Das Lesen als Handlung

Eine Ästhetik

Lesen ist eine Handlung, es wird vollzogen. Sarah Reuss untersucht am Beispiel dieser alltäglichen Handlung die Ereignishaftigkeit ästhetischer Wahrnehmungen. Dazu entwickelt sie eine vollzugsmäßige Theorie und Methode als konsequente Umsetzung des »performative turn«, womit sie der bisherigen kognitionswissenschaftlichen Erforschung des Lesens einen produktiven Gegenspieler liefert. Pate für den Ansatz stehen Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer, die gebrauchsbasierte Konstruktionsgrammatik sowie die Schriftbildlichkeitsforschung. Insgesamt werden damit wertvolle Impulse für Ästhetik, Leseforschung sowie literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Grundlagenforschung bereitgestellt.

44,99 € *

6. Oktober 2020, 304 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5350-6
Dateigröße: 2.47 MB

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Sarah Reuss

Sarah Reuss, Leibniz-Universität Hannover, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Buch verbindet zwei wichtige kulturwissenschaftliche Themenkomplexe miteinander: die ästhetische Wahrnehmung und das Lesen. Damit zeigt sich einerseits, wie lohnenswert es ist, Ästhetik an einem konkreten Gegenstand zu behandeln, und andererseits, wie wenig wir über eine so alltägliche Handlung wie das Lesen wissen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Neu an dem Buch ist weniger sein Gegenstandsbereich als seine konsequent performative Perspektive. Ästhetische Wahrnehmung wird damit zu einem rein diesseitigen Phänomen innerhalb einer geteilten Lebenswelt. Und Lesen zeigt sich als zwar hochgradig komplexe, aber auch durch nur wenige Grundvollzüge beschreibbare Handlung. Anstelle einer Unterscheidung von Wort-, Satz- und Textebene steht die Übergängigkeit der Sinnerzeugung auf allen Ebenen im Vordergrund.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine konsequent performative Perspektive ruft zum Hinterfragen der eigenen Forschungspraxis und damit zur Grundlagenforschung auf. Exemplarisch wird dies an Grundbegriffen der Literaturwissenschaft und -didaktik bzw. Leseforschung vorgeführt, in denen eine konsequent performative Perspektive bisher kaum anzutreffen ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wer würde nicht gerne einen Plausch mit Hans-Georg Gadamer halten? Immerhin bringt mich dessen Einsicht, dass auch das Lesen ein Gespräch ist, diesem Wunsch etwas näher. Noch lieber wären mir aber lebendige Gesprächspartner: Da mein Buch gedanklich von abstrakten performativen Grundbegriffen hin zu einer Beschreibung des Lesens voranschreitet, würde ich diesen Weg einer zunehmenden Konkretisierung gerne in der Diskussion mit Literaturdidaktikern und Leseforschern fortsetzen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wenn Ästhetik konsequent performativ gedacht wird, ist sie die beste Anleitung zur grundlegenden Erforschung menschlicher Handlungen wie dem Lesen.

Autor_in(nen)
Sarah Reuss
Buchtitel
Das Lesen als Handlung Eine Ästhetik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
304
Ausstattung
5 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5350-6
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSA DSB HPN
BISAC-Code
LIT006000 LIT004170 PHI001000
THEMA-Code
DSA DSB QDTN
Erscheinungsdatum
6. Oktober 2020
Themen
Literatur, Ästhetik
Adressaten
Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik, Philosophie
Schlagworte
Ästhetik, Lesen, Vollzug, Performativität, Praxistheorie, Martin Heidegger, Hans-Georg Gadamer, Roman Ingarden, Phänomenologie, Hermeneutik, Zeitlichkeit, Räumlichkeit, Selbstbezug, Fremdbezug, Literatur, Literaturtheorie, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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