung mit der Nachwendezeit eine sehr marginale Rolle. Dies gilt vor allem auch für die Frage nach dem Umgang mit Musik aus der DDR und den neuen Bundesländern seit 1990. Jakob Auenmüller stellt hierzu in mehreren empirischen Teilstudien Grundlagen und Angebote für Forschung und Praxis zur Disposition – und liefert ein Plädoyer für die verstärkte Hinwendung der Musikforschung zur Aufarbeitung der Nachwendezeit. Dabei wird deutlich, inwiefern das Musikleben in Zukunft noch stärker als aktive Plattform für Aushandlungsprozesse eines nachhaltigen gesamtdeutschen Zusammenwachsens fungieren kann und sollte.

64,99 € *

30. Juli 2020, 354 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5342-1
Dateigröße: 16.19 MB

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Jakob Auenmüller

Jakob Auenmüller, Universität Hamburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Auch 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung zeigen sich bei allen unbestrittenen Errungenschaften Ost- und Westdeutschland als in vielen Bereichen noch immer voneinander getrennte Teilgesellschaften im geeinten Deutschland. Insbesondere die vielschichtigen Umbrüche und Transformationsprozesse der Nachwendezeit erscheinen dabei oft schwer greifbar und sind nicht selten hinter dysfunktionalen Narrativen verborgen. Anhand der Musik lassen sich exemplarisch Wege aus diesem Dilemma aufzeigen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Auseinandersetzung der Musikforschung mit dem musikkulturellen Erbe der DDR und Ostdeutschlands wird erstmals in größerem Umfang auf die Zeit nach 1990 erweitert. Zeitgeschichtlich interessierte Analysen zur Nachwendezeit wiederum werden um kulturtheoretische und kulturpraktische Horizonte ergänzt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zeitgeschichtliche und soziologische Ansätze zur Aufarbeitung der Nachwendezeit betonen nach wie vor insbesondere politische, ökonomische und soziale Dimensionen der gesellschaftlichen Umbrüche in Ostdeutschland nach 1990. Kulturelle Aspekte in der Ausformung spezifisch ostdeutscher Lebenswelten vor dem Spiegel der gesamtdeutschen Integration treten dabei oft in den Hintergrund. Das vorliegende Buch nimmt sich diesem Umstand aus Sicht des Musiklebens an.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich der Erforschung der jüngeren (deutsch-)deutschen Geschichte widmen – seien es Musik- und Kulturwissenschaftler, Historiker, Soziologen, Ökonomen oder Politologen. Ebenso möchte ich Kulturschaffende in ihrer täglichen praktischen Arbeit ansprechen. Nicht zuletzt liefert das Buch allen Lesern plastische Anregungen für eine neu orientierte Auseinandersetzung mit der individuellen und kollektiven Vergangenheit im getrennten und vereinten Deutschland – Politiker nicht ausgenommen!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Vereint und doch getrennt – Musik macht die Realitäten der Nachwendezeit sichtbar, lässt das Ungreifbare (be-)greifen und Zukunft aktiv gestalten.

Autor_in(nen)
Jakob Auenmüller
Buchtitel
Getrennt vereint – Stimmen und Klänge der Nachwendezeit Zum Umgang mit Musik aus der DDR und den neuen Bundesländern nach 1990
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
354
Ausstattung
13 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5342-1
DOI
10.14361/9783839453421
Warengruppe
1591
BIC-Code
AVA AVGC JFC
BISAC-Code
MUS020000 SOC022000
THEMA-Code
AVA AVM JBCC
Erscheinungsdatum
30. Juli 2020
Themen
Gesellschaft, Musik, Kulturgeschichte
Adressaten
Musikwissenschaft, Soziologie, Zeitgeschichte sowie Kulturschaffende, Musiker*innen und Musikinteressierte
Schlagworte
Ostdeutschland, Nachwendezeit, Musiksoziologie, Explorative Empirie, DDR, Identität, Bürgerrechtsbewegung, 1990, Mauerfall, Migration, Journalismus, Musikforschung, Musikunterricht, Zeitgenössische Musik, Bewertung, Musik, Kulturgeschichte, Gesellschaft, Musikwissenschaft, Musikgeschichte, Kultursoziologie, Kunstsoziologie

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