Das Lesen als Handlung

Eine Ästhetik

Lesen ist eine Handlung, es wird vollzogen. Sarah Reuss untersucht am Beispiel dieser alltäglichen Handlung die Ereignishaftigkeit ästhetischer Wahrnehmungen. Dazu entwickelt sie eine vollzugsmäßige Theorie und Methode als konsequente Umsetzung des »performative turn«, womit sie der bisherigen kognitionswissenschaftlichen Erforschung des Lesens einen produktiven Gegenspieler liefert. Pate für den Ansatz stehen Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer, die gebrauchsbasierte Konstruktionsgrammatik sowie die Schriftbildlichkeitsforschung. Insgesamt werden damit wertvolle Impulse für Ästhetik, Leseforschung sowie literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Grundlagenforschung bereitgestellt.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. 1. Einleitung

    Seiten 7 - 16
  4. 2. Philosophische Grundlagen

    2.1 Vollzug statt Performanz

    Seiten 17 - 24
  5. 2.2 Phänomenologie und Hermeneutik

    Seiten 25 - 28
  6. 2.3 Das Vollzugsdenken

    Seiten 29 - 37
  7. 2.4 Zeit und Raum bei Heidegger

    Seiten 38 - 63
  8. 2.5 Fundierung: Kontinuität zwischen Heidegger und Gadamer

    Seiten 63 - 66
  9. 2.6 Selbst- und Fremdbezug des Verstehens

    Seiten 66 - 81
  10. 2.7 Verborgenheit der Wahrheit/Nicht-Verstehen

    Seiten 81 - 84
  11. 2.8 Heideggers Kunstwerk-Aufsatz

    Seiten 85 - 100
  12. 2.9 Zusammenfassung: Menschliches Verstehen als Vollzug

    Seiten 100 - 104
  13. 3. Die aktuelle ästhetische Diskussion

    3.1 Das Verhältnis von Kunstwerk und ästhetischem Vollzug

    Seiten 105 - 107
  14. 3.2 Drei Paradigmen des ästhetischen Vollzugs

    Seiten 107 - 122
  15. 4. Ästhetische Vollzüge

    4.1 Fundierung: Ästhetische Einstellung

    Seiten 123 - 125
  16. 4.2 Ästhetische Wahrnehmung

    Seiten 125 - 133
  17. 4.3 Ästhetische Erfahrung

    Seiten 133 - 139
  18. 4.4 Ästhetische Emotion

    Seiten 139 - 146
  19. 5. Ästhetische Vollzüge und Literatur

    5.1 Lesen als Gesamtvollzug

    Seiten 147 - 150
  20. 5.2 Zeiträumlichkeit sprachlichen Sinns

    Seiten 150 - 156
  21. 5.3 Fremdbezug: Eigenzeit des Texts

    Seiten 156 - 158
  22. 5.4 Fremdbezug: Eigenraum des Texts

    Seiten 158 - 164
  23. 5.5 Selbstbezug: Entrückung in den Text

    Seiten 164 - 173
  24. 5.6 Selbstbezug: Gesamtsinnesorganisation des Lesens

    Seiten 173 - 252
  25. 5.7 Fundierung: Kritik an Iser

    Seiten 252 - 256
  26. 5.8 Fundierung: Kritik an Ingardens Ästhetik

    Seiten 257 - 261
  27. 5.9 Fundierung: Kritik an der kognitionswissenschaftlichen Leseforschung

    Seiten 261 - 268
  28. 6. Wahrnehmung versus Reflexion

    Einleitung

    Seiten 269 - 275
  29. 6.1 Fundierung: Fiktionalität

    Seiten 276 - 283
  30. 6.2 Zu einer ›realistischen Haltung‹

    Seiten 283 - 286
  31. Literaturverzeichnis

    Seiten 287 - 304
Mehr
44,99 € *

6. Oktober 2020, 304 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5350-6
Dateigröße: 2.47 MB

als Sofortdownload verfügbar

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Weiterempfehlen

Sarah Reuss

Sarah Reuss, Leibniz-Universität Hannover, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Buch verbindet zwei wichtige kulturwissenschaftliche Themenkomplexe miteinander: die ästhetische Wahrnehmung und das Lesen. Damit zeigt sich einerseits, wie lohnenswert es ist, Ästhetik an einem konkreten Gegenstand zu behandeln, und andererseits, wie wenig wir über eine so alltägliche Handlung wie das Lesen wissen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Neu an dem Buch ist weniger sein Gegenstandsbereich als seine konsequent performative Perspektive. Ästhetische Wahrnehmung wird damit zu einem rein diesseitigen Phänomen innerhalb einer geteilten Lebenswelt. Und Lesen zeigt sich als zwar hochgradig komplexe, aber auch durch nur wenige Grundvollzüge beschreibbare Handlung. Anstelle einer Unterscheidung von Wort-, Satz- und Textebene steht die Übergängigkeit der Sinnerzeugung auf allen Ebenen im Vordergrund.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine konsequent performative Perspektive ruft zum Hinterfragen der eigenen Forschungspraxis und damit zur Grundlagenforschung auf. Exemplarisch wird dies an Grundbegriffen der Literaturwissenschaft und -didaktik bzw. Leseforschung vorgeführt, in denen eine konsequent performative Perspektive bisher kaum anzutreffen ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wer würde nicht gerne einen Plausch mit Hans-Georg Gadamer halten? Immerhin bringt mich dessen Einsicht, dass auch das Lesen ein Gespräch ist, diesem Wunsch etwas näher. Noch lieber wären mir aber lebendige Gesprächspartner: Da mein Buch gedanklich von abstrakten performativen Grundbegriffen hin zu einer Beschreibung des Lesens voranschreitet, würde ich diesen Weg einer zunehmenden Konkretisierung gerne in der Diskussion mit Literaturdidaktikern und Leseforschern fortsetzen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wenn Ästhetik konsequent performativ gedacht wird, ist sie die beste Anleitung zur grundlegenden Erforschung menschlicher Handlungen wie dem Lesen.

Autor_in(nen)
Sarah Reuss
Buchtitel
Das Lesen als Handlung Eine Ästhetik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
304
Ausstattung
5 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5350-6
DOI
10.14361/9783839453506
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSA DSB HPN
BISAC-Code
LIT006000 LIT004170 PHI001000
THEMA-Code
DSA DSB QDTN
Erscheinungsdatum
6. Oktober 2020
Themen
Literatur, Ästhetik
Adressaten
Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik, Philosophie
Schlagworte
Ästhetik, Lesen, Vollzug, Performativität, Praxistheorie, Martin Heidegger, Hans-Georg Gadamer, Roman Ingarden, Phänomenologie, Hermeneutik, Zeitlichkeit, Räumlichkeit, Selbstbezug, Fremdbezug, Literatur, Literaturtheorie, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung